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Politik
Liechtenstein|26.10.2020 (Aktualisiert am 26.10.20 13:17)

Risiken beim Online-Glücksspiel: Coronavirus verschärfte die Problematik

VADUZ - Das Risiko für ein problematisches Spielverhalten ist bei Online-Glücksspielen besonders hoch. Dabei dürfte die Zahl an Online-Spielenden in den vergangenen Monaten wegen der Pandemie nochmals gestiegen sein, teilt das Amt für Soziale Dienste am Montag mit. 16 Kantone und Liechtenstein lancieren deshalb mit der Botschaft "Glücksspiele können abhängig machen. Auch online." eine Sensibilisierungskampagne.

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VADUZ - Das Risiko für ein problematisches Spielverhalten ist bei Online-Glücksspielen besonders hoch. Dabei dürfte die Zahl an Online-Spielenden in den vergangenen Monaten wegen der Pandemie nochmals gestiegen sein, teilt das Amt für Soziale Dienste am Montag mit. 16 Kantone und Liechtenstein lancieren deshalb mit der Botschaft "Glücksspiele können abhängig machen. Auch online." eine Sensibilisierungskampagne.

"Als wegen COVID-19 temporär die Casinos geschlossen und auch sonstige Spielangebote eingeschränkt verfügbar waren, wurde zeitglich die Werbeoffensive für die neuen Online-Angebote spürbar erhöht", heisst es in der Mitteilung. Wie internationale Studien vermuten lassen, dürften dabei auch viele neue Spielende ins Online-Glücksspiel eingestiegen sein. Wer online um Geld spielt, weist demnach ein überdurchschnittlich hohes Risiko für ein problematisches Spielverhalten auf. Die Angebote seien permanent verfügbar, der Bezug zum realen Geld ginge verloren und eine soziale Kontrolle fehle.

Vor allem Junge mit tiefem Einkommen und Bildungsabschlus betroffen

Eine neue Analyse vom GREA (Groupement romand des addictions) und Sucht Schweiz zeige, dass überdurchschnittlich jüngere Personen, Menschen mit einem niedrigen Einkommen oder einem tieferen Bildungsabschluss ein problematisches Spielverhalten zeigen. "Sie sind besonders empfänglich für den Lockruf vom schnellen und grossen Gewinn - und die Werbung spricht sie gezielt an", wird Nadia Rimann, Programmleitung von Spielen ohne Sucht, in der Mitteilung zitiert. Spielsucht komme aber in allen gesellschaftlichen Gruppen vor.

Problematisch Spielende zahlen die Hälfte aller Einsätze

Bestimmte Spielarten seien besonders riskant: Spielende von Online-Casinos, Sportwetten und Finanzmarktwetten zeigen ein überdurchschnittliches Risiko. Bei Lotterien und Rubbellosen sei der Anteil an problematisch Spielenden deutlich geringer. "Da sie jedoch stark verbreitet sind, ist ihre Anzahl nicht zu unterschätzen", heisst es weiter.

Rund 10 Prozent der problematisch Spielenden zahle die Hälfte der gesamthaft eingesetzten Spieleinsätze dar. In der Schweiz würden rund 192 000 Personen ein solches problematisches Spielverhalten zeigen. Ein kleiner Teil davon gilt als spielsüchtig - mit oft verheerenden Konsequenzen: Neben Spielschulden, körperlichen und psychischen Beschwerden hat eine Spielsucht häufig auch schwerwiegende Folgen für das Familien- oder Berufsleben.

Suchtverhalten auch bei Gratisspielen am Handy

Die finanzielle Problematik beschränke sich nicht nur auf Online-Glücksspiele. So wachse auch der Markt an Gratis-Spielen auf dem Smartphone rapide. Darin könne man sich oft durch Einkäufe Vorteile im Spiel kaufen. Nadia Rimann sieht in dieser Entwicklung viele Parallelen: "Unsere Untersuchungen zeigen, dass, egal welcher Markt, die Mechanismen der Spiele zu einem ähnlichen Verhalten führen. So überrascht es nicht, dass auch bei den Gratisspielen ein kleiner Teil Spielende den grossen Anteil am Kuchen berappt: Rund 10 Prozent sind gemäss der Studie für über 60 Prozent der Ausgaben verantwortlich."

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(red/ikr)

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