Der Triesner Hansueli Bicker steht im Jahr bei einem oder meist zwei Wettkämpfen im Einsatz. (Foto: ZVG)
Sport
Liechtenstein|12.09.2021

«Wenn man nur eine Sportart ausüben kann, dann Kraftsport»

TRIESEN - Hansueli Bicker ist einer von aktuell drei Liechtensteinern, der dem Sport Kraftdreikampf nachgeht. Neben dem Spass sowie dem messbaren eigenen Erfolg anhand der gestemmten Gewichte, streicht der 42-Jährige vor allem die Gesundheit als den wohl wichtigsten Punkt heraus, weshalb er diese Randsportart überhaupt betreibt.

Der Triesner Hansueli Bicker steht im Jahr bei einem oder meist zwei Wettkämpfen im Einsatz. (Foto: ZVG)

TRIESEN - Hansueli Bicker ist einer von aktuell drei Liechtensteinern, der dem Sport Kraftdreikampf nachgeht. Neben dem Spass sowie dem messbaren eigenen Erfolg anhand der gestemmten Gewichte, streicht der 42-Jährige vor allem die Gesundheit als den wohl wichtigsten Punkt heraus, weshalb er diese Randsportart überhaupt betreibt.

Gerade in Zeiten einer Pandemie, wie wir sie nun schon seit mehr als eineinhalb Jahren erleben, kommt dem Thema Gesundheit eine noch grössere Bedeutung zu, als sonst schon. Im Zusammenhang damit ist auch der Sport, ganz egal was für einer, ein elemntarer Bestandteil. Das musste auch der Triesner Hansueli Bicker feststellen, nachdem er im Jahr 2016 seinen zweiten Bandscheibenvorfall erlitt. Für ihn war das zugleich auch der Start in ein neues Abenteuer, das Abenteuer Kraftdreikampf. «Ich mache eigentlich schon ewig Kraftsport. Zu Beginn im Fitnessstudio, doch dann wurde die Zeit knapper und die beiden Bandscheibenvorfälle kamen. Deshalb wollte ich unbedingt wieder gezielter Kraft und Muskulatur aufbauen», führt Bicker aus. Durch einen Freund sei er dann zum Kraftdreikampf gekommen.

Man braucht nur wenig Equipment, was mit ein Grund ist, weshalb mich der Sport so reizt. Daneben ist es sehr einfach seine Fortschritte zu überwachen – entweder man stemmt mehr Gewicht oder eben nicht»

Hansueli Bicker

Das Alter spielt eine Rolle

Nach ersten Trainings bestritt Bicker, der mittlerweile 42 Jahre alt ist, seit 2017 auch regelmässig ein bis zwei Wettkämpfe in der Sporart, die aus Bankdrücken, Kniebeugen machen und Kreuzheben besteht. Das Ziel dabei: So viel Gewicht wie möglich stemmen. Und Bickers Bestwerte – er wiegt 83 Kilogramm – können sich definitiv sehen lassen. 215 Kilogramm sind es bei den Kniebeugen, 217,5 Kilogramm ist der Bestwert im Kreuzheen und beim Bankdrücken steht er derzeit bei einem Bestwert von 130 Kilogramm. Aufgestellt hat er diese vor knapp zwei Monaten beim Länderpokal in Dornbirn. Ein «Heimspiel» für Bicker, der, weil es hier in Liechtenstein noch keinen Verband oder Verein gibt, dem Club Powerlifting Kennelbach in Österreich angehört. Trainiert wird mittlerweile jedoch meist zu Hause im Homegym. «Man braucht nur wenig Equipment, was mit ein Grund ist, weshalb mich der Sport so reizt. Daneben ist es sehr einfach seine Fortschritte zu überwachen – entweder man stemmt mehr Gewicht oder eben nicht», führt Bicker aus.


Mit seinen 42 Jahren gehört Bicker definitiv zu der «ältern Garde» in dieser Sportart, was natürlich auch Leistungsmässig eine Rolle spielt. «Klar, die jüngeren Athleten vertragen viel mehr Belastung und können sich schneller regenerieren. Man kann mehr, schwerer und länger trainieren als ich mit über 40», so Bicker, der zeitgleich aber darauf verweist, dass es durchaus auch ältere Athleten gibt, die in der Weltspitze mitmischen. «Grundsätzlich werden die Topathleten aber immer jünger.»

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Imp­res­sionen vom Wettkampf in Dornbirn. (Fotos: ZVG)

«Kraftsport tut jedem gut»

Das Hauptziel für den Triesner, der sonst einem normalen Bürojob nachgeht, verheiratet ist und einen Sohn und einen Hund hat, ist es daher nicht, sich an Wettkämpfen mit den jungen Athleten zu messen – obwohl er beim Bewerb in Dornbirn auch den ein oder anderen jüngeren Kraftdreikämpfer in die Schranken wies. In erster Linie geht es Bicker aber darum, sich selbst zu challengen und etwas für seine Gesundheit zu tun. «Die Stimmung an den Wettkämpfen ist für mich daher fast wichtiger als die Leistung», sagt er. Und weiter: «Ich möchte noch ein paar Jahre lang stärker werden und wenn es sich irgendwann mal anbietet vielleicht auch international starten. Primär möchte ich aber einfach dranbleiben und einen Ausgleich zum Arbeitsalltag schaffen.»


Und genau das ist auch die Mitteilung die der heimische Sportler jungen Athleten oder eigentlich jeder Person mit auf den Weg geben möchte: «Kraftsport tut jedem gut und man sollte sich um seinen Körper kümmern, denn man hat nur einen. Ich würde sagen, wenn man nur eine Sporart ausüben kann, dann sollte es definitiv Kraftsport sein.»
Womit wir wieder beim Thema Sport und Gesundheit sind. Denn so ziemlich jeder Profisportler dürfte in seiner Karriere bereits mit Kraftsport zu tun gehabt haben. «Ob Skifahrer, Fussballer, Sprinter, Leichtathleten oder Radfahrer. Alle machen Kraftsport und profitieren von mehr Kraft. Genau das gilt natürlich auch für den Kraftdreikampf.»


Weitere Informationen zur Sportart Kraftdreikampf gibt es auf www.lbfv.li oder unter www.powerlifiting-kennelbach.at

(mm)

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