Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Muntwiler (Mitte) macht es hier vor: Der FCV muss in den letzten Partien «kämpfen und Punkte einfahren – egal wie», wie Kapitän Grippo das zuletzt forderte. (Foto: MZ)
Sport
Liechtenstein|17.05.2017

Augen zu und durch - FCV vor dem Endspurt

VADUZ - Der FC Vaduz kämpft in den letzten vier Runden ums nackte Überleben in der Super League. Jeder weitere Fehltritt könnte am Ende zur Konsequenz haben, dass der Abstieg besiegelt ist. Heute muss er erstmals in dieser Saison YB schlagen (20 Uhr, Liveticker auf "Volksblatt.li").

Muntwiler (Mitte) macht es hier vor: Der FCV muss in den letzten Partien «kämpfen und Punkte einfahren – egal wie», wie Kapitän Grippo das zuletzt forderte. (Foto: MZ)

VADUZ - Der FC Vaduz kämpft in den letzten vier Runden ums nackte Überleben in der Super League. Jeder weitere Fehltritt könnte am Ende zur Konsequenz haben, dass der Abstieg besiegelt ist. Heute muss er erstmals in dieser Saison YB schlagen (20 Uhr, Liveticker auf "Volksblatt.li").

Seit 56 Tagen ist Roland Vrabec nun im Amt. Und objektiv betrachtet, muss gesagt werden: Den Turnaround hat der Nachfolger von Trainer Giorgio Contini im Abstiegskampf nicht geschafft. Die Gründe dafür wurden in den letzten Wochen zuhauf diskutiert: Da war viel Unvermögen der Mannschaft dabei, viele Eigenfehler, auch viel Pech – und zudem einige umstrittene Schiedsrichterentscheide. Den Vorwurf, dass der FCV seit der Ankunft des neuen Trainers nicht ausreichend Kampfgeist und Moral an den Tag legte, darf man Vrabec aber nicht machen. Im Gegenteil: Der FCV spielte sogar oft ansprechend und stand nach schweren Niederlagen immer wieder auf.

Es sind die viel zu häufig auftretenden individuellen Fehler, die den FCV Punkte kosten – und nicht zuletzt die frappante Heimschwäche. Auch Vrabec selbst sparte zuletzt nicht mit Kritik. Nach den Partien gegen GC (2:4) und St. Gallen (0:2) war der 43-Jährige sichtlich verärgert. An der gestrigen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die Young Boys bekräftigte er seine Sichtweise noch einmal: «Wir scheitern derzeit an unserem eigenen Unvermögen und an unserer Fahrlässigkeit.» Konkret wird er, indem er sagt: «Wenn man alleine die letzten vier Gegentore anschaut: Das ist keine Art und Weise, wie man auf diesem Niveau verteidigt.» Jene unnötigen Gegentreffer hatten Vaduz gegen GC und St. Gallen in der Tat enorm wertvolle Punkte gekostet – und das sind nur die jüngsten zwei Beispiele.

Kritik ja, aber nicht nur «draufhauen»

Vrabec erklärt auch, er habe gewusst, dass «wir sehr hart kämpfen müssen, um in dieser Liga zu bleiben». Dass der FCV aber immer wieder an sich selbst scheitert, habe er «so in dieser Art nicht erwartet».
Auf die Frage, wie er nun in dieser entscheidenden und heiklen Phase des Abstiegskampfs mit dem Team umgehe, antwortete Vrabec so: «Die einzelnen Spieler sind da ganz verschieden. Man muss sie teilweise hart anpacken und kritisieren, aber dann auch wieder streicheln und loben. Es braucht einen Mix davon.» Gleichzeitig betont er: «Die Jungs haben in letzter Zeit ja immer wieder gezeigt, dass sie gut spielen können. Es gibt also keinen Grund, nur draufzuhauen.»

Vrabecs Ärger nach den letzten Partien wird für einzelne Akteure trotzdem Konsequenzen haben. Das zumindest kündigte der Vaduzer Cheftrainer schon Minuten nach dem Abpfiff in St. Gallen an – und er wiederholte es gestern noch einmal. «Ich werde nicht sagen, was ich ändere. Aber ich werde etwas verändern», gab sich der Frankfurter wie meistens bedeckt. Dazu kommt: Alleine wegen der zwei englischen Wochen – mit dem heutigen Spiel gegen YB und dem Cupfinale nächsten Mittwoch gegen den USV Eschen/Mauren – wird eine Rotation innerhalb des Teams ohnehin nötig sein.

Die personellen Ressourcen für den Überlebenskampf in den letzten vier Runden sind knapp. Vrabec kann auf 18 Feldspieler zurückgreifen, wobei sich mit Matthias Strohmaier und Yones Felfel zwei Akteure erst im Aufbau befinden. Für das heutige Duell mit den zweitplatzierten Young Boys ist es gar noch ein Mann weniger, weil Marco Mathys aufgrund seiner vierten Gelben Karte eine Sperre absitzen muss.

Der Druck ist riesig

Der FC Vaduz muss heute das schaffen, was ihm in dieser Saison in drei Anläufen noch nie gelang: Er muss den hochfavorisierten Widersacher aus Bern schlagen. Und er muss auch mit der Drucksituation umgehen können, das jeder weitere Fehltritt letztlich den Abstieg in die Challenge League bedeuten könnte.
Verliert Vaduz heute erneut, würde der Rückstand auf den Direktkonkurrent drei Runden vor Schluss je nach Ergebnis der Westschweizer fünf, sechs oder acht Punkte betragen. Schon jetzt braucht die Elf von Vrabec ein kleines Wunder in Form einer fulminanten Aufholjagd in extremis, um erstklassig zu bleiben.

Vrabec selbst schaut erst einmal nur auf den ersten der letzten vier Gegner: «Abgesehen von Fleiss und Engagement, die das Team zuletzt immer zeigte, braucht es endlich auch einmal das nötige Matchglück.» Im ersten Duell mit YB in dieser Rückrunde hatte genau dies dem FCV gefehlt – er verlor im Berner Stade de Suisse trotz 2:1-Führung bis zur 92. Minute noch mit 2:3.

Lausanne trifft im Endspurt auf dieselben vier Gegner wie Vaduz. Nur: Die auf dem Papier stärksten Gegner (Lugano und YB) warten erst ganz am Ende. Also dann, wenn möglicherweise schon alles entschieden ist. Derzeit spricht nicht viel dafür, dass Liechtenstein in der kommenden Saison noch in der Super Lea-gue vertreten ist. Jetzt liegt es an den Spielern des FC Vaduz, das Gegenteil zu beweisen. Sie müssen sich dem grossen Kampf stellen. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Mittwoch (17.05.2017).

(mp)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Sport
Liechtenstein|vor 1 Stunde (Aktualisiert vor 19 Minuten)
Wohlwend in der vierten Startreihe