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Im Parteiblatt der "Unabhängigen" (DU) wurden unerlaubt Fragen des "Volksblatts" abgedruckt. (Foto: DS)
Vermischtes
Liechtenstein|03.05.2017

Kommentar: Wenn DU-Pio ins Fettnäpfchen tritt

SCHAAN - DU-Parteichef Harry Quaderer drückte sich nicht nur um das Interview mit dem "Volksblatt". Er liess zusätzlich seinen Parteigenossen Pio Schurti im Propagandablatt der "Unabhängigen" die gestellten Fragen monieren. Ein Kommentar von "Volksblatt"-Redaktor David Sele.

Im Parteiblatt der "Unabhängigen" (DU) wurden unerlaubt Fragen des "Volksblatts" abgedruckt. (Foto: DS)

SCHAAN - DU-Parteichef Harry Quaderer drückte sich nicht nur um das Interview mit dem "Volksblatt". Er liess zusätzlich seinen Parteigenossen Pio Schurti im Propagandablatt der "Unabhängigen" die gestellten Fragen monieren. Ein Kommentar von "Volksblatt"-Redaktor David Sele.

Die feine englische Art ist es nicht. So druckte der «Unabhängige» Pio Schurti vergangene Woche im Editorial des «hoi du» einige Fragen ab, die das «Volksblatt» für ein Interview mit Harry Quaderer – Pios Chef – recherchiert hatte. Das Interview kam nie zustande – Quaderer entzog sich ohne Absage. Mit der Wiedergabe einzelner Fragen im «hoi du» missachten die «Unabhängigen» nun wohl das Recht auf Erstveröffentlichung des Urhebers (vgl. URG, Art 9, Abs 2). Angezeigt wird Pio Schurti deswegen aber nicht. Das «Volksblatt» konnte den Sachverhalt gestern in einem Telefongespräch mit Schurti klären. Er war sich demnach nicht bewusst, dass er womöglich das Urheberrecht des Autors verletzt. Quasi der Vollständigkeit halber, veröffentlicht das «Volksblatt» nun jedoch alle Fragen, die DU-Chef Harry Quaderer nicht beantworten wollte.

DU und die Medien

Spannend ist auch sein Medienverständnis, das Pio Schurti im Parteiblatt der «Unabhängigen» offenbart. Es schade gewiss nichts, wenn die Politik von Interessengruppen und Leserbriefschreibern angetrieben werde. «Problematisch» sei es laut Schurtis Text jedoch, wenn Medienschaffende sich als «Antreiber der Politik» betätigen. Ernsthaft? Problematisch ist es wohl eher, wenn sie das nicht tun! Wenn auch unabsichtlich manövriert Pio Schurti sich und seine Partei (pardon: seinen Verein) mit derartigen Aussagen auf eine Linie mit Trump, Le Pen, Petry und Co. Denn auch diese Zeitgenossen würden den Medien am liebsten vorschreiben, welche Fragen zu stellen sind. Ja, am besten noch, wie diese formuliert sein sollen. Überrascht? Zumindest der DU-Chef hat sich längst auf diese Schiene begeben. Jederzeit emotional poltern und sobald es um Inhalte geht, kneifen. Bravo.

 

Kontaktieren Sie den Autor unter dsele@volksblatt.li oder auf Twitter: @davsele

(ds)

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