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Detlev Schönberg hat viele Jahre Luxemburgs Nationalmannschaft als Trainer betreut. (Foto: MZ)
Sport
Liechtenstein|21.06.2018 (Aktualisiert am 22.06.18 11:50)

VBC Galina will doppelt profitieren

SCHAAN - Mit dem Projekt «Galina 2021» will der heimische Club VBC Galina einen neuen Weg einschlagen. Die Visionen: Ein NLA-Team mit vielen jungen Talenten aus der Region und nur einzelnen Profispielerinnen sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Erstligateam und den anderen FL-Clubs, um auch auf Nationalmannschaftsebene zu profitieren.

Detlev Schönberg hat viele Jahre Luxemburgs Nationalmannschaft als Trainer betreut. (Foto: MZ)

SCHAAN - Mit dem Projekt «Galina 2021» will der heimische Club VBC Galina einen neuen Weg einschlagen. Die Visionen: Ein NLA-Team mit vielen jungen Talenten aus der Region und nur einzelnen Profispielerinnen sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Erstligateam und den anderen FL-Clubs, um auch auf Nationalmannschaftsebene zu profitieren.

Selbstverständlich ist es nicht, dass Liechtenstein mit einem Frauenteam in der höchsten Schweizer Volleyball-Liga vertreten ist. Der Weg vor einem Jahr nach oben – trotz Platz 7 in der NLB – war sportlich gesehen sicherlich ein Erfolg. Und auch die Premierensaison in der NLA verlief in dieser Hinsicht zufriedenstellend. Ein Galina-Team, das allerdings fast nur mit ausländischen Profispielerinnen (9 an der Zahl) aufläuft, sei wie Galina-Präsident Philippe Schürmann sagt, mit Blick auf die Zukunft nicht zielführend. «Zum einen ist so etwas mit einem grossen finanziellen Aufwand verbunden, zum anderen kann sich die Liechtensteiner Bevölkerung nicht mit dem Team identifizieren.» Das NLA-Projekt in diesem Rahmen weiterzuführen, war daher keine Option – eine neue Lösung musste her.

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Im letzten NLA-Jahre liefen die Galina-Damen mit etlichen Profis auf - hier ein paar Imp­res­sionen. (Fotos: MZ)

Künftig nur noch drei Profis

Die Verantwortlichen des heimischen Clubs einigten sich aus diesem Grund darauf, das Projekt «Galina 2021» zu lancieren. Der Grundgedanke dahinter: In den kommenden Jahren ein NLA-Team aufzubauen, das zum einen konkurrenzfähig ist, zum anderen aber auch hauptsächlich mit Spielerinnen aus Liechtenstein und der Region bestückt ist. Und ein erster Schritt auf diesem Weg war die Neubesetzung des Trainerpostens mit dem Deutschen Detlev Schönberg, der seit September letzten Jahres auch als Coach des Frauen-Nationalteams fungiert.

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Ist die Neuausrichtung beim VBC Galina der richtige Weg?

Und dass es bei einer solchen Neuausrichtung unweigerlich auch zu einigen Spielerwechseln kommt, ist nachvollziehbar. Seit dem Ende der abgelaufenen Saison arbeiten Schürmann und Trainer Schönberg an der Zusammenstellung des Kaders. Künftig wird das NLA-Team lediglich auf drei Profispielerinnen zurückgreifen. Neben der Österreicherin Monika Chrtianska und der Finnin Eveliina Koljonen hofft man bei Galina auch, dass Thelma Gretarsdottir ihr Engagement im Fürstentum fortsetzt. «Eine fixe Zusage haben wir allerdings noch nicht, aber alle Anzeichen sprechen dafür», bestätigt Schönberg.

Neben diesen dreien bleiben mit Romina Schnyder und Mariah Mandelbaum zwei weitere Spielerinnen vom Kader aus der Vorsaison im Team. Neu dabei sind ab diesem Jahr Lara Gerber, Janina Florin, Alexandra Schaber und die Liechtensteinerin Michelle Tijkorte.

«Einige Spielerinnen besitzen ein Zweitspielrecht in der 1. Liga. Denn es ist möglich, dass es zu Beginn der Saison noch nicht reichen wird, um im NLA-Team dabei zu sein», klärt Schönberg auf. Gleiches gilt auch für die Österreicherin Michelle Meier und die beiden FL-Akteurinnen Chiara Bigger und Nina Ludwig. «Sie trainieren, wenn es geht mit dem NLA-Team, werden vorerst aber noch in der 1. Liga eingesetzt.»

Frauenteam Nationalliga A

Vertragliche Zusagen

  • Eveliina Koljonen (FIN), Jg. 1989, Zuspielerin
  • Monika Chrtianska (AUT), Jg. 1996, Annahme/Aussen
  • Alexandra Schaber (SUI), Jg. 1996, Mittelblock

Mündliche Zusage

  • Mariah Mandelbaum (USA/LIE), Jg. 1989,Libero/Zuspiel*
  • Romina Schnyder (SUI), Jg. 1999, Libero
  • Lara Gerber (SUI), Jg. 1998, Annahme/Aussen
  • Janina Florin (SUI), Jg. 2000, Mittelblock**
  • Michelle Tijkorte (LIE), Jg. 2000, Zuspiel**

Zusage noch ausstehend

  • Thelma Gretarsdottir (ISL), Jg. 1997, Diagonal
  • Simona Härtner (SUI), Jg. 1999, Mittelblock**

Bemerkung

Mit weiteren Spielerinnen steht man derzeit in Verhanlungen.
* = ist für die Kleinstaatenspiele
für Liechtenstein spielberechtigt.
** = Zweitspielrecht 1. Liga – kann sowohl in der NLA wie in der 1. Liga eingesetzt werden.

Eine «familiäre Atmosphäre»

Diese angedachte, engere Zusammenarbeit mit dem Erstligateam stellt eine weitere Neuerung dar. War das Niveau der bis letzte Saison in der 2. Liga spielenden Equipe zum NLA-Team noch zu gross, passe das wie Schönberg sagt nach dem Aufstieg ganz gut.

«Das Ziel ist auch, dass wir gleichzeitig trainieren. Die Spielerinnen sollen sich miteinander verstehen und auch voneinander profitieren. Ich glaube, damit stärken wir nicht nur die einzelnen Teams, sondern den ganzen Club.»

Detlev Schönberg

Es ist ein «Miteinander», eine «familiäre Atmosphäre», die man beim VBC Galina anstrebt. Und von eben diesem Miteinander soll langfristig gesehen auch die Liechtensteiner Nationalmannschaft profitieren, die das Gros der Erstligamannschaft bildet. «Die jungen Liechtensteiner Talente sollen nach und nach ans NLA-Team herangeführt werden. Da diese Spielerinnen dann ja auch im Nationalteam dabei sind, können wir so das Niveau steigern», erklärt Schönberg.

Das Zweitliga-Damenteam meisterte die abgelaufenen Saison exzellent

Bleibt noch die Frage, wie das ganze Projekt finanziert wird. Die Aufwände für den Club belaufen sich gesamthaft auf gut eine halbe Million Franken jährlich, wie Schürmann sagt. Gut zwei Drittel davon werde für das NLA-Team ausgegeben. Da der letztjährige Hauptsponsor dem NLA-Team lediglich für ein Jahr die finanzielle Unterstützung zugesichert hat, befinde man sich nun intensiv auf Sponsorensuche.

«Derzeit sind etwa zwei Drittel der Kosten für das NLA-Team abgedeckt. Wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen und hoffen, dass wir durch den neu eingeschlagenen Weg auch weitere Sponsoren aquirieren können», hält Schürmann fest und sagte weiter: «Das Ziel ist nicht den Grosssponsor zu finden, sondern dieses Projekt landesweit und von vielen Gönnern und Sponsoren absichern zu lassen.»

Den ganzen Bericht gibt es in der "Volksblatt"-Ausgabe von Donnerstag, 21. Juni 2018

(mm)

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