Öl und Gas sollen bei neuen Heizungen nicht mehr zum Einsatz kommen. (Symbolfoto: Shutterstock)
Politik
Liechtenstein|11.05.2022 (Aktualisiert am 11.05.22 12:52)

Regierung will mit Öl- und Gasheizungen Schluss machen

VADUZ - Die Regierung nimmt den Umstieg auf umweltschonende Heizsysteme in Angriff und schickt einen Gesetzesentwurf in Vernehmlassung. Bei neu verbauten Heizungen soll kein Öl oder Gas verwendet werden, zudem gibt es für Neubauten eine Pflicht zur Photovoltaik.

Öl und Gas sollen bei neuen Heizungen nicht mehr zum Einsatz kommen. (Symbolfoto: Shutterstock)

VADUZ - Die Regierung nimmt den Umstieg auf umweltschonende Heizsysteme in Angriff und schickt einen Gesetzesentwurf in Vernehmlassung. Bei neu verbauten Heizungen soll kein Öl oder Gas verwendet werden, zudem gibt es für Neubauten eine Pflicht zur Photovoltaik.

Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni liess es bereits vergangene Woche im Landtag durchblicken, die Regierung plant ein Verbot von Öl- und Gasheizungen sowie eine Pflicht zu Photovoltaikanlagen. Konkret soll dies für Neubauten und bei einem Heizungsersatz gelten.

Gesetzesentwurf verabschiedet

Am Dienstag hat die Regierung nun einen Vernehmlassungsbericht verabschiedet, der eine entsprechende  Abänderung des Baugesetzes (BauG), des Energieeffizienzgesetzes (EEG) und des Energieausweisgesetzes (EnAG) vorsieht. Diese Änderungen dienen auch der Umsetzung einer EU-Richtlinie (Gebäuderichtlinie II), die für Liechtenstein als EWR-Mitglied verpflichtend ist.

Die Regierung geht jedoch weiter und ergreift zusätzliche Massnahmen. So werden im Gesetzesvorschlag auch die vom Landtag im April überwiesenen Motionen zur Photovoltaikpflicht auf Wohnbauten und Nicht-Wohnbauten berücksichtigt. Noch ist der Vernehmlassungsbericht nicht online, sollte aber im Laufe des Tages hier zu finden sein.

Weg von fossiler Energie

Die weiteren Massnahmen seien unerlässlich, um die Klimaneutralität bis spätestens 2050 zu erreichen und in der veränderten geopolitischen Situation die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu stärken. "Damit soll die Versorgungssicherheit des Landes gestärkt und die Umsetzung der Klimaziele beschleunigt werden", teilt das Ministerium für Inneres, Wirtschaft und Umwelt am Mittwoch mit.

35 Prozent des liechtensteinischen CO2-Ausstosses sind demnach dem Gebäudesektor zuzuschreiben, also dem fossilen Heizen. Aktuell sind in Liechtenstein noch rund 3400 Ölheizungen und etwa 4800 Gasheizungen in Betrieb. "Mit einer Lebensdauer von jeweils bis zu 30 Jahren ist es wichtig, keine neuen Heizungen mit fossilen Energieträgern mehr einzubauen", schreibt das Ministerium. "Ziel muss es sein, vollständig auf umweltschonende Heizsysteme wie Wärmepumpen, Pellets oder Fernwärme umzusteigen."

Mit der Gesetzesvorlage werden zudem die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) übernommen, um im Bereich der Bauvorschriften das Regelungsgefälle zu St. Gallen und Graubünden zu beseitigen.

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(red/ikr)

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