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Regierungsrat Mauro Pedrazzini. (Foto: MZ)
Kleine Anfrage
Liechtenstein|02.03.2019

"Sehr günstige" Pflegeheime für 3441 Franken pro Monat

VADUZ - Im Vergleich mit der Schweiz zahlt der Liechtensteiner für den Aufenthalt im Pflegeheim durchschnittlich deutlich weniger. Der Unterschied beträgt fast 2500 Franken im Monat.

Regierungsrat Mauro Pedrazzini. (Foto: MZ)

VADUZ - Im Vergleich mit der Schweiz zahlt der Liechtensteiner für den Aufenthalt im Pflegeheim durchschnittlich deutlich weniger. Der Unterschied beträgt fast 2500 Franken im Monat.

Knapp 6000 Franken muss ein Bewohner im Durchschnitt für ein Schweizer Pflegeheim bezahlen, wie aus zwei Kleinen Anfragen von Elfried Hasler (FBP) und Mario Wohlwend (VU) an Regierungsrat Mauro Pedrazzini hervorgeht. In Liechtenstein kommt die anfallende Rechnung um einiges günstiger: Die gesamten Kosten für einen Pflegetag in einem Liechtensteiner Heim betragen zwar rund 360 Franken pro Tag – der Bewohner bezahlt davon aber nur 111 Franken, wie Pedrazzini ausführt. Der Rest werde von Land und Gemeinden sowie den Krankenkassen getragen. Ohne private Auslagen wie Telefon, TV oder Friseur beträgt die Rechnung somit durchschnittlich 3441 Franken im Monat. Im Vergleich zu den Durchschnittskosten in der Schweiz in Höhe von ca. 170 Franken (plus 20 Franken für die Pflege) pro Tag dürfen die Kosten in Liechtenstein im Vergleich zur Schweiz als sehr günstig bezeichnet werden, wie Pedrazzini betont. Für Rentner in wirtschaftlicher Not gibts diesbezüglich Ergänzungsleistungen vom Staat – in der Schweiz ist übrigens rund die Hälfte darauf angewiesen.

"Der Staat spart Geld und gleichzeitig kann der Wunsch vieler älterer Personen erfüllt werden, zu Hause gepflegt zu werden."

Regierungsrat Mauro Pedrazzini

Pflege zu Hause schont Staatskasse

Nichtsdestotrotz sind in den Heimen der LAK und im Schlossgarten Balzers die Pflegetage um vier Prozent zurückgegangen. «Naheliegend ist die steigende Anzahl von Personen, die Betreuungs- und Pflegegeld beziehen und daher zu Hause gepflegt werden anstatt im Heim», führt Mauro Pedrazzini aus. Seit 2010 besteht die Möglichkeit, für häusliche Betreuung und Pflege einen staatlichen Unterstützungsbeitrag (das sogenannte Betreuungs- und Pflegegeld) zu erhalten, der wie die Hilfslosenentschädigung vermögens- und einkommensunabhängig ist. So könne schlussendlich ein Höchstbetrag für staatliche Leistungen von 6508 Franken pro Monat zusammenkommen. Das wird auch genutzt: 461 Personen haben 2018 das Betreuungs- und Pflegegeld bezogen, im 2015 warens lediglich 381. «Das schont die teure Ressource Pflegeheim», sagt der Regierungsrat. «Der Staat spart Geld und gleichzeitig kann der Wunsch vieler älterer Personen erfüllt werden, zu Hause gepflegt zu werden. Damit ist beiden Seiten gedient.» Die heutige Angebotssituation dürfe zudem als hervorragend bezeichnet werden – nicht nur bezüglich der Qualität sondern auch bezüglich der schnellen Verfügbarkeit von Lösungen. «Es wird jedoch eine grosse Herausforderung sein, diesen sehr guten Zustand für kommende Rentnergenerationen zu erhalten», so der Ausblick von Mauro Pedrazzini.

(hm)

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