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Politik
Liechtenstein|20.03.2019

Regierung stellt «Digitale Agenda Liechtenstein» vor

VADUZ - Mit der «Digitalen Agenda Liechtenstein» stellte die Regierung am Mittwochvormittag einen Orientierungs- und Gestaltungsrahmen im Prozess des digitalen Wandels vor und formuliert konkrete Handlungsfelder und deren Zielsetzungen sowie konkrete Massnahmen.

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VADUZ - Mit der «Digitalen Agenda Liechtenstein» stellte die Regierung am Mittwochvormittag einen Orientierungs- und Gestaltungsrahmen im Prozess des digitalen Wandels vor und formuliert konkrete Handlungsfelder und deren Zielsetzungen sowie konkrete Massnahmen.

Im Rahmen des Regierungsprogramms 2017-2021 hat sich die Regierung dazu entschieden, eine Digitale Agenda für Liechtenstein zu entwickeln. Dies geht aus einer Mitteilung vom Mittwochvormittag hervor. Die Digitale Agenda vereinige die verschiedenen Ziele und Massnahmen der Ministerien und beziehe gleichzeitig die aktuellen Entwicklungen rund um die Digitalisierung und Industrie 4.0 mit ein. Einleitend werden die wesentlichen Aspekte zur Entwicklung der Digitalen Agenda aufgezeigt, welche unter anderem die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Liechtenstein beinhalten. Grundsätze, Megatrends und übergreifende Ziele werden in den nachfolgenden Kapiteln behandelt. Kern der Agenda sind die erwähnten Handlungsfelder und deren Zielsetzungen, welche jeweils mit konkreten Massnahmen untermauert werden. Sie drücken aus, mit welchem Fokus die einzelnen Massnahmen umgesetzt werden sollen.

«Die digitale Transformation hat eine hohe Bedeutung und Wichtigkeit - auch für Liechtenstein. Die Digitalisierung führt zu neuen Anwendungen und neuen Geschäftsmodellen. Diese Veränderungen stellen die Menschen immer wieder vor neue Herausforderungen, bieten aber auch grosse Chancen.», erläutert Regierungschef Adrian Hasler. «Es ist unser Ziel, die Zukunft des Landes aktiv zu gestalten. Dafür wollen wir bewusst die sich uns bietenden Chancen der Digitalisierung nutzen und den Risiken begegnen.»

Massnahmen für neun Bereiche

Um das Potential dieser Entwicklungen zielgerichtet in den Erhalt und die Steigerung der Standortattraktivität einfliessen zu lassen und gleichzeitig die Bevölkerung aktiv zu integrieren, hätten sich laut Mitteilung alle Ministerien in die Erarbeitung der Digitalen Agenda eingebracht. Diese beinhaltet folgende Handlungsfelder:

  • Unter dem Begriff E-Government sollen im Bereich Staat und Verwaltung einerseits die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um dem Bürger die bestmöglichen Services unter Einbezug der digitalen Möglichkeiten zu bieten. Andererseits sollen staatliche Institutionen und Organisationen mit Wirtschaft und Gesellschaft digital und grenzüberschreitend vernetzt werden. Bürger und Unternehmen können auf ihre Daten zugreifen und diese in Verwaltungs- und Geschäftsprozessen einsetzen. Verwaltungsleistungen sollen so weitreichend automatisiert oder digital, einfach und nachvollziehbar nutzbar werden.
  • Die Bildung als Basis von informierten Bürgern und qualifizierten Arbeitskräften nimmt in der Digitalen Agenda eine wichtige Rolle ein. Sowohl im Lehrkörper wie auch in der Schülerschaft sollen die Kompetenzen im Umgang mit den digitalen Werkzeugen gefördert, aber auch die Aufmerksamkeit für die Verantwortung und die Gefahren geweckt werden. Darüber hinaus soll die Digitalisierung auch neue Wege zu effizientem Lernen erschliessen.
  • Informationen sind ein zentraler Erfolgsfaktor der digitalen Welt. Dieser Aspekt findet in Form von Angeboten zur Vernetzung der Wirtschaft und der Information der Bevölkerung Eingang in die Digitale Agenda. Innovation ist generell in Liechtenstein, gerade aber auch im digitalen Umfeld, ein zentraler Pfeiler wirtschaftlicher Kraft.
  • Für den Megatrend der Token Ökonomie erarbeitet Liechtenstein ein Gesetz für die entsprechende Rechtssicherheit und ideale Rahmenbedingungen für zukunftsgerichtete Unternehmen im Blockchain und Fin-Tech Bereich.
  • Für hochwertige Services der Verwaltung ist eine tragfähige Infrastruktur unerlässlich. Hierfür werden via Glasfaser und 5G optimale Bedingungen angestrebt. Die kostengünstige Verfügbarkeit derselben trägt substantiell zur Standortattraktivität bei.
  • Die Möglichkeiten digitaler Nutzungs- und Bedürfniserfassung werden zur effizienten Steuerung des Verkehrs verwendet. Die Verfügbarkeit, wie auch die einfache Nutzbarkeit von Mobilitätsressourcen werden fortlaufend verbessert.
  • eHealth umfasst einerseits eine Infrastruktur, die den Leistungserbringern wie auch den Versicherten zeitgemässe Lösungen im Bereich Gesundheit ermöglicht. Andererseits werden die rechtlichen Grundlagen für ein elektronisches Gesundheitsdossier geschaffen, welche zu Sicherheit und Effizienz in Bezug auf den Umgang mit Gesundheitsdaten führen.
  • Die Digitale Agenda sieht im Bereich von Familie und Chancengleichheit Plattformen vor, die eine komfortable und breite Nutzung des Angebotes mit den Möglichkeiten der Digitalisierung unterstützt.
  • Sowohl die Förderung der Schaffung digitaler Kunst wie auch die Bereitstellung analoger Werke auf dem digitalen Weg, werden durch die Digitale Agenda zu weiteren Zielen im Kapitel der Kultur erklärt.

«Mit einer gesamtheitlichen Betrachtung liefert die Digitale Agenda Liechtenstein die strategischen Leitlinien für die Regierung, damit Liechtenstein und damit die Bevölkerung, unsere Wirtschaft und der Staat die Potenziale der Digitalisierung bestmöglich nutzen können», erklärt Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch. «Die Digitale Agenda Liechtenstein beinhaltet die vorrangigen Themen aus Sicht der Regierung. Die Digitale Agenda steht aber nicht isoliert. Insofern erwarten wir gespannt die Lancierung der Digitalen Roadmap von Digital Liechtenstein, welche das Pendent aus Sicht der Wirtschaft darstellen wird», so Risch weiter.

(red / pd)

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