Gibt es ein "Ja" für den Neubau des Landesspitals - oder spricht sich das Volk dagegen aus? Am Sonntagabend wissen wir es. (Symbolfoto: Michael Zanghellini)
LLS-Abstimmung
Liechtenstein|22.11.2019 (Aktualisiert am 24.11.19 12:17)

70.1 Prozent: Hohe Stimmbeteiligung bereits bei der Briefwahl

VADUZ - Bei der Abstimmung über den Neubau des Landesspitals (LLS) zeichnet sich eine hohe  Stimmbeteiligung ab. 70.1 Prozent der Stimmberechtigten haben bereits brieflich abgestimmt. Am Sonntag von 10.30 bis 12 Uhr kann noch mittels Urnengang gewählt werden. Danach wird es richtig spannend.

Gibt es ein "Ja" für den Neubau des Landesspitals - oder spricht sich das Volk dagegen aus? Am Sonntagabend wissen wir es. (Symbolfoto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Bei der Abstimmung über den Neubau des Landesspitals (LLS) zeichnet sich eine hohe  Stimmbeteiligung ab. 70.1 Prozent der Stimmberechtigten haben bereits brieflich abgestimmt. Am Sonntag von 10.30 bis 12 Uhr kann noch mittels Urnengang gewählt werden. Danach wird es richtig spannend.

Am Sonntag wird über den Kredit von 65 Millionen Franken für ein neues Landesspital auf dem Wille-Areal in Vaduz abgestimmt. Die Briefwahl wurde heute um 17 Uhr geschlossen. Wie vor jeder Abstimmung gab die Regierung am Freitagabend die Stimmbeteiligung der brieflichen Wahl aus den verschiedenen Gemeinden bekannt.

Die Zahlen im Überblick:

Vaduz2'7761'94970.2 %
Balzers2'6281'85270.5 %
Planken26322184.0 %
Schaan3'0612'07467.8 %
Triesen2'6311'76166.9 %
Triesenberg1'7061'28275.1 %
Eschen2'2931'53867.1 %
Gamprin87162972.2 %
Mauren2'1011'44168.6 %
Ruggell1'26996576.0 %
Schellenberg64448775.6 %
Oberland13'0659'13970.0 %
Unterland7'1785'06070.5 %
Liechtenstein20'24314'19970.1 %


- Somit beträgt die Stimmbeteiligung der brieflichen Abstimmung im Oberland 70 Prozent - in ganz Liechtenstein sind 70,1 Prozent. Ein sehr solider Wert.

- Und noch das letzte Ergebnis aus Triesenberg mit einem sehr positiven Schlussakkord: Die Stimmbeteiligung ist dort mit 75,1 Prozent erfreulich positiv ausgefallen. 1282 von 1706 Stimmberechtigten haben ihre Entscheidung brieflich mitgeteilt.

- Nun hat auch Triesen fertig gezählt: Die Stimmbeteiligung liegt dort bei gerade einmal 66,9 Prozent. Der schlechteste Wert bislang. Von 2631 haben 1761 Stimmberechtigte brieflich abgestimmt. Nun liegt die Hoffnung, eine briefliche Gesamt-Stimmbeteiligung von 70 Prozent zu erreichen bei Triesenberg.

- Nun warten wir noch auf die Werte aus Triesen und Triesenberg. Dort dauert das Zählen der Briefcouverts scheinbar etwas länger: Ein Zeichen für eine ebenfalls hohe Stimmbeteiligung?

- Auch in der "Spitalgemeinde" Vaduz gibts eine Stimmbeteiligung von über 70 Prozent: 70,2 Prozent, um genau zu sein. Im Hauptort haben von 2776 Stimmberechtigten 1949 brieflich gewählt.

- In Balzers liegt die Stimmbeteiligung mit 70,5 Prozent wieder etwas höher. 1852 von 2628 Stimmberechtigten haben sich dort in Sachen Neubau des Landesspitals bereits entschieden. Nun fehlen noch drei Gemeinden. Kann die momentane, gesamte briefliche Stimmbeteiligung von 70 Prozent gehalten werden? Wohl eher nicht...

- Auch Schaan liegt unter 70 Prozent: 2074 von 3061 haben dort ihre Stimme per Post abgegeben - die Stimmbeteiligung liegt bei 67,8 Prozent. Es bleibt aber noch der persönliche Gang ins Wahllokal.

- Damit steht die Unterländer Stimmbeteiligung fest: 70,5 Prozent.

- Nun gibt es auch Zahlen aus Eschen-Nendeln. Es geht leider weiter abwärts: In Eschen beträgt die Stimmbeteiligung im Vergleich eher schwache 67,1 Prozent. 1538 der 2293 Stimmberechtigten haben brieflich gewählt.

- Die erste Gemeinde unter 70 Prozent: In Mauren-Schaanwald stimmten lediglich 1440 von 2101 Stimmberechtigten ab. Die Stimmberechtigung in der Unterländer Gemeinde beträgt daher "nur" 68,5 Prozent. Das ist aber noch nicht in Stein gemeisselt: Am Sonntag heisst es, ab an die Urne ins "Muurer" Gemeindehaus!

- Ein kleiner "Dämpfer" aus Gamprin-Bendern: Dort beträgt die Stimmbeteiligung 72.2 Prozent (629 von 871 Stimmberechtigten haben brieflich gewählt). Ein im Vergleich zu anderen Abstimmungen aber immer noch respektabler Wert. Bei den folgenden, grösseren Gemeinden dürfte die Stimmbeteiligung weiter nach unten driften.

- Nun ist auch die Stimmbeteiligung der nördlichsten Gemeinde eingetroffen: In Ruggell haben 965 von 1269 Berechtigten brieflich abgestimmt. Die Stimmbeteiligung liegt bei 76 Prozent. So langsam wird ein Trend feststellbar: Die Spitalfrage lockt mehr Stimmbürger an die Urne, als noch vor acht Jahren.

- Das nächste Ergebnis ist da: In Schellenberg liegt die Beteiligung bei 75.6 Prozent. Von 644 stimmberechtigten Schellenbergern haben 487 ihre Stimme bereits abgegeben.

- Die erste Zahl ist eingetroffen: In Planken liegt die Stimmbeteiligung bei 84 Prozent (221 von 263 Stimmberechtigten haben brieflich gewählt) - ein sehr hoher Wert. In den anderen Gemeinden dürfte dieser erfahrungsgemäss etwas tiefer ausfallen.

Die Stimmbeteiligung der Briefwahl wird sich trotz des noch möglichen Urnengangs bis Sonntagmittag nicht mehr grundlegend ändern. So geben erfahrungsgemäss nur rund zwei Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimmzettel noch persönlich im Wahllokal ab.

Zum Vergleich: Vor acht Jahren ist die Liechtensteiner Regierung mit ihren Plänen für ein neues Landesspital beim Volk mit 58 Prozent gescheitert. Damals lag die briefliche Stimmbeteiligung bei 67,8 Prozent - schlussendlich stimmten 70,8 Prozent der Liechtensteiner ab. Bei der "Tour de Ski"-Abstimmung im vergangenen Jahr betrug die Stimmbeteiligung bei 69,8 Prozent. Beim Familienzulagengesetz im 2016 war das Interesse mit 62,2 Prozent um einiges geringer. Auch die Abstimmung des Krankenversicherungsgesetz im 2015 lag mit 66,5 Prozent Stimmbeteiligung tiefer. Besonders gross war das Interesse bei der Initative "Ja - damit deine Stimme zählt" - mit der Frage, ob der Fürst bei Volksabstimmungen weiterhin sein Veto einlegen darf. Das Thema lockte nach emotionalem Abstimmungskampf schlussendlich knapp 83 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne und wurde mit 76 Prozent hochkant abgelehnt.

(hm)

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