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Mit den Enkeln sollte man derzeit nur mit Hilfsmitteln wie Telefon oder Videochat sprechen. (Foto: Shutterstock)
Coronavirus
Liechtenstein|26.03.2020 (Aktualisiert am 26.03.20 14:04)

Wenn die Gros­s­el­tern ausfallen

SCHAAN - Für Familien ist die derzeitige Situation schwierig: Die Schulen sind geschlossen, die Grosseltern fallen als Betreuung weg. Trotzdem haben die meisten Eltern eine Lösung gefunden. Vermisst werden Nana und Neni trotzdem. Um unseren Lesern diese Zeit einfacher zu machen, startet das «Volksblatt» mit dem SOS Kinderdorf Liechtenstein, das sich weltweit für Kinder und Jugendliche einsetzt, die SOS-Bärenaktion.

Mit den Enkeln sollte man derzeit nur mit Hilfsmitteln wie Telefon oder Videochat sprechen. (Foto: Shutterstock)

SCHAAN - Für Familien ist die derzeitige Situation schwierig: Die Schulen sind geschlossen, die Grosseltern fallen als Betreuung weg. Trotzdem haben die meisten Eltern eine Lösung gefunden. Vermisst werden Nana und Neni trotzdem. Um unseren Lesern diese Zeit einfacher zu machen, startet das «Volksblatt» mit dem SOS Kinderdorf Liechtenstein, das sich weltweit für Kinder und Jugendliche einsetzt, die SOS-Bärenaktion.

Eltern haben es derzeit nicht einfach und müssen – oft im Homeoffice – gleich mehrere Rollen übernehmen: Sie sind Arbeitnehmer, Lehr- und Aufsichtsperson zugleich, bei Streitereien die Schlichtstelle, bei Langeweile Inspirationsquelle. Schon vor der Coronakrise brauchten zwei von drei Eltern für ihre Kinder eine Betreuungslösung. Anders sah dies meist nur in jenen Haushalten aus, in denen – in der Regel – die Mutter auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet und sich voll und ganz der Familie widmet. Dies zeigt die Familienumfrage aus dem Jahr 2018, welche liechtensteinische Eltern mit Kindern bis 12 Jahren befragte. Und wer passt meistens auf die Kleinen auf?

Richtig, die Grosseltern – allen voran die Nana. Laut Familienumfrage ist der Betreuungsbedarf vor allem bei Eltern mit jüngeren Kindern bis zu drei Jahren am grössten – über 70 Prozent dieser Kinder werden fremdbetreut, oftmals zwischen 10 bis 20 Stunden oder mehr. Bei älteren Kindern, die bereits in den Kindergarten oder die Schule gehen, ist wenig überraschend deutlich seltener eine Fremdbetreuung nötig.

Grosse Herausforderung

Nicht so in diesen Zeiten, schliesslich haben seit über einer Woche sämtliche Bildungseinrichtungen, darunter auch die Kindertagesstätten, geschlossen. Und zu allem Überdruss gehören Nana und Neni oftmals zur Risikogruppe der über 65-Jährigen oder jenen Personen mit einer Vorerkrankung. Sie fallen also aus.

Trotzdem haben es innert kürzester Zeit erstaunlich viele Familien geschafft, die schwierige Situation zu meistern. Vergangene Woche boten die Schulen als Überbrückung noch an, dass Kinder zur Not auch in der Schule betreut werden können. Von diesem Angebot machten relativ wenig Eltern Gebrauch: Von rund 4800 Schülern wurden nur 44 Kinder noch in die Schule geschickt, weil keine Betreuungslösung gefunden werden konnte. Gegen Ende der vergangenen Woche waren es nur mehr 24 Kinder, wie Innenministerin Dominique Hasler am Dienstag informierte. Diesen Betroffenen versuche das Land ein passendes Überbrückungsangebot zu vermitteln, verwies Hasler an die Hotline des Schulamts (+423 236 70 40), die jeweilige Schulleitung oder das Amt für Soziale Dienste.

Ansteckung vermeiden

Und trotzdem: Die Grosseltern sind ja nicht bloss günstige und schnell verfügbare Kindersitter – sie sind vor allem wichtige Bezugspersonen. Bei der Nana gibt es eben mal eine Schokolade mehr und der Neni kann sich mehr Zeit nehmen, um den Enkeln etwas genau zu erklären. Doch umso wichtiger ist es, die Älteren nun vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Denn gerade bei Personen über 65 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen kann die Krankheit sehr schwer verlaufen und sogar lebensgefährlich werden. Deshalb heisst die Devise: persönliche Kontakte möglichst vermeiden. Das fällt schwer, ist laut Regierung aber nötig. Denn gerade Kinder würden meist keine Symptome zeigen, könnten ihre Grosseltern aber trotzdem anstecken.

Zum Glück gibt es neben dem guten alten Telefon moderne Kommunikationsmittel wie beispielsweise Videochats, die nun viele Familien einsetzen. Diese sind meist kostenlos und ermöglichen es, trotzdem den Kontakt zu den Enkeln nicht zu verlieren. Dann ist man beim nächsten Mal vielleicht nicht allzu überrascht, wie gross doch die Kinder schon wieder geworden sind.

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