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Katja Gey, Leiterin der Stabsstelle für internationale Finanzplatzagenden. (Foto: Nils Vollmar)
Politik
Liechtenstein|26.02.2014 (Aktualisiert am 26.02.14 09:35)

Gey: «Standort wird als stark empfunden»

VADUZ - Mit dem Bekenntnis der Regierung zum automatischen Informationsaustausch hat Liechtenstein aus Sicht von SIFA-Leiterin Katja Gey international positiv positioniert. Als Standort sei der inländische Finanzplatz unverändert attraktiv.

Katja Gey, Leiterin der Stabsstelle für internationale Finanzplatzagenden. (Foto: Nils Vollmar)

VADUZ - Mit dem Bekenntnis der Regierung zum automatischen Informationsaustausch hat Liechtenstein aus Sicht von SIFA-Leiterin Katja Gey international positiv positioniert. Als Standort sei der inländische Finanzplatz unverändert attraktiv.

In einer Regierungserklärung vom November 2013 hat sich Liechtenstein zum automatischen Informationsaustausch als zukünftigem Standard bekannt. Ein Schritt, der das Image des Landes gestärkt habe, bilanziert Katja Gey als Leiterin der Stabsstelle für internationale Finanzplatzagenden (SIFA) einige Monate später im Interview mit dem «Volksblatt»: Sowohl in den wichtigen Organisationen wie auch in Partnerstaaten und bei Kunden sei die Erklärung «gut angekommen». Das habe Liechtenstein auch eine gute Basis für Gespräche über Doppelbesteuerungsabkommen und die Regelung von Altlasten verschafft, zeigt sich Gey überzeugt. Eine Bereinigung der Vergangenheit sei auch für die Partnerstaaten sinnvoll.
«Kein vorauseilender Gehorsam»
Kritik am von der Regierung eingeschlagenen Weg kann sie nicht nachvollziehen: «Ich glaube, es ist schon seit vielen Jahren klar, dass Nicht-Kooperation mit dem Ausland und die Verweigerung von Informationen gerade im Steuerbereich keine Standortvorteile sind und keine Basis für ein nachhaltiges Geschäftsmodell sein können.» Die seit einigen Jahren verfolgte Finanzplatzpolitik sei «kein vorauseilender Gehorsam», bekräftigt Gey: «Sie ist ein aktives Antizipieren vorhersehbarer Entwicklungen.» Gerade, weil Liechtenstein auf diese Entwicklungen frühzeitig reagiert habe habe, werde der Finanzplatz heute als stark und wettbewerbsfähig wahrgenommen. Zudem könne das Land gerade angesichts der Instabilität in vielen Regionen der Welt mit zahlreichen Standortvorteilen jenseits des Bankgeheimnisses auftrumpfen.

Entwicklungen antizipieren

Durch das Bekenntnis zum automatischen Informationsaustausch konnte sich Liechtenstein bei der Ausarbeitung des OECD-Standards beteiligen, der vergangene Woche veröffentlicht wurde. Natürlich seien die Einflussmöglichkeiten als Nicht-OECD-Mitglied beschränkt, räumt Katja Gey ein: «Ich möchte aber betonen, dass aktives Gestalten auch bedeutet, nicht von neuen Entwicklungen überrascht zu werden, sondern frühzeitig intern die richtigen Massnahmen zu setzen.» Inhaltlich orientiere sich der OECD-Standard am FATCA-Abkommen mit den USA, das mittlerweile ausgehandelt sei. Die SIFA-Leiterin geht davon aus, dass der Vertrag und die Umsetzungsgesetzgebung für FATCA noch in diesem Jahr dem Landtag vorgelegt werden können.

OECD würdigt Anstrengungen
Im aktuellen Magazin des Bankenverbands würdigt OECD-Steuerchef Pascal Saint-Amans die Anstrengungen Liechtensteins und Katja Geys im Besonderen. Das Land habe gezeigt, dass es ernsthaft gegen Steuerhinterziehung vorgehen wolle, sagt Saint-Amans im Interview: «Liechtenstein hat eine sehr konstruktive und einflussreiche Rolle gespielt, besonders dank dem persönlichen Engagement von Katja Gey, die von den anderen Delegierten respektiert und geschätzt wird.»

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Mittwoch (26. Februar 2014).

(mh)

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