Das überparteiliche und überfraktionelle «Strategische Begleitgremium für ein nachhaltiges, ganzheitliches Raum- und Mobilitätskonzept Liechtenstein», von links: Daniel Oehry (FBP), Georg Kaufmann (FL), Donath Oehri (IG ML), Dagmar Bühler-Nigsch (VU), Jack Quaderer (DU), Johannes Kaiser (IG ML) und Herbert Elkuch (DpL). (Foto: ZVG/Oliver Hartmann)
Politik
Liechtenstein|12.10.2021 (Aktualisiert am 12.10.21 15:20)

Überparteilicher "Schulterschluss" für die Mobilitätszukunft

VADUZ - Vertreter der IG Mobiles Liechtenstein haben sich mit den Parteien zusammengetan und mit der zukünftigen Mobilität befasst – im Kontext einer nachhaltigen Raumplanung. Gebildet wurde ein strategisches Begleitgremium mit dem Ziel, eine nachhaltige und ganzheitliche Gesamtverkehrslösung für Liechtenstein auf den Weg zu bringen.

Das überparteiliche und überfraktionelle «Strategische Begleitgremium für ein nachhaltiges, ganzheitliches Raum- und Mobilitätskonzept Liechtenstein», von links: Daniel Oehry (FBP), Georg Kaufmann (FL), Donath Oehri (IG ML), Dagmar Bühler-Nigsch (VU), Jack Quaderer (DU), Johannes Kaiser (IG ML) und Herbert Elkuch (DpL). (Foto: ZVG/Oliver Hartmann)

VADUZ - Vertreter der IG Mobiles Liechtenstein haben sich mit den Parteien zusammengetan und mit der zukünftigen Mobilität befasst – im Kontext einer nachhaltigen Raumplanung. Gebildet wurde ein strategisches Begleitgremium mit dem Ziel, eine nachhaltige und ganzheitliche Gesamtverkehrslösung für Liechtenstein auf den Weg zu bringen.

Die Vorgeschichte: Die IG Mobiles Liechtenstein ist eine Interessengemeinschaft mit insgesamt rund 30 Mitgliedern aus allen elf Liechtensteiner Gemeinden, die sich im vergangenen Jahr im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätszukunft für Liechtenstein gebildet hat. Nach dem Nein zur S-Bahn haben die IG-Mitglieder betont, sich weiter für zukunftsfähige Lösungen einzusetzen.

Die Kerngruppe der IG hat daraufhin eine "umfassende, gesamtheitliche Projektidee entwickelt", wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Dabei werde die Mobilität mit der Raumplanung symbiotisch verbunden. Die ersten Lösungsansätze seien bereits den verschiedensten Personen und Institutionen wie auch allen fünf Parteien  präsentiert worden. Auch bei der Regierung war man schon vorstellig. Diese stellte kürzlich unterirdische Verkehrslösungen in den Raum und verwies in einem Bericht und Antrag explizit auf die Lösung der IG Mobiles Liechtenstein.

Bildung eines überparteilichen "strategischen Begleitgremiums"

Bisher sei die IG laut eigener Aussage ausnahmslos auf "sehr fruchtbaren und zustimmenden Boden" gefallen, die gesammelten Inputs seien ebenfalls in das Konzept eingeflossen. Es sei auch klar geworden, dass für eine nachhaltige und erfolgreiche Mobilitätszukunft ein nationaler Schulterschluss nötig sei.

Daher hätten sich die fünf Parteien auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt und beschlossen, dass die Regierung von allen vier Landtagsfraktionen unter Mitarbeit der DU mit einem umfassenden Auftrag betraut werden soll. Für dieses "Nachhaltige und ganzheitliche Raum- und Mobilitätskonzept Liechtenstein" wurde ein strategisches Begleitgremium aus den folgenden Personen gebildet:

  • Herbert Elkuch (DPL)
  • Jack Quaderer (DU)
  • Daniel Oehry (FBP)
  • Georg Kaufmann (FL)
  • Dagmar Bühler-Nigsch (VU)
  • Donath Oehri, Johannes Kaiser (IG Mobiles Liechtenstein)

Das Strategische Begleitgremium wird gemäss Mitteilung bis auf Weiteres von Donath Oehri und Johannes Kaiser begleitet, moderiert und bei der Grundlagenarbeit unterstützt.

Projekt soll bald vorgestellt werden

Details lassen die Verantwortlichen allerdings noch offen. Die Mitteilung verrät nur so viel: "Es liegen nicht punktuelle Verkehrslösungsvarianten vor, sondern es handelt sich um eine nachhaltige, ganzheitliche Lebensraumgestaltung, die gerade durch die Form der Mobilität ihre wirkliche Essenz erhält."

"Sehr bald" soll auch die gesamte Bevölkerung vom Begleitgremium über das Konzept informiert und in die weitere Entwicklung miteinbezogen werden.

Die Konzeptvision baut "auf neuen bzw. veränderten Denkansätzen mit einem zukunftsorientiertem Mindset auf", heisst es in der Mitteilung weiter. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass bei dem Konzept

  • nicht von vornherein Altlasten und Killerkriterien oder emotionalen Brennpunkte als Ausgangspunkt gestellt sind;
  • mit veränderten Denkmustern an Projektlösungen gearbeitet wird, statt Herausforderungen mit altgedienten Lösungsreflexen zu begegnen;
  • ein multimodaler Ansatz die Basis bildet, welcher auf die Gleichwertigkeit aller Mobilitätsteilnehmenden (MIV, ÖV, Fahrrad, Fussgänger) setzt;
  • die Bedürfnislandschaft auf Liechtenstein zugeschnitten ist: lokal und doch regional im Sinne einer nachhaltigen Lösung;
  • nicht zusätzlicher rarer Boden verbraucht wird, sondern Landschafts- und Lebensraum zurückgegeben werden;
  • im Denken und Handeln für die gesamte Einwohnerschaft Liechtensteins auf einem Gewinnsystem aufgebaut wird, das Liechtenstein auch in Zukunft Sicherheit und Wohlstand gewährleistet.
(red/pd)

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