Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Sylvie Zünd arbeitet sich nach langer Verletzungspause zurück. (Foto: M. Zanghellini)
Sport
Liechtenstein|23.03.2018 (Aktualisiert am 23.03.18 12:24)

Nachwuchstalent Zünd will Verpasstes nachholen

BALZERS - Sylvie Zünd sucht 2018 vor allem eines: Matchpraxis. Nach der aufgrund von einer Schienbeinverletzung schwierigen letzten Saison kämpft sich die 17-Jährige zurück – und lässt immer wieder ihr Potenzial aufblitzen.

Sylvie Zünd arbeitet sich nach langer Verletzungspause zurück. (Foto: M. Zanghellini)

BALZERS - Sylvie Zünd sucht 2018 vor allem eines: Matchpraxis. Nach der aufgrund von einer Schienbeinverletzung schwierigen letzten Saison kämpft sich die 17-Jährige zurück – und lässt immer wieder ihr Potenzial aufblitzen.

Eine Stressfraktur im Schienbein hatte Sylvie Zünd im letzten Jahr aus der Bahn geworfen. Der Ermüdungsbruch, der erstmals im Dezember 2016 diagnostiziert worden war, machte sich in Form einer Entzündung erneut bemerkbar – mit der Konsequenz, dass die Athletin des Liechtensteiner Tennisverbands auch für die Kleinstaatenspiele in San Marino passen musste.
Statt wichtige Erfahrungen auf Juniorenstufe sammeln zu können, wartete auf sie eine langwierige Rehabilitationsphase. Erst im Oktober letzten Jahres gab Zünd ihr Comeback auf internationaler Ebene. Das Dornbirn Open schien allein aufgrund der geografischen Nähe zur Heimat ideal als Wiedereinstiegsturnier. Zudem stellte es als Grade-5-Bewerb, der untersten Stufe in der ITF-Nachwuchs-Tour, in sportlicher Hinsicht nicht gerade eine Herkulesaufgabe dar. Zünds Rückkehr verlief dann auch sehr erfolgreich – erst im Halbfinale und nach einem Drei-Satz-Kampf musste sie sich geschlagen geben. Seither verfolgt die Balznerin in erster Linie ein Ziel: Sie möchte Verpasstes aufholen, sprich: So viele Matches wie möglich spielen.

«Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch in die Top 300 oder sogar unter die besten 200 Juniorinnen kommen kann."

Sylvie Zünd (17)

«Was ihr Spiel angeht, kann sie es weit bringen. Aber dafür braucht sie viele Partien», sagt LTV-Trainer Stefan Lochbihler. Zünd weiss das, sie bekräftigt: neue Erfahrungen seien im Moment das Wichtigste. Nur so könne sie ihre grossen Ziele in absehbarer Zeit erreichen. Zünd träumt von einer Teilnahme an einem Junioren-Grand-Slam-Turnier, später will sie sich auf der Profi-Tour etablieren. Die Realität verliert sie dabei allerdings nicht aus den Augen. Ihre Ziele sind zwar hochgesteckt, aber nicht so hoch, dass sie unerreichbar würden.
Die Junior-Grand-Slams seien 2018 wohl nicht mehr zu schaffen, hält Zünd fest. Sie macht sich nichts vor. Der Rückstand aufgrund der letztjährigen Verletzung sei für solche Vorhaben aller Voraussicht nach noch zu gross. Realistische Zwischenschritte scheinen ihr weitaus sympathischer. «Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch in die Top 300 oder sogar unter die besten 200 Juniorinnen kommen kann», sagt die 17-Jährige, die aktuell noch Rang 765 belegt.

Möglich ist ein solcher Vorstoss durchaus. Etwa dann, wenn sie ähnlich kompromisslos spielt wie zuletzt in Cadolzburg bei den Bayrischen Junioren-Meisterschaften (Grade 4), bei denen sie ihr Ziel, die Quali zu überstehen, mit dem Finalvorstoss weitaus übertraf. «Ich war frei im Kopf, habe nicht viel nachgedacht – einfach nur gut gespielt», sagt Zünd rückblickend.
Solche Auftritte würde Trainer Lochbihler gerne noch mehr sehen in dieser Saison. Der Österreicher traut der LTV-Nachwuchshoffnung viel zu, attestiert ihr eine «sehr positive Entwicklung». Er sagt aber auch: «Was ihr momentan noch fehlt, ist die Konstanz. Diese braucht sie, damit sie gegen schlechter klassierte Spielerinnen auch wirklich jedes Mal gewinnt.»

"Was ihr momentan noch fehlt, ist die Konstanz. Diese braucht sie, damit sie gegen schlechter klassierte Spielerinnen auch wirklich jedes Mal gewinnt."

Stefan Lochbihler, Verbandstrainer
Zünd peilt die 15'000er-Turniere an. (Foto: MZ)

Nebst dem erfolgreichen Abstecher nach Bayern gab es in den letzten Monaten eben auch Reisen, auf denen Zünd Lehrgeld bezahlte. Beispielsweise bei Turnieren, in denen sie schon in der Qualifikation scheiterte oder im Hauptfeld früh ausschied, wie zuletzt auf Malta, beim U18 World Ranking Tournament, auf Grade-4-Level. Zünd weiss auch hierbei ihre Leistung einzuordnen: «Im Normalfall hätte ich die Startpartie gewinnen müssen. Aber in diesem Spiel dachte ich wieder viel zu viel nach. Hinzu kam, dass es in diesem Jahr mein erstes Turnier im Freien war. Ich hatte Mühe mit dem Wind.»

Zünds nächste Herausforderungen finden ebenfalls outdoor statt, allerdings nicht wie zuletzt auf Malta auf Hartbelag, sondern auf Sand. Florenz und ein Bewerb in Tunesien stehen an, wobei der Stärkegrad der Konkurrenz noch einmal höher als bis anhin sein wird. Lochbihler lässt sich davon aber nicht beunruhigen. Er sagt: «Sylvie ist gut vorbereitet.»
Der Verbandscoach deutet zudem an, dass sich je nach Leistungen schon in diesem Jahr Planänderungen ergeben könnten: «Wir haben abgemacht, dass wir im Juli schauen, wo sie steht. Dann wäre möglich, dass sie sich im Damen-Tennis an Future-Turniere heranwagt.» Das würde heissen, dass Sylvie Zünd ab Sommer hie und da bei 15 000er-Bewerben anzutreffen wäre. Also eine Stufe unter den mit 25 000 Dollar dotierten Wettkämpfen, die die Vaduzer Profispielerin Kathinka von Deichmann zumeist ins Auge fasst.

Zünd, die neben dem Tennis einmal pro Woche auch noch eine Englisch-Schule besucht, strebt einen ähnlichen Aufstieg wie die elffache ITF-Turniersiegerin von Deichmann an. Den Kontakt und die sich immer wieder mal ergebenden Übungseinheiten mit der 23-jährigen Berufsspielerin schätze sie sehr, betont Zünd: «Mit Kathinka zu trainieren, macht grossen Spass und es bringt mir enorm viel.»

Kommentare


Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen

Senden
(mp)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Sport
Liechtenstein|vor 47 Minuten
«Wollen es nach 90 Minuten entscheiden»
Volksblatt Werbung