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Liechtensteins Aussenministerin Aurelia Frick. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|20.04.2019

Aurelia Frick denkt nicht ans Aufhören

VADUZ - Aussenministerin Aurelia Frick will nicht daran denken, dass ihre politische Karriere in zwei Jahren vorbei sein könnte. Das machte Frick in einem Interview mit Volksblatt.li zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode deutlich. Gleichzeitig fordert die dienstälteste Regierungsrätin wieder mehr Haltung und Bürgernähe in der Politik.

Liechtensteins Aussenministerin Aurelia Frick. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Aussenministerin Aurelia Frick will nicht daran denken, dass ihre politische Karriere in zwei Jahren vorbei sein könnte. Das machte Frick in einem Interview mit Volksblatt.li zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode deutlich. Gleichzeitig fordert die dienstälteste Regierungsrätin wieder mehr Haltung und Bürgernähe in der Politik.

Es war ein fatales Signal der Hilflosigkeit: Liechtensteins Regierung schwieg im Herbst 2018 vehement zum UN-Migrationspakt, während sich die Regierungen der anderen UN-Mitglieder in der Debatte positionierten.

Als sich die Kollegialregierung zur Anti-Kommunikation entschied, hatte Liechtensteins Aussenministerin Aurelia Frick aber längst einen anderen Weg eingeschlagen. Sie scherte aus, bekannte Farbe und steckte dafür Kritik ein – auch und gerade parteiintern: «Wenn ich meine Haltung wegen politischer Überlegungen aufgeben würde, hätte ich mit der Zeit die Freude an der Politik verloren», erklärt sie im Interview zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode.

An ihr liegt es nicht

Tatsächlich war es nicht das erste Mal, dass Aurelia Frick sich entgegen der vemeintlichen Mehrheit positionierte. Ausscheren hat bei der dienstältesten Regierungsrätin quasi Tradition. Sie besetzt Themen, die niemand besetzen will. Es scheint, als hätte sie sogar Freude daran, den vermeintlich aussichtslosen Weg zu gehen. Und am Ende gewinnt sie dort, wo alle glaubten, es gäbe nichts zu gewinnen.

Nach 10 Jahren in der Regierung steht Frick nun einmal mehr vor einem Wegstück, das aussichtslos erscheint – dieses Mal geht es jedoch um ihre persönliche Zukunft: Sie weiss, 2021 wird ihre Zeit als Regierungsrätin ein Ende nehmen. Schuld ist die parteiinterne Amtszeitbegrenzung der FBP. Aber aufhören will Aurelia Frick nicht.

Um weiterzumachen, müsste sie für das Amt der Regierungschefin kandidieren. Für diesen Posten gilt die Amtszeitbegrenzung nämlich nicht. Doch diese Frage stelle sich nicht, sagte sie bereits im vergangenen Sommer auf Radio L. Heute reagiert die Ministerin mit Sarkasmus: Das wäre «systemfremd», sagt sie. Übersetzt heisst das so viel wie: «An mir liegt es nicht». Eine klare Ansage.

Politik muss Antworten liefern

Noch deutlicher wird Aurelia Frick, wenn sie einen Kurswechsel in der politischen Kultur fordert. Sie gesteht ein, dass sich die Politik von den Bürgern entfernt hat – und nimmt sich selbst dabei nicht aus: «Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, ich bin eine Politikerin, die das Ohr beim Volk hat. Aber ich habe gemerkt, dass ich noch näher zu den Menschen gehen muss.»

Es reiche nicht aus, das Land von einem zum nächsten Finanzbeschluss zu verwalten. Die Politik müsse wieder besser darin werden, den Menschen zuzuhören und Antworten auf die drängenden gesellschaftspolitischen Themen zu geben. «Aber diese Antwort finden Sie nicht am Stammtisch. Dort werden die Sorgen benannt. Das wird derzeit leider oft vermischt.»


(ds)

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