Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Vor allem die höheren Kosten sorgten im Landtag für zahlreiche Detailfragen an die Regierungsbank. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|03.10.2018 (Aktualisiert am 04.10.18 10:08)

Landtag bewilligt Kredit für BMS-Provisorium

VADUZ - Wie erwartet sorgten vor allem die höheren Kosten - ein früherer, abgelehnter Antrag ging noch von 1,7 statt 2,68 Millionen Franken aus - für Kritik im Landtag. Schliesslich war die Notwendigkeit eines Provisoriums für die Berufsmaturitätsschule (BMS) jedoch unbestritten und die Abgeordneten stimmten dem Verpflichtungskredit mit 21 Stimmen zu.

Vor allem die höheren Kosten sorgten im Landtag für zahlreiche Detailfragen an die Regierungsbank. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Wie erwartet sorgten vor allem die höheren Kosten - ein früherer, abgelehnter Antrag ging noch von 1,7 statt 2,68 Millionen Franken aus - für Kritik im Landtag. Schliesslich war die Notwendigkeit eines Provisoriums für die Berufsmaturitätsschule (BMS) jedoch unbestritten und die Abgeordneten stimmten dem Verpflichtungskredit mit 21 Stimmen zu.

Im vergangenen Jahr legte Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch dem Landtag einen Verpflichtungskredit in Höhe von 1,7 Millionen Franken für das BMS-Provisorium vor, scheiterte mit seinem Anliegen jedoch, da die Abgeordneten quer durch alle Fraktionen zunächst eine allgemeine Schulbautenstrategie als Entscheidungsgrundlage wünschten. Als diese im März 2018 schliesslich vorlag, fällte der Landtag den Grundsatzentscheid für ein solches Provisorium am Standort der heutigen BMS am Giessen in Vaduz.

Warum kostet Provisorium nun fast eine Million Franken mehr?

Dass die Kosten dafür nun aber mittlerweile bei 2,68 Millionen Franken liegen, sorgte in der Landtagssitzung vom 3. Oktober für Unverständnis - und zahlreiche Fragen. Begründet wird die zusätzliche Million im Bericht und Antrag (BuA) der Regierung damit, dass damals mit einem zu geringen Raumbedarf geplant wurde. Die Erhöhung von 1,7 auf 2,68 Millionen Franken sei jedoch um einiges grösser, als die genannten 25 Prozent mehr Platzbedarf, wie der stellvertretende Abgeordnete Michael Ospelt (FBP) unter anderem feststellte. FBP-Fraktionssprecher Daniel Oehry stiessen zudem die Planungskosten sauer auf, welche sich im Gegensatz zum ersten Kreditantrag verdoppelt hätten.

Daniel Risch erklärte, dass bereits in der Schulbautenstrategie auf den erhöhten Platzbedarf hingewiesen wurde, es handle sich also um "keine neue Information". Der Mehrbedarf sei auf die Verlagerung des Teilzeitlehrgangs vom Abend- zum Tagesunterricht sowie der Erweiterung des Ausbildungsangebotes zurückzuführen. Die Planungskosten hätten sich deshalb erhöht, weil der Detaillierungsgrad mittlerweile höher wäre und zudem zusätzliche Leistungen wie Bauphysiker und Akustiker darin enthalten seien.

So stim­mten die Abgeordneten ab. (Scre­enshot: DF)

Neben Lorbeeren gab es schlussendlich für die BMS aus dem Landtag aber auch das Geld für ein Provisorium: Mit 21 Stimmen genehmigten die Abgeordneten die 2,68 Millionen Franken. Nur Wendelin Lampert (FBP) sowie die Mitglieder der Neuen Fraktion, die ausserhalb des Hohen Hauses mittlerweile als DPL-Politiker bekannt sind, stimmten dagegen. Herbert Elkuch sprach sich prinzipiell gegen ein Provisorium aus und hätte einen soliden und zweckmässigen Neubau bevorzugt, Thomas Rehak regte nochmals an, eine zentralere Variante als das geplante SZU II in Ruggel zu prüfen, wo die BMS ab 2028 ihren festen Platz fände. Dies stehe jedoch nicht zur Diskussion, verwies Risch auf die vom Landtag abgesegnete Schulbautenstrategie.

Bezug im nächsten Schuljahr

Der Bau soll nun im ersten Quartal 2019 in Angriff genommen und in den Sommerferien bezogen werden können. Damit stünde das Provisorium bereits ab dem Schuljahr 2019/20 für den Unterricht zur Verfügung. Die BMSler können sich dann über ein zweigeschössiges Gebäude westlich des bestehenden Schulgebäudes Giessen freuen. Der bisherige Hof und der rote Aussenplatz sollen erhalten bleiben. Im Provisorium selbst ist ein eigener Eingangsbereich mit Pausenraum vorgesehen, zudem wird es vier Klassenzimmer, zwei Gruppenräume, einen Fachraum «Gestalten» sowie die Verwaltungsinfrastruktur und Nebenräume geben. Eine Passerelle verbindet das Provisorium mit dem bestehenen Schulgebäude, in dem weiterhin drei Klassenzimmer durch die BMS genutzt werden sollen. Verschiedene Räume sowie Aussenflächen des Schulgebäudes Giessen sollen sowohl von der BMS als auch vom Freiwilligen 10. Schuljahr genutzt werden.  Das Provisorium ist behindertengerecht sowie erdbebensicher und wird in Modulbauweise erstellt. Dadurch kann der Holzbau, sofern er nach dem Auszug der BMS nicht weiter genutzt wird, an anderen Standorten wieder aufgebaut werden.

(df)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Politik
Liechtenstein|03.10.2018 (Aktualisiert am 03.10.18 16:38)
Nachtragskredit für Winterdienst einstimmig genehmigt
Volksblatt Werbung