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Hansjörg Marxer, Thomas Hasler, Thomas Rehak, Sandra Copeland und Marco Ospelt (von links) diskutierten im vollen Guido-Feger-Saal über die Spitalsfrage. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|13.02.2019 (Aktualisiert am 13.02.19 23:17)

Altlasten zwischen Landesspital und Ärzten müssten beseitigt werden

TRIESEN - Der von der Regierung vorgeschlagene LLS-Neubau rückte am Mittwochabend beim DPL-Bürgerforum fast in den Hintergrund. Vielmehr stand das Verhältnis zwischen den zuweisenden Ärzten und dem Landesspital im Vordergrund der Diskussion. 

Hansjörg Marxer, Thomas Hasler, Thomas Rehak, Sandra Copeland und Marco Ospelt (von links) diskutierten im vollen Guido-Feger-Saal über die Spitalsfrage. (Foto: Michael Zanghellini)

TRIESEN - Der von der Regierung vorgeschlagene LLS-Neubau rückte am Mittwochabend beim DPL-Bürgerforum fast in den Hintergrund. Vielmehr stand das Verhältnis zwischen den zuweisenden Ärzten und dem Landesspital im Vordergrund der Diskussion. 

Es war weniger die Notwendigkeit eines Neubaus des Liechtensteinischen Landesspitals (LLS), der gestern die Podiumsdiskussion im Guido-Feger-Saal dominierte. Diesbezüglich zeigten sich die Redner des von DPL organisierten Bürgerforums zur «Regierungsvorlage Spitalneubau» weitgehend einig. Um aber entsprechende Fallzahlen zu erreichen, müsste das Verhältnis mit den zuweisenden Ärzten verbessert werden.

Zuerst Schluss mit dem «Hick-hack»

Diese Meinung vertrat etwa Hansjörg Marxer. Er stellte in seinem Kurzreferat zunächst klar, nicht als ehemaliger Verwaltungsratspräsident der Medicnova Privatklinik an der gestrigen Podiumsdiskussion teilzunehmen. Vielmehr habe er sich als Präsident der Bürgerinitiative «Pro Landesspital» 2011 für den Neubau des Spitals eingesetzt und sei in dieser Rolle vor Ort. Seine Meinung damals wie heute: Das bestehende Spitalsgebäude ist baufällig. Allerdings habe das Spital damals schwarze Zahlen geschrieben sowie erfahrene Belegärzte und eine gute Kooperation mit den Zuweisern gehabt. 2019 würden die Belegärzte fehlen und ans Landesspital würden zu wenige Patienten überwiesen, was zu geringer Auslastung führe. Hier gebe es noch einige «Altlasten» zu beseitigen. Marxer forderte diesbezüglich eine Änderung in der strategischen Führung des LLS. Erst dann sollte man über ein neues Landesspital nachdenken.

In die gleiche Kerbe schlug auch Marco Ospelt, der in Triesen eine Praxis für traditionelle chinesische Medizin betreibt. Er störte sich am «Ärzte-Bashing». «Bevor man über einen Neubau oder Investitionen nachdenkt, muss das unproduktive Hickhack aufhören», forderte er. Das Landesspital könne nur funktionieren, wenn alle einen Beitrag leisten. Man müsse gemeinsam an der Qualität arbeiten.

Copeland will Brücken bauen

Damit dürfte er bei Spitalsdirektorin Sandra Copeland offene Türen einrennen. Sie präsentierte am Ende ihres Referats eine persönliche Wunschliste, die ganz im Sinne ihrer Mitredner gewesen sein dürfte: Sie rief dazu auf, die Zukunft gemeinsam zu gestalten und Brücken zueinander aufzubauen.
«Was kann das LLS dazu beitragen, Brücken zu bauen?», fragte der als Moderator fungierende DPL-er Thomas Rehak in Copelands Richtung. «Es ist möglich, die Fallzahlen zu erreichen – wenn die Zusammenarbeit funktioniert», meinte die Spitalsdirektorin. Copeland zeigte auf, dass sie bezüglich Fallzahlen optimistisch ist. So habe man im Januar 158 stationäre und 1016 ambulante Fälle behandelt, womit das LLS leicht über dem Budget liege. Es gebe bereits viele Hausärzte, die dem Landesspital Patienten zuweisen würden. Aber auch unter den Ärzten gebe es unterschiedliche Positionen. «Unsere Aufgabe ist es, Klinken zu putzen und mit Qualität zu punkten», erklärte sie. Man müsse das Vertrauen wieder aufbauen.

Hansjörg Marxer dagegen glaubt nicht, dass die Ärzte ihre Zuweisungspraxis überdenken würden. Der ehemalige Zahnarzt selbst habe seine Patienten nur an jene Kollegen verwiesen, deren Qualität er kannte. Potenzial für neue Zuweiser ans LLS sah er höchstens bei neuen Ärzten. Die Gesundheitspolitik mache es aber schwer, neue Ärzte ins Land zu holen. Dem widersprach Thomas Hasler, Geschäftsführer des Krankenkassenverbands und gemeinsam mit der Ärztekammer dafür zuständig, die offenen Stellen zu besetzen. Bisher liessen sich immer wieder neue Ärzte finden – darunter auch Liechtensteiner.

Copeland sieht das Zuweisungsnetzwerk dagegen nicht als so starres Gebilde wie Marxer. «Das wäre stures Festhalten an Strukturen», meinte sie. Aber die Qualität und das Angebot am Landesspital hätten sich verbessert und es gebe keinen Grund, die Patienten nicht dorthin zu überweisen. Dazu brauche es aber auch den Willen der Ärzte.

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