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Justizministerin Aurelia Frick. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|09.11.2018 (Aktualisiert am 09.11.18 19:11)

Neues Strafrecht: Fragen zum Strafmass noch offen

VADUZ - Die anstehende Strafrechtsänderung, die das Gesetz an den aktuellen Zeitgeist anpassen soll, stand gestern vor dem Landtag zur Debatte. Dieser gab für die zweite Lesung noch einige Anregungen mit auf den Weg.

Justizministerin Aurelia Frick. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Die anstehende Strafrechtsänderung, die das Gesetz an den aktuellen Zeitgeist anpassen soll, stand gestern vor dem Landtag zur Debatte. Dieser gab für die zweite Lesung noch einige Anregungen mit auf den Weg.

«Wir haben hier die wohl grösste Strafrechtsänderung seit 1989 vor uns. Es ist ein grosser Wurf», betont die zuständige Justizministerin Aurelia Frick am Freitag im Landtag. Mit der anstehenden 361 Seiten starken Reform soll das liechtensteinische Strafrecht an ein zeitgemässes Rechtsverständnis herangeführt und so wieder an die österreichische Rezeptionsvorlage von 2015 angepasst werden. Bislang war es stets so, dass Vermögensdelikte im Vergleich zu Delikten gegen Leib und Leben deutlich härter bestraft wurden. Ein Fakt, der vor allem auch im Bereich der Sexualdelikte immer wieder für öffentlichen Unmut sorgte.
Aus diesem Grund ist geplant, den Strafrahmen bei schwerer Körperverletzung von bis zu drei Jahren auf bis zu fünf Jahre zu erhöhen. Bei Vergewaltigung werde die Mindeststrafe ein Jahr Freiheitsstrafe anstelle von bisher sechs Monaten gesetzt. Bei schweren Fällen des sexuellen Missbrauchs, etwa mit tödlichen Folgen, soll künftig zudem eine lebenslange Freiheitsstrafe möglich sein. Ausserdem wird mit der Vorlage auch der Opferschutz ausgebaut. Dazu gehört eine verlängerte Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch von Minderjährigen und zusätzliche Erschwernisgründe, wie beispielsweise Vergehen gegen schutzbedürftige Personen. Im Gegenzug soll bei Vermögensdelikten die Wertgrenzen und der Strafrahmen angepasst werden. Bei schweren Fällen von Vermögensdelikten mit grossem Schaden bleiben die Strafen hingegen gleich. So könne ein zeitgemässes Verhältnis zwischen den Strafmassen erreicht werden.

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(sa)

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