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(Foto: ZVG/LGU)
Politik
Liechtenstein|25.06.2019 (Aktualisiert am 25.06.19 10:40)

Schaukelpfad: LGU-Einspruch stösst bei Strategiegruppe auf Unverständnis

TRIESENBERG -  Am Montagabend tagte die Strategiegruppe Berggebiet. Dabei wurde auch die Medienmitteilung der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) zur Kenntnis genommen. Das Einschreiten der LGU werde seitens des Strategieteams als unverhältnismässig empfunden. Dennoch wolle das Gespräch an einem runden Tisch baldmöglichst suchen. Die Strategiegruppe bleibt jedoch dabei, dass die Bergstrategie und die darin enthaltenen Schaukeln im Einklang mit der Förderung eines sanften Tourismus stünden.

(Foto: ZVG/LGU)

TRIESENBERG -  Am Montagabend tagte die Strategiegruppe Berggebiet. Dabei wurde auch die Medienmitteilung der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) zur Kenntnis genommen. Das Einschreiten der LGU werde seitens des Strategieteams als unverhältnismässig empfunden. Dennoch wolle das Gespräch an einem runden Tisch baldmöglichst suchen. Die Strategiegruppe bleibt jedoch dabei, dass die Bergstrategie und die darin enthaltenen Schaukeln im Einklang mit der Förderung eines sanften Tourismus stünden.

Im September 2017 gab das Ministerium für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport den Auftrag, eine Strategie für das Berggebiet im Tourismussektor zu entwickeln. Um ein breit abgestütztes Ergebnis zu erreichen, seien laut Aussendung von Liechtenstein Marketing diverse Akteure aus Tourismus, Sport, Bildung, Umweltschutz und Transport in den Entwicklungsprozess miteinbezogen worden. Das erarbeitete Strategiepapier würde Wege aufzeigen, wie die Gebiete Malbun und Steg grössenverträglich und nachhaltig weiterentwickelt und die Angebote sowohl im Sommer als auch im Winter qualitativ verbessert werden könnten.

Als eine der ersten Umsetzungen wurde ein „Schaukelpfad“ entlang des bestehenden Wanderwegs von Sareis ins Dorf Malbun beschlossen. Vier Schaukeln wurden bereits im Sommer 2018 errichtet und hätten Einheimische wie Touristen gleichermassen erfreut, argumentiert die Strategiegruppe. Diesen Sommer sei zudem geplant gewesen sechs weitere Schaukeln zu errichten.

Entscheid Verwaltungsgerichtshof

Die von der Gemeinde Triesenberg am 2. Oktober 2018 genehmigte Errichtung der Schaukeln hat die LGU dazu bewogen, Beschwerde zu erheben. Einerseits wegen der Frage, ob nicht eine Baubewilligung nötig sei, andererseits da sie der Ansicht war, dass nicht die nötigen Prüfungen in Bezug auf den Naturschutz vorliegen. Die Genehmigung der Gemeinde sei laut Strategiegruppe in Rücksprache mit dem Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) und nach Art.13 Abs. 2 NSchG erfolgt. Letztinstanzlich hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) mit seinem Urteil vom 7. Juni 2019 entschieden, dass die LGU hinsichtlich des Themas Baubewilligung mangels Zuständigkeit nicht klageberechtigt ist, hat ihr jedoch in Bezug auf die mangelnde Sachverhaltsabklärung in Fragen Naturschutz der Gemeinde recht gegeben. Aus diesem Grund hat der VGH die Entscheidungen der Vorinstanzen aufgehoben und die Verwaltungssache zur Ergänzung des Verfahrens und neuerlichen Entscheidung an die Gemeinde Triesenberg zurück geleitet. Diese muss nun die entsprechenden Fragen im Kontext Naturschutz im Detail abklären.

Im Einklang mit der Natur

Laut Strategiegruppe seien bei der Errichtung der bestehenden Schaukeln sämtliche Vorgaben des Amtes für Umwelt beachtet und der Vermeidung von Schäden am umliegenden Wiesland höchste Aufmerksamkeit geschenkt worden. Nach Abschluss der Bauarbeiten seien ausserdem offene Bodenflächen unter Einsatz einer einheimischer und standortgerechter Ansaat fachgerecht rekultiviert worden. Die Schaukeln bestehen aus Kiefernholz und als Fallschutz wurden Holzschnitzel verwendet. Pro Schaukel werden ungefähr 20 Quadratmeter Fläche benötigt. Der VGH kam jedoch zu einem anderen Schluss, die nötigen Sachverhalte in Sachen Naturschutz seien von der Gemeinde nur marginal bis gar nicht dargelegt worden, weshalb die Gemeinde noch einmal eine detaillierte Prüfung der Sachverhalte beispielsweise durch ein Gutachten belegen soll.

Nach Würdigung des VGH-Urteils hat die Strategiegruppe beschlossen, noch vor der Sommerpause die LGU zu einem „Runden Tisch“ einzuladen.

(pd/red)

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