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Im Landesspital lag man sich vor Freude und Erleichterung über das deutliche Ergebnis in den Armen. (Foto: M. Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|25.11.2019 (Aktualisiert am 25.11.19 14:21)

Liechtensteiner sagen deutlich Ja zum Neubau des Landesspitals

VADUZ - 56,2 Prozent der wahlwilligen Liechtensteiner haben sich am Sonntag für den 65-Millionen-Kredit für das LLS ausgesprochen. Einem Spitalneubau auf dem Wille-Areal in Vaduz steht somit nichts mehr im Weg.

Im Landesspital lag man sich vor Freude und Erleichterung über das deutliche Ergebnis in den Armen. (Foto: M. Zanghellini)

VADUZ - 56,2 Prozent der wahlwilligen Liechtensteiner haben sich am Sonntag für den 65-Millionen-Kredit für das LLS ausgesprochen. Einem Spitalneubau auf dem Wille-Areal in Vaduz steht somit nichts mehr im Weg.

Die Zustimmung zum Neubau des Landesspitals (LLS) ist mit 56,2 Prozent eindeutiger ausgefallen, als dies im Vorfeld prognostiziert worden war. Einzig in zwei Gemeinden sind die Pläne der Regierung auf Ablehnung gestossen. So sprachen sich die Stimmbürger von Schaan mit knappen 51,7 Prozent und diejenige von Planken mit 56 Prozent gegen den Kredit in Höhe von 65 Millionen Franken aus. Den Rest des 72-Millionen-Projekts übernimmt der Spitalbaufonds der Gemeinde Vaduz. Das zuerst veröffentlichte Resultat der kleinsten Gemeinde liess die Gegnerschaft noch hoffen – schlussendlich bestätigte sich der anfängliche Trend nach dem schnellen Eintreffen der weiteren Ergebnisse aus den anderen Gemeinden jedoch nicht.

Besonders hoch war die Zustimmung mit 68,5 Prozent in Triesenberg und in der Spitalstandortgemeinde Vaduz mit 62,4 Prozent. Auch in Triesen (58,2), Ruggell (56 Prozent) und Schellenberg (56,7 Prozent) und Balzers (55,8 Prozent) fiel der Entscheid eindeutig aus. Eschen stimmte mit 54,5 Prozent und Gamprin mit 53,5 Prozent für den Neubau. Etwas knapper war es in Mauren mit 51,1 Prozent. Schlussendlich lag die Zustimmung im Oberland mit 57,5 Prozent um 3,5 Prozentpunkte höher als im Unterland. Positiv ist die hohe Stimmbeteiligung zu erwähnen: Mit 72,7 Prozent lag sie sogar um zwei Punkte höher als im Jahr 2011. Damals wurden die Regierungspläne für einen LLS-Neubau noch mit 58 Prozent verworfen.

Regie­rungs­rat Mauro Pedraz­zini und VR-Präsident Michael Ritter. (Foto: MZ)

Regierungsrat Mauro Pedrazzini war entsprechend erfreut, dass es heuer geklappt hat: «Ich bin überzeugt, dass wir heute ein anderes Spital haben als noch vor acht Jahren. Es wurde sehr daran gearbeitet – die Qualität kann sich sehen lassen. Ich denke, die Menschen haben das erkannt.» Eine kluge Entscheidung, fand LLS-Stiftungsratspräsident Michael Ritter. Und auch Spitaldirektorin Sandra Copeland, die das Ergebnis als eine Bestätigung für die geleistete Arbeit der LLS-Mitarbeiter wertete, freute sich riesig.

Ihrer Freude Ausdruck verlieh auch die FBP: «Mit dem Ja steht einer modernen Infrastruktur und der Aufrechterhaltung der medizinischen Grundversorgung nichts mehr im Wege.» Die FBP bedankte sich nicht nur bei den Stimmbürgern für die Zustimmung, sondern auch beim Gesundheitsminister, der mit Herzblut und grossem Engagement für dieses wichtige Projekt eingestanden sei. Auch für die VU ist der Entscheid eine positive Weichenstellung im Gesundheitswesen. «Nun kann nach den Investitionen in die Landesbibliothek und die Umsetzung der Schulbautenstrategie ein weiteres Projekt für eine positive Zukunftsgestaltung realisiert werden», so die VU. Doch gelte es, die im Abstimmungskampf vorgetragenen kritischen Stimmen ernst zu nehmen und bei der Umsetzung des konkreten Projekts nach Möglichkeit zu berücksichtigen. So wünschen etwa die Freie Liste und die Unabhängigen (DU), dass die Frage um die Spitalstrategie und der Leistungsauftrag trotz der deutlichen Zustimmung zum LLS-Neubau nicht untergehen wird. Die beiden Oppositionsparteien nahmen die Niederlage sportlich. «Wir waren die Verlierer – das gilt es zu akzeptieren», wie DU-Chef Harry Quaderer bilanzierte. Nun steht dem Neubau des LLS nichts mehr im Weg: Im nächsten Jahr soll der entsprechende Architekturwettbewerb lanciert werden – das neue Spital soll Ende 2024 bezugsbereit sein.

(hm)

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