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Der FL-Abgeordnete Thomas Lageder fand deutliche Worte. (Fotos: MZ)
Politik
Liechtenstein|05.04.2019 (Aktualisiert am 05.04.19 16:47)

Casino-Boom im Landtag breit diskutiert - Vorstösse angekündigt

VADUZ - Zwei Casinos (Schaanwald, Ruggell) gibt es bereits, drei weitere befinden sich in Planung (Schaan, Balzers und Eschen). Ist das zu viel für Liechtenstein? Diese Frage sorgt nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im Landtag für Diskussionen. Ein einheitliches Bild zeichnete sich aber nicht ab.

Der FL-Abgeordnete Thomas Lageder fand deutliche Worte. (Fotos: MZ)

VADUZ - Zwei Casinos (Schaanwald, Ruggell) gibt es bereits, drei weitere befinden sich in Planung (Schaan, Balzers und Eschen). Ist das zu viel für Liechtenstein? Diese Frage sorgt nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im Landtag für Diskussionen. Ein einheitliches Bild zeichnete sich aber nicht ab.

So hatte die Freie Liste die Frage "Wie viele Casinos verträgt Liechtenstein?" als Thema für die Aktuelle Stunde eingebracht. Dieser ist es ein Anliegen, die Steuersätze zu erhöhen. "Momentan werden in Liechtenstein rund 55 Millionen Franken verzockt", wie Thomas Lageder (FL) ausrechnete. "Casinos sind Goldesel, die der Staat maximal melken muss." Momentan liegt die Spielabgabe je nach Umsätze zwischen 17,5 bis 40 Prozent. Die Freie Liste sieht die Politik in der Pflicht, diese zu erhöhen. Auch bei der Anzahl der Casinos sollte der Landtag aktiv werden, wie Helen Konzett (FL) ausführte. Ansonsten würde das Volk dies mit einer Initative in die Hand nehmen.

Rund 60 Minuten wurde von den Abgeordneten diskutiert, welche Folgen der sich abzeichnende Casino-Boom für Liechtenstein nach sich zieht. Thomas Vogt (VU) zeigte sich aufgrund der grossen Nachfrage von Spielbanken überrascht. Er verwies aber auch darauf, dass Casinos strenge Auflagen zu erfüllen hätten. "Der Hype wird sich sicherlich abflachen", so Vogt. Das Risiko, dass in den Spielbanken Geldwäsche betrieben werde, hält er für gering. Auch betonte er, dass es ein falsches Signal sei, die Steuersätze ständig zu verändern. Auch Ado Vogt (DU) war wie viele Abgeordnete überzeugt, dass der Staat ein berechenbarer und zuverlässiger Partner sein müsse.

Das Thema Spielsucht kam auch nicht kurz: So verwies Daniel Oehry (FBP) darauf, dass heute rund 1100 Personen in Liechtenstein gesperrt seien. "Die Regeln für die Casions sind gut, man muss aber ein Auge auf die Spielsucht haben, damit das nicht aus dem Ruder läuft", fasste er zusammen. Mehrere Abgeordnete betonten, dass das Risiko bei Online-Casinos viel höher sei. Schliesslich werde man aufgrund der strengen Auflagen in den Casino "zu Lande" besser kontrolliert.

Landtagspräsident Albert Frick (FBP) sprach sich für eine Eingrenzung der Casions aus.

Landtagspräsident Albert Frick verwies in seinem Votum, dass er mit dem Casino-Boom nicht einverstanden sei. Er würde einer Gesetzesänderung für eine Einschränkung der Casino-Anzahl zustimmen. "Wollen wir wirklich für das schnelle Geld aus den Casinos unsere Reputation auf das Spiel setzen?" fragte er sich und legte zum Schluss nach: ""Rien ne va plus!" 

Patrick Risch (FL) monierte, dass die Sperrlisten für Spielsüchtige nicht international gelten würden. Ein Abkommen mit der Schweiz würde sich hier auf jeden Fall anbieten.

Und Johannes Kaiser (PU) stellte einen Vorstoss in Aussicht - mit dem Ziel, einen Teil der Geldspieleinnahmen zweckgebunden zu verwenden, etwa für die Sozialwerke oder die Bildung.

Gespannt sein darf man nun auf die Beantwortung der Kleinen Anfragen. Denn gleich mehrere beschäftigten sich mit dem Themen Casinos, Spielsucht und Kontrolle.

(hm)

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