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Harry Quaderer liess Raum für Interpretationen. (Foto: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|14.06.2017 (Aktualisiert am 14.06.17 14:14)

Künftig wollen die Unabhängigen auch «positive Vorschläge» bringen

SCHAAN - Nach Wochen des Schweigens äusserte sich DU-Chef Quaderer gestern auf Radio L erstmals wieder ausserhalb der parteieigenen Publikation. Viel zum Verein, wenig zur Politik.

Harry Quaderer liess Raum für Interpretationen. (Foto: Michael Zanghellini)

SCHAAN - Nach Wochen des Schweigens äusserte sich DU-Chef Quaderer gestern auf Radio L erstmals wieder ausserhalb der parteieigenen Publikation. Viel zum Verein, wenig zur Politik.

Anlässlich des Parteitages der «Unabhängigen» war der Gründer, der Präsident und der Fraktionsvorsitzende in Personalunion zu Gast bei der Radio-L-Mittagssendung «Zur Sache»: Harry Quaderer. Angesprochen auf diese Bündelung der Macht bei den Unabhängigen, erklärte Quaderer, dass ihm das Amt des Präsidenten aufgrund seiner Funktion als Fraktionssprecher gemäss den Statuten zustehe. In die zweite Reihe der Politik wechseln? «Nein, dazu ist es noch etwas zu früh», stellte der DU-Chef klar. Personelle Wechsel im Zuge der Parteitages seien nicht geplant.

Dass es eine Doppelbelastung gebe, weil die Landtagsabgeordneten gleichzeitig als Parteivorstand fungieren, leugnete Quaderer allerdings nicht. Seine Partei sei ein etwas «chaotischer Verein» und hätte nicht das Personal, «das wir vielleicht haben sollten». «Wir müssen früher oder später über die Bücher», gestand Quaderer ein. Wann dies geschehen soll und welche «Bücher» es denn sein müssten, blieb offen.

Politische Inhalte

Genauso verhielt es sich, sobald das Gespräch sich um Inhalte zu drehen drohte. Abgesehen davon, dass Quaderer eine Geschlechterquote für verfassungswidrig hält – er denke auch, «das Volk» sei mehrheitlich dagegen – gibt das Interview kaum Aufschluss über die politischen Ziele der «Unabhängigen». «Wir sind immer noch am Themenfinden», so Quaderer. Vorstösse würden sie, so «glaubt» Quaderer, «vielleicht» bis Ende Jahr «ein paar» bringen können. Aber was denn der Schwerpunkt für das zweite Halbjahr 2017 sei, fragte Radio L – geht es doch nun bereits in die Sommerpause. «Spitalpolitik?», gab das Radio einen Wink. «Ja, das KVG ist sicher ein Dauerbrenner», sagte darauf Harry Quaderer. «Einige Punkte» müssten noch in Angfiff genommen werden. «Ich denke, Mauro Pedrazzini wird dementsprechend mit Vorschlägen kommen», verwies der DU-Chef auf den FBP-Gesundheitsminister. Die «Unabhängigen» würden dann auch ihre Anliegen einbringen.

Quaderer rechnet zudem damit, dass Familienpolitik den Landtag im Herbst beschäftigen werde. «Da gibt es auch gewisse Themen, die wir einbringen möchten», blieb er allerdings vage. Generell werde es seitens der «Unabhängigen» zukünftig – anders als von Kritikern oft behauptet – auch «positive Vorschläge» geben, nicht nur Kritik ohne Lösungsansatz.

DU und die Medien

Zudem wurde Quaderer noch aufgefordert, das Verhältnis der «Unabhängigen» zu den Medien zu kommentieren. Zwischenzeitlich habe es sicher ein paar Sachen gegeben, «die nicht hätten sein müssen», so Quaderer. Die Partei wolle daher «die Zusammenarbeit mit allen Medien» bis Sommer grundsätzlich überdenken. «Wir wollen mit offenen Karten spielen», versicherte der DU-Chef.

Ob dies neben organisatorischen Details auch politische Positionen betreffen wird, bleibt abzuwarten.

 

Einen Kommentar der "Volksblatt"-Chefredakteurin lesen Sie hier.

(ds)

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