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Bildungsministerin Dominique Hasler. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|21.09.2022 (Aktualisiert am 21.09.22 12:15)

Regierung will höheren Staatsbeitrag für Uni Liechtenstein

VADUZ - Die Regierung beantragt beim Landtag eine Erhöhung des Staatsbeitrages für die Uni Liechtenstein um 750'000 Franken im Jahr 2023 und um 900'000 Franken in den Jahren 2024 und 2025. Demnach soll sich der Staatsbeitag im Jahr 2025 auf neu 16,2 Millionen Franken belaufen.

Bildungsministerin Dominique Hasler. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Die Regierung beantragt beim Landtag eine Erhöhung des Staatsbeitrages für die Uni Liechtenstein um 750'000 Franken im Jahr 2023 und um 900'000 Franken in den Jahren 2024 und 2025. Demnach soll sich der Staatsbeitag im Jahr 2025 auf neu 16,2 Millionen Franken belaufen.

Für die Jahre 2020 bis 2022 erhielt die Uni Liechtenstein einen jährlichen Staatsbeitrag von 15,75 Millionen Franken. Der diesbezügliche Finanzbeschluss des Landtages läuft Ende dieses Jahres aus. Für die nachfolgende Finanzierungsperiode beantragt die Regierung beim Landtag nun einen Staatsbeitrag von 16,05 Mio. Franken für das Jahr 2023 und 16,2 Mio. Franken für die Jahre 2024 und 2025. Dies entspricht einer Steigerung von 750'000 im ersten sowie 900'000 im zweiten und dritten Jahr der Finanzierungsperiode im Vergleich zum diesjährigen Staatsbeitrag.

"Hauptgründe für die moderat gestiegenen Aufwendungen sind unter anderem die Ausgaben für systematische Lohnanpassungen, für den Ausbau des Weiterbildungsangebots sowie die Stärkung der IT-Infrastruktur. Ausserdem soll der Beitrag für die Äufnung des Forschungsförderungsfonds unverändert bei einer CHF 1 Mio. pro Jahr belassen werden", schreibt die Regierung in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Langfristig erfolgreich mit massgeschneidertem Angebot

Der Universität komme gerade im wirtschaftlichen, sozialen als auch im nachhaltigen Bereich eine besondere Rolle zu. Als der Gesetzgeber vor elf Jahren die Grundlagen für die einzig staatliche Universität in Liechtenstein geschaffen hatte, legte er die spezialisierte Ausrichtung bereits fest, konkret in den Bereichen Architektur und Wirtschaftswissenschaften. "Heute werden in den konsekutiven Studiengängen hoch qualifizierte Fachkräfte in diesen Gebieten ausgebildet, wovon zwei von drei Absolventen in der Region bleiben. In Weiterbildungsstudiengängen, Tagungen, Konferenzen und Seminaren erhalten Fachkräfte Impulse und landesspezifische Kompetenzen für den Arbeitsalltag. Damit leistet die Universität nicht nur einen massgeblichen Beitrag gegen den Fachkräftemangel, sondern sorgt auch für auf Liechtenstein zugeschnittene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten", schreibt die Regierung.

Wieder Kontinuität, Verlässlichkeit und Stabilität im Rektorat erreichen

Der in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossene Akkreditierungsprozess durch die schweizerische Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung AAQ bestätige, dass die Qualitätssicherungsprozesse und -strukturen der Universität Liechtenstein hoch sind. Ausserdem könne die Universität ein hochqualitatives und fokussiertes Lehrangebot im Rahmen der Eignerstrategie aufweisen.

Im Rahmen der Akkreditierung äusserten die AAQ-Experten allerdings auch Kritik an der Governance der Uni Liechtenstein und empfahlen, dass Land und Universität diesbezüglich über die Bücher gehen sollen.

Die Regierung hat gemäss Mitteilung daher eine "externe Sonderprüfung" in Auftrag gegeben. Diese zeige auf, dass die Governance der Universität dem "state of the art" von Hochschulen entspreche und die Ziele des Transformationsprojekts kohärent sind. "Es entspricht einer realistischen Erwartung, dass die Attraktivität der Universität Liechtenstein mit dieser Strategie gesteigert und ihre Position dadurch gestärkt werden kann", schreiben die Prüfer laut Regierung.

Mit Blick auf den Erfolg des Transformationsprojektes werde es jedoch zentral sein, wieder Kontinuität, Verlässlichkeit und Stabilität im Rektorat zu erreichen. "Die kürzlich ernannten Deans und ihre Stellvertreter/innen werden zentrale Akteure hinsichtlich einer erfolgversprechenden Transformation der Universität Liechtenstein sein", zitiert die Regierung die Prüfer weiter.

Mehrwert für die Wirtschaft und Gesellschaft Liechtensteins

Wie aus dem Leistungsbericht der Universität für die vergangene Finanzierungsperiode hervorgehe, habe die Universität auch durch zahlreiche Partnerschaften einen Mehrwert für die lokale Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen. "So wurden zahlreiche Wissens- und Technologie-Transferprojekte mit lokalen und regionalen Partnern durchgeführt, welche konkrete Problemstellungen adressiert und Lösungen aufgezeigt haben. Dadurch wird das vorhandene Wissen aus Lehre und Forschung nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis eingesetzt und kommt Wirtschaft und Gesellschaft zugute. Gleichzeitig trägt die Universität als Partnerin in zahlreichen internationalen Hochschulorganisationen sowie durch Publikationen zur positiven Reputation des Landes bei", schreibt die Regierung.

Die Universität Liechtenstein fördere das Bewusstsein sowie wissenschaftliche und praxisrelevante Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit wie auch zum verantwortungsvollen Handeln. Damit sei sie ein gewichtiger Treiber für den nachhaltigen Wandel und leistet einen Beitrag zur faktischen Verwirklichung der sozialen, ökonomischen sowie ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Liechtenstein.

Bildungsministerin Hasler: "Investition lohnt sich dreifach"

"Die Universität Liechtenstein ist noch jung, kann aber bereits wichtige Entwicklungsschritte vorweisen. Mit der institutionellen Akkreditierung hat sie bewiesen, dass die Qualität der Lehre und Forschung internationalen Standards entspricht", wird Bildungsministerin Dominique Hasler in der Mitteilung zitiert.

Die Berichte der externen Experten würden aufzeigen, dass die nötigen Grundlagen für eine weitere erfolgreiche Entwicklung der Universität geschaffen worden seien. Gleichzeitig habe die Universität wie jede andere sich entwickelnde Institution weiter einen herausfordernden Weg vor sich, da sie sich in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld behaupten muss. "Wie aber die Sonderprüfung zeigt, kann mit der vorhandenen Strategie die Position der Universität Liechtenstein als spezialisierte und fokussierte Universität im hoch kompetitiven Markt gestärkt werden", so Hasler.

Weiter wird die Ministerin wie folgt zitiert: "Investitionen in die Bildung lohnen sich für das Land in dreifacher Hinsicht: Einerseits festigen wir unsere einzige Ressource, indem wir hochwertige Bildung mit lokalem Fokus anbieten. Gleichzeitig stärken wir unseren Wirtschaftsstandort, indem wir ihm gut ausgebildete Fachkräfte zuführen. Und nicht zuletzt leistet die Universität durch Projekte und Denkanstösse, welche sich aus der Lehre und Forschung ergeben, einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag."

(red/ikr)

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