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Liechtenstein|10.02.2016 (Aktualisiert am 10.02.16 11:56)

Wenn die Maus die Laune verrät

VADUZ - Einem internationalen Forscherteam, dem auch Markus Weinmann von der Universität Liechtenstein angehört, ist es gelungen, anhand von Computermaus-Bewegungen die emotionale Verfassung des Benutzers zu erkennen, wie die Uni am Mittwoch mitteilte.

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VADUZ - Einem internationalen Forscherteam, dem auch Markus Weinmann von der Universität Liechtenstein angehört, ist es gelungen, anhand von Computermaus-Bewegungen die emotionale Verfassung des Benutzers zu erkennen, wie die Uni am Mittwoch mitteilte.

"Emotionen bestimmen das tägliche Miteinander. Was sich im persönlichen Gespräch  in Mimik und Gestik offenbart, zeigt sich auch im Internet", heisst es weiter. Fünf Forscher aus Liechtenstein, den USA, Hongkong und Deutschland fanden heraus, dass sich die Gefühlslage eines Internetznutzers an der Art und Geschwindigkeit seiner Mausbewegungen ablesen lässt.

Frustrierte bewegen Maus langsamer und eckiger

Weinmann erklärt, wie das funktioniert: "Ein entspannter Computernutzer bewegt die Maus rasch in geraden Linien oder leicht gekrümmten Kurven. Je frustrierter oder negativer gestimmt er ist, umso langsamer, aber auch eckiger und länger fallen die Mausbewegungen aus." Herausgefunden haben die Forscher dies durch wiederholte Experimente mit unterschiedlichen Vergleichsgruppen. So wurde zum Beispiel in einem der Experimente ein Teil der Probanden vorab durch unlösbare Aufgaben frustriert, um anschliessend den eigentlichen Test zu absolvieren, bei dem die Mausbewegungen  gemessen wurden. Diese wurden dann mit den Bewegungen der Teilnehmergruppe verglichen, die den Test ohne vorherige Verärgerung lösen konnten. "Wir konnten mit 82 Prozent Sicherheit anhand der Mausbewegungen erkennen, ob die Probanden negative Emotionen hatten", meinte Weinmann.

Wem nützt dieses Wissen?

Das Wissen um die Stimmungslage des Internetnutzers ist laut der Mitteilung vor allem für die Betreiber von Onlineshopping-Plattformen von Nutzen, denn ein unzufriedener Besucher wird wahrscheinlich nicht wiederkommen, um einen Einkauf zu tätigen. Durch den Einbau eines Plug-ins auf ihrer Website könnten die Website-Betreiber negativ gestimmte Besucher anhand ihrer Maus-Bewegungen rasch identifizieren und gegensteuern – sei es durch ein Weiterleiten an den Kundenservice oder das Versenden einer automatisch generierten Entschuldigung. Aber auch für Versicherungsunternehmen könne das Entschlüsseln der Stimmung ihrer Website-Besucher von grossem Wert sein, erklärt Weinmann: "Es lassen sich dadurch Verdachtsfälle für einen möglichen Versicherungsbetrug erkennen, die so gezielt überprüft werden können."

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(red/pd)

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