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Die IG Elternzeit fordert ein flexibles Modell für eine bezahlte Elternzeit. (Symbolfoto: Shutterstock)
Politik
Liechtenstein|19.07.2021 (Aktualisiert am 19.07.21 09:12)

IG Elternzeit reicht Petition zur bezahlten Elternzeit ein

ESCHEN - Die IG Elternzeit will den Landtag mit einer Petition dazu bewegen, der Regierung bis zum Ende dieses Jahres einen Vorschlag für eine zeitgemässe Elternzeit zu unterbreiten. Wegen der EWR-Mitgliedschaft sei das Land ohnehin gezwungen, bis im August 2022 eine bezahlte Elternzeit einzuführen. Dies schreibt die Interessensgemeinschaft in einer Mitteilung.

Die IG Elternzeit fordert ein flexibles Modell für eine bezahlte Elternzeit. (Symbolfoto: Shutterstock)

ESCHEN - Die IG Elternzeit will den Landtag mit einer Petition dazu bewegen, der Regierung bis zum Ende dieses Jahres einen Vorschlag für eine zeitgemässe Elternzeit zu unterbreiten. Wegen der EWR-Mitgliedschaft sei das Land ohnehin gezwungen, bis im August 2022 eine bezahlte Elternzeit einzuführen. Dies schreibt die Interessensgemeinschaft in einer Mitteilung.

Zentral sei für die IG Elternzeit das Interesse der Neugeborenen. Weiter solle es eine wirtschaftlich verträgliche und politisch durchsetzbare Lösung entstehen. Schnell habe sich gezeigt, dass ein starres Modell keine Lösung für Liechtenstein sein kann – flexible Familienmodelle werden durch eine flexibel gestaltbare Lösung möglich. Aus diesem Grund setze sich der Vorschlag der IG Elternzeit im Wesentlichen aus zwei Blöcken zusammen:

  • Die 1. Phase der Elternzeit (Kennenlernphase) bestehend aus Mutterschutz, Mutterschaftszeit, Vaterschaftszeit und flexibler Elternzeit für den Zeitraum des ersten Jahres nach der Geburt.
  • Die 2. Phase der Elternzeit (Bindungsphase), bestehend aus Mutterschaftszeit und Vaterschaftszeit und einer unbezahlten flexiblen Elternzeit für den Zeitraum bis zum vierten Lebensjahr des Kindes.

Die grössten Unterschiede der beiden Phasen fänden sich im Zeitraum, in dem die Elternzeit bezogen werden kann, sowie in der unterschiedlichen Vergütung. Die Elternzeit steht Personen nach der Geburt ihres Kindes oder nach Aufnahme eines nicht mehr als fünfjährigen Kindes zum Zweck der Adoption oder der Pflege offen.

Erste Phase im ersten Lebensjahr

Die erste Phase der Elternzeit gilt im ersten Lebensjahr des Kindes. Der Mutterschutz müsse unmittelbar nach der Geburt des Kindes bezogen werden. Sollte die Mutter vor der Geburt gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten können, werde keine Zeit dem Mutterschutz abgezogen, sondern von der Mutterschaftszeit oder der flexiblen Elternzeit. Somit habe die Mutter in jedem Fall zehn Wochen Mutterschutz nach Niederkunft. Bei Frühgeburten oder Neugeborenen mit Krankheiten werde die Zeit der Hospitalisation weder der Kennenlernphase noch der Bindungsphase abgezogen.

Die Vaterschaftszeit von zwei Wochen soll in der Zeit nach der Geburt des Kindes gelten. Zusätzlich soll in Zukunft die Möglichkeit bestehen, eine flexible Elternzeit von acht Wochen zu beziehen. Die beiden Elternteile sollen sich diese Zeit individuell einteilen können, müssen diese jedoch zwingend im ersten Lebensjahr des Kindes beziehen. Dadurch, dass die flexible Elternzeit somit nicht am Stück bezogen werden muss, soll es den Elternteilen freistehen, einer Arbeit auch Teilzeit nach zu gehen, ohne dass damit Elternzeit verloren geht. Die Kennenlernphase soll mit 80 Prozent des AHV-pflichtigen Lohnes vergütet werden.

Zweite Phase bis zum vierten Lebensjahr

Die zweite Phase der Elternzeit, die sogenannte Bindungsphase, sei sowohl für das erste Lebensjahr, als auch für die Zeit bis zur Vollendung des vierten Lebensjahres des Kindes gedacht. In dieser sollen jedem Elternteil je acht Wochen bezahlte Elternzeit zur Verfügung stehen, die aber nicht übertragbar ist. Diese soll mit 80 Prozent des AHV-pflichtigen Lohnes vor der Geburt des Kindes bis zu einem maximalen Betrag von brutto 4175 Franken pro Monat vergütet werden.

Zusätzlich soll es den Eltern freistehen, weitere frei übertragbare 16 Wochen Elternzeit zu beziehen, die allerdings nicht vergütet werden. Die Bindungsphase könne auch nur zu Teilen oder in Teilzeit bezogen werden.

So resultieren unter dem Strich 56 Wochen Elternzeit, wovon 40 Wochen bezahlt werden.

(red / pd)

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