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(Archivfoto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|23.11.2022 (Aktualisiert am 23.11.22 14:16)

"Mühle" in Vaduz wird definitiv abgerissen

VADUZ - Der ehemalige Landgasthof Mühle in Vaduz wird nicht verkauft. Der Gemeinderat entschied am Dienstag, den vor mehr als zwei Jahren einstimmig beschlossenen Rückbau der Liegenschaft nun endgültig in die Wege zu leiten.

(Archivfoto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Der ehemalige Landgasthof Mühle in Vaduz wird nicht verkauft. Der Gemeinderat entschied am Dienstag, den vor mehr als zwei Jahren einstimmig beschlossenen Rückbau der Liegenschaft nun endgültig in die Wege zu leiten.

"Der Antrag der VU-Fraktion betreffend der Einsetzung einer Arbeitsgruppe, um die Angebote der IG Mühle sowie der Vaduzer Medienhaus AG zu prüfen, wurde vom Gemeinderat abgelehnt." Das teilt die Gemeinde in einer Aussendung von Mittwoch mit. Ein Antrag von FBP-Gemeinderat Philip Thöny, der den Bürgermeister beauftragt der IG Mühle sowie dem Vaduzer Medienhaus mitzuteilen, dass der Gemeinderat am Rückbau des Landgasthofs gemäss Beschluss vom 18. August 2020 festhält, sei indes angenommen worden.

Die Bauverwaltung der Gemeinde Vaduz werde nun beauftragt, die für den Rückbau notwendigen Massnahmen in die Wege zu leiten. Dafür seien entsprechende Ausschreibungen, Auftragsvergaben, der Rückbau der Liegenschaft sowie Umgebungsarbeiten notwendig. Mit der Umsetzung aller Arbeiten wird gemäss Mitteilung bis Mitte 2023 gerechnet.

Vom einstimmigen Beschluss zum Politikum

Den Beschluss, die Mühle abzureissen hatte der Vaduzer Gemeinderat vor mehr als zwei Jahren einstimmig gefällt. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass eine Sanierung unwirtschaftlich und eine Verpachtung aussichtslos wäre. Nachdem Machbarkeitsstudien und die Ergebnisse einer Einwohnerbefragung vorlagen, entschied man sich daher, dass auf dem Areal eine Grünfläche entstehen soll.

Plötzlich formierte sich jedoch Widerstand. Der Interessensbewegung für den Erhalt der Mühle schlossen sich prominente Gesichter aus der Politik an. Darunter Altbürgermeister Karlheinz Ospelt wie auch dessen Ehefrau und amtierende VU-Gemeinderätin Daniela Ospelt-Pedrini, die kurz zuvor noch für den Abriss gestimmt hatte.

Ein Rückkommensantrag der VU im Gemeinderat scheiterte genauso wie die Unterschriftensammlung für ein von einer Anwohnerin angeführtes Referendum. In der Folge zog die Anwohnerin den Fall durch alle gerichtlichen Instanzen. Mittlerweile ist diese juristische Posse rund um demokratische Spielregeln abgeschlossen, womit dem Abriss der Mühle gemäss Gemeinderatsbeschluss im Prinzip nichts mehr im Wege stand.

Die VU machte sich im Gemeinderat zuletzt jedoch mehrfach für einen Verkauf der Liegenschaft stark. Interesse hatten eine Gruppe um Altbürgermeister Karlheinz Ospelt sowie das Vaduzer Medienhaus angemeldet. Am Dienstag hat der Gemeinderat nun seine definitive Absage erteilt. Mehr als zwei Jahre nach dem einst einstimmigen Beschluss kann die Mühle nun abgerissen werden.

Verkauf war keine Option

Dass überhaupt ein Verkauf in Betracht gezogen werden könnte, erschien ohnehin von Anfang an fraglich, zumal der Gemeinderat damit die eigene Raumplanung torpediert hätte.

Die Gemeinde hatte die Liegenschaft erst 2018 erworben. «Im Rahmen des vorsorglichen Landerwerbes und zur Arrondierung mit dem südlichen Nachbargrundstück», hiess es dazu in einer Medienmitteilung. Mit anderen Worten: Das zentral gelegene Grundstück im stark wachsenden Quartier Mühleholz sollte für die öffentliche Nutzung gesichert werden.

(red/pd)

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