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Die S-Bahn und Bahnübergänge sind zwei Projekte, die bis 2030 angegangen werden sollen. (Archivfoto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|08.04.2020

Regierung schickt Mobilitätskonzept 2030 auf den Weg

VADUZ - Die Regierung hat am Dienstag den Bericht und Antrag betreffend das Mobilitätskonzept 2030 sowie die Umsetzung der darin enthaltenen längerfristigen Leitprojekte verabschiedet. Das Konzept enthält einen historischen Abriss zur Verkehrsinfrastruktur in Liechtenstein, eine Detailanalyse der heutigen Herausforderungen und einen strategischen Orientierungsrahmen. Zentrales Element des Mobilitätskonzepts sind jedoch vier Massnahmenpakete und zehn Leitprojekte, die im Zeithorizont bis 2030 angegangen werden sollen.

Die S-Bahn und Bahnübergänge sind zwei Projekte, die bis 2030 angegangen werden sollen. (Archivfoto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Die Regierung hat am Dienstag den Bericht und Antrag betreffend das Mobilitätskonzept 2030 sowie die Umsetzung der darin enthaltenen längerfristigen Leitprojekte verabschiedet. Das Konzept enthält einen historischen Abriss zur Verkehrsinfrastruktur in Liechtenstein, eine Detailanalyse der heutigen Herausforderungen und einen strategischen Orientierungsrahmen. Zentrales Element des Mobilitätskonzepts sind jedoch vier Massnahmenpakete und zehn Leitprojekte, die im Zeithorizont bis 2030 angegangen werden sollen.

Liechtenstein verfügt seit 50 Jahren praktisch über die gleiche Verkehrsinfrastruktur. Seit Anfang der 1970er Jahre hat sich die Bevölkerungszahl allerdings fast verdoppelt und die Zahl der Arbeitsplätze ist von 11 500 auf beinahe 40 000 angestiegen. Als Folge davon stösst die Verkehrsinfrastruktur an neuralgischen Punkten insbesondere in den Spitzenzeiten an ihre Grenzen oder hat diese bereits überschritten. Mit der prognostizierten Bevölkerungszunahme und dem Arbeitsplatzwachstum werden sich die Probleme künftig weiter verschärfen, teilt das Ministerium für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport am Mittwoch mit. Hinzu würden veränderte umweltpolitische Prioritäten und neue Möglichkeiten kommen, die der technologische Wandel mit sich bringt. All dies sei im Mobilitätskonzept 2030 berücksichtigt.

Das Konzept basiert auf den verkehrspolitischen Grundsätzen der Mobilitätskonzepte  2008 und 2016. Es definiert fünf Teilstrategien für die Bereiche Siedlung und Verkehr, öffentlicher Verkehr (ÖV), motorisierter Individualverkehr (MIV), Langsamverkehr und Güterverkehr, wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte. Den bereits in den früheren Mobilitätskonzepten aufgezeigten Handlungsbedarf bestätigte auch die im Auftrag der Regierung kürzlich durchgeführte Umfrage zur Mobilität.  

Massnahmenpakete mit Zeithorizont 2030

"Da die Vergangenheit deutlich gezeigt hat, dass punktuelle Massnahmen das Verkehrsproblem nicht nachhaltig und zukunftsfähig lösen können, verfolgt das Mobilitätskonzept 2030 einen langfristig angelegten und umfassenden Ansatz", heisst es in der Mitteilung weiter. Die darin enthaltenen Massnahmen und Projekte würden an verschiedenen Stellen ansetzen und seien mit unterschiedlich langen Realisierungszeiträumen hinterlegt. So soll Schritt für Schritt ein "attraktiveres und leistungsfähigeres Mobilitätsangebot" in Liechtenstein entstehen.

  • Ein erstes Massnahmenpaket befasst sich demnach mit dem Ausbau und der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs sowie des Langsam- bzw. Aktivverkehrs.
  • Das zweite Massnahmenpaket zielt auf die effizientere Nutzung der bestehenden Infrastruktur durch die Entflechtung von Verkehrsströmen, die bessere Verteilung des Verkehrsaufkommens und die Erreichung eines höheren Belegungsgrades der Fahrzeuge ab.
  • Im dritten Massnahmenpaket geht es gemäss Mitteilung um die Erweiterung der bestehenden Infrastruktur. Nach Jahrzehnten, in denen kaum Infrastrukturmassnahmen umgesetzt wurden, sollen auch neue Verkehrsanlagen erstellt werden, um den heutigen und zukünftigen Mobilitätsbedürfnissen entsprechen zu können. "Die neuen Infrastrukturen tragen zur Attraktivitätssteigerung bei und sichern ein stabiles ÖV-Rückgrat", schreibt das Ministerium. 
  • Das vierte Massnahmenpaket umfasst die Erhöhung der Sicherheit im Verkehr.

Zehn detaillierte Leitprojekte

Einzelne der in diesen Paketen enthaltene Massnahmen werden aufgrund ihrer Wichtigkeit im Mobilitätskonzept 2030 als Leitprojekte definiert. Darunter fallen der Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit einem neuen Buskonzept in Verbindung mit der geplanten S-Bahn und die Sicherung von Mobilitätskorridoren, Optimierungen bei den Rheinübergängen in Bendern und Vaduz, der Ausbau des Radwegnetzes und eine neue Strassenverbindung zwischen Vaduz und Triesen. Als Leitprojekte definiert sind auch die Entlastung des Schaaner Zentrums, die Nutzung des grossen Potenzials der Digitalisierung im Bereich der Mobilität sowie das Abholen des politischen Willens zu einer Revision des Enteignungsrechts aus dem Jahr 1887.

Mit dem Bericht und Antrag unterbreitet die Regierung dem Landtag konkrete Anträge für eine langfristige Ausgestaltung der Mobilität.

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(red/ikr)

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