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Stjepan Kukuruzovic und Vaduz brauchen in Lugano ein Erfolgserlebnis. (Foto: MZ)
Sport
Liechtenstein|20.05.2017

Nervenspiel im Cornaredo

LUGANO - Der Abstieg schwebt wie ein Damoklesschwert über dem FC Vaduz – und am heutigen Tag könnte es die Liechtensteiner treffen. Um das zu verhindern, muss der FCV in Lugano mindestens gleich viele Punkte einfahren wie Lausanne.

Stjepan Kukuruzovic und Vaduz brauchen in Lugano ein Erfolgserlebnis. (Foto: MZ)

LUGANO - Der Abstieg schwebt wie ein Damoklesschwert über dem FC Vaduz – und am heutigen Tag könnte es die Liechtensteiner treffen. Um das zu verhindern, muss der FCV in Lugano mindestens gleich viele Punkte einfahren wie Lausanne.

Es wird wohl einige Minuten nach 19.30 Uhr sein, wenn die Partie Lausanne – Thun abgepfiffen wird. Spätestens dann weiss der FC Vaduz, was er zu tun hat. Klar, Trainer Roland Vrabec sagt vor dem Auswärtsspiel in Lugano: «Wir wollen das Spiel im Cornaredo gewinnen, egal was passiert.» Dennoch wird das Resultat von Direktkonkurrent Lausanne grossen Einfluss auf die Vaduzer haben, deren Partie im Südtessin erst um 20 Uhr beginnt. Die Ausgangslage ist klar: Egal was Lausanne im Heimspiel gegen Thun macht, der FCV muss mindestens gleichwertig nachziehen. Der Tabellenletzte kann es sich nicht leisten, weniger Zähler einzufahren – denn auch im Fall eines Remis von Lausanne und einer Vaduzer Niederlage würde der Rückstand auf Platz neun schon sechs Zähler betragen. Diese könnten die Liechtensteiner zwar theoretisch noch aufholen, allerdings macht ihnen dann ihr katastrophales Torverhältnis einen Strich durch die Rechnung.

YB-Spiel und Statistik als Moralspritze

Trainer Vrabec spricht deshalb vor dem «sehr, sehr, sehr wichtigen Spiel» im Cornaredo von einem «genauen Abwägen», wie seine Mannschaft gegen den Tabellenvierten auftreten soll. Er verneint nicht, dass Vieles vom Ergebnis des Direktkonkurrenten abhängt: «Je nachdem müssen wir das Spiel dann so angehen, dass wir nicht ins offene Messer laufen – oder dass wir dann kontrolliert in die Offensive gehen.»
In jedem Fall gilt: Der FC Vaduz muss heute starke Nerven beweisen. Ein Fehltritt kann den Residenzlern die Zugehörigkeit in der obersten Liga kosten. Im aus Vaduzer Sicht schlimmsten Fall könnte heute alles vorbei sein. Angesprochen hat Vrabec diesen Super-GAU in der Vorbereitung auf das Lugano-Spiel aber nicht, wie er sagt: «Natürlich wissen wir, um was es geht. Doch wir fokussieren uns jetzt einfach darauf, dass wir in Lugano unseren Job machen.»

Dass man den FC Vaduz trotz des Fünf-Punkte-Rückstands drei Runden vor Schluss noch nicht abschreiben darf, dafür spricht etwa der grosse Kampfgeist der Mannschaft. Dass die Moral trotz einer aufwühlenden und nervenaufreibenden Rückrunde noch immer intakt ist, bewies der FCV am Mittwoch mit dem 1:0-Heimsieg gegen die Young Boys. Ein Erfolgserlebnis, das gerade noch rechtzeitig kam. «Das Team war erleichtert, dass es weiterhin im Rennen um den Ligaerhalt ist. Das war dann auch im Training deutlich spürbar», gibt Vrabec zu.

Moralisch wertvoll wird für die Vaduzer Akteure auch das Wissen sein, dass in dieser Saison noch kein einziges Duell mit Lugano verloren ging. Das Spiel der Südtessiner ist dem FCV immer gelegen, im letzten November feierte Vaduz im Rheinpark-Stadion beim 5:1 gar seinen höchsten Sieg auf Super-League-Stufe. Dass war allerdings noch bevor Lugano-Trainer Paolo Tramezzani und Ex-FCV-Knipser Armando Sadiku verpflichtete – und zum Höhenflug bis in die Europa-League-Gefilde ansetzte (siehe Text Seite 19).

Ausfälle im dümmsten Moment

Alles andere als rosig sieht die personelle Situation beim FC Vaduz aus. Zur sportlich prekären Situation gesellten sich in den letzten Wochen und Tagen auch noch gewichtige Ausfälle. Die neusten Namen auf der langen Verletztenliste: Nicolas Hasler, bei dem mittlerweile sogar an zwei Stellen ein Muskelfaserriss in der Bauchmuskulatur festgestellt worden ist, und Philipp Muntwiler, der mit Problemen in Oberschenkel und Knie kämpft. Während für Hasler die Saison gelaufen ist, bezeichnet Vrabec einen Einsatz von Muntwiler in Lugano ebenfalls als «unwahrscheinlich». Fit sein dürfte hingegen Gonzalo Zarate, dessen leichte Schulterbeschwerden ihn wohl nicht am Aufgebot für das heutige Spiel hindern.
Da Muntwiler und Hasler im zentralen Mittelfeld fehlen, könnten wieder Thomas Konrad, Diego Ciccone und Caleb Stanko auf einer Linie auflaufen. Das Experiment hat am Mittwoch gegen YB ja gut und erfolgreich funktioniert.

(mp)

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