Von links: Die FBP-Abgeordneten Elfried Hasler, Johannes Hasler und Eugen Nägele.
Politik
Liechtenstein|07.09.2018 (Aktualisiert am 07.09.18 19:26)

Doppelte Staatsbürgerschaft: FBP möchte Sprachkriterien verschärfen

VADUZ - Bei der Behandlung der doppelten Staatsbürgerschaft bei Einbürgerungen sprachen sich viele Abgeordnete im Landtag für eine Nachprüfung der Regierungsvorlage aus: Die FBP-Vertreter schlugen eine Erhöhung der sprachlichen Anforderungen vor, andere wünschten bilaterale Regelungen mit Ländern, die Liechtenstein im Gegenzug das Gegenrecht gewähren.

Von links: Die FBP-Abgeordneten Elfried Hasler, Johannes Hasler und Eugen Nägele.

VADUZ - Bei der Behandlung der doppelten Staatsbürgerschaft bei Einbürgerungen sprachen sich viele Abgeordnete im Landtag für eine Nachprüfung der Regierungsvorlage aus: Die FBP-Vertreter schlugen eine Erhöhung der sprachlichen Anforderungen vor, andere wünschten bilaterale Regelungen mit Ländern, die Liechtenstein im Gegenzug das Gegenrecht gewähren.

Ausländer sollen künftig nicht mehr auf ihr angestammtes Bürgerrecht verzichten müssen, wenn sie Liechtensteiner werden wollen – also nicht mehr den Pass ihres Heimatlandes abgeben (Stichwort: Verzicht auf den Verzicht). Nach einer Motion der Freien Liste hat sich der Landtag am Freitagmorgen mit der entsprechenden Gesetzesvorlage befasst. Bereits schon im Mai hat die FBP eine Volksabstimmung zum Thema angekündigt. Neben umfassenden Voten rund um die Grundsätze der doppelten Staatsbürgerschaft sowie persönliche Erfahrungen der Abgeordneten, standen vor allem die Inputs zur Verbesserung der Regierungsvorlage im Vordergrund.

FBP schlägt Ausweitung der Sprachkompetenz vor

"Wie hinlänglich bekannt ist, und was auch in der Vergangenheit immer wieder in entsprechenden Integrationsdebatten ins Feld geführt wurde, ist die Sprache der Schlüssel zur Integration", so Daniel Oehry in seinen einleitenden Worten im Namen der FBP-Fraktion. "Wir sollten die Chance ergreifen und bei der allfälligen Erteilung einer doppelten Staatsbürgerschaft bei Einbürgerung der Integration einen hohen Stellenwert zugestehen." Somit bat die Bürgerpartei die Regierung, der Sprachkompetenz eine entsprechende Rolle im Gesetz zuzugestehen. "Schliesslich wollen wir alle, dass Personen, welche eine liechtensteinische Staatsbürgerschaft besitzen gut integriert sind – und dazu ist es notwendig, dass diese Personen die Landessprache sprechen und verstehen", wie Oehry betonte. Johannes Hasler wurde konkreter - er schlug eine Erhöhung des Sprachniveaus auf B2 vor: "Ich finde, dass man für den Erhalt der liechtensteinischen Staatsbürgerschaft schon 'ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne grössere Anstrengungen auf beiden Seiten' führen können muss. " Heute gilt B1 als Einbürgerungskriterium - dies bedeutet: Eine Person "kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. oder auch dass  "man die meisten Situationen bewältigen kann, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet".

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