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Da half auch die richtige «Dächlekappa» nichts: Werner Heeb, Meta Gstöhl, Mario Schädler und Agnes Dentsch (von links)waren an der DU-Mitgliederversammlung unerwünscht und wurden des Raumes verwiesen. (Foto: DF)
Politik
Liechtenstein|01.09.2018 (Aktualisiert am 02.09.18 12:30)

Ausgestossene «sprengen» DU-Mitgliederversammlung

SCHAANWALD - Noch immer herrscht keine Einigkeit, wer denn nun Mitglied im DU-Verein ist und wer nicht. Der Konflikt gipfelte in einer Aktion, die von der Landespolizei beendet wurde.

Da half auch die richtige «Dächlekappa» nichts: Werner Heeb, Meta Gstöhl, Mario Schädler und Agnes Dentsch (von links)waren an der DU-Mitgliederversammlung unerwünscht und wurden des Raumes verwiesen. (Foto: DF)

SCHAANWALD - Noch immer herrscht keine Einigkeit, wer denn nun Mitglied im DU-Verein ist und wer nicht. Der Konflikt gipfelte in einer Aktion, die von der Landespolizei beendet wurde.

Da standen sie nun draussen im Regen: In ihren Augen Mitglieder des DU-Vereins, nach Ansicht der rund 20 Personen im Inneren, die im Laufe der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins am Freitagabend noch formal als Mitglieder bestätigt werden sollten, Verräter. Wie DU-Chef Harry Quaderer in einer Mitteilung begründete, würden die Betroffenen seit geraumer Zeit mit Erich Hasler, Thomas Rehak und Herbert Elkuch «gegen den Verein paktieren». Schon im Vorfeld erhielten deshalb insgesamt sieben Personen, darunter auch ehemalige DU-Landtagskandidaten, ein Schreiben von Quaderer: Der Vorstand habe einstimmig beschlossen, «Sie nicht in den Verein der Unabhängigen aufzunehmen. Wir bitten Sie, von jeglicher Versammlung der Unabhängigen fern zu bleiben, da Ihnen der Zutritt verwehrt bleiben wird».

Diese Bitte blieb zwar nicht ungelesen, wohl aber unerhört. Pünktlich betraten die Ausgestossenen den Saal und blickten in gut 20 wenig überraschte Gesichter – die ehemaligen DU-Kollegen hatten mit einer Aktion gerechnet. Während sich einige der Neuankömmlinge unter bösen Blicken und deutlichen Worten – «Ihr seid nicht eingeladen» – setzten, rief Harry Quaderer die vorab informierte Landespolizei an.

Liechtensteinischer «Erdogan»?

Es sollte aber noch etwas dauern, bis die Landespolizei mit Blaulicht und Sirenen angefahren kam und die unerwünschten Besucher wegwies. Bis dahin entbrannte eine Diskussion, inwiefern der DU-Vorstand in der Mitgliederfrage gesetzeskonform gehandelt hat. Die Protestler wollten eine Abstimmung initiieren. «Ihr habt hier nichts zu sagen, ihr seid keine Mitglieder mehr», machte Quaderer seinen Standpunkt klar. «Es kann nicht sein, dass du eigenständig Mitglieder ausschliesst – du musst dich nicht aufführen wie Erdogan», entgegnete der ehemalige DU-ler Werner Heeb. Er stützte sich wie seine Mitstreiter darauf, dass nur die Mitgliederversammlung als oberstes Organ des Vereins Mitglieder ausstossen kann, nicht aber der Vorstand – dies würde auch das Vereinsgesetz und Personen- und Gesellschaftsrecht so sehen.

Rechtliche Schritte eingeleitet

Dementsprechend zuversichtlich kündigten einige ausgestossene DU-ler gestern an, am Montag rechtliche Schritte einzuleiten. Dabei soll ebenfalls beleuchtet werden, wie die Parteienförderung verwendet wurde. Nicht damit in Verbindung gebracht werden wollten Thomas Rehak, Erich Hasler und Herbert Elkuch, die bei der Aktion nicht zugegen waren. Sie betonten, sich aus den rechtlichen Streitigkeiten herauszuhalten – sie wollen sich auf die Landtagsarbeit konzentrieren.

Quaderer will nach dem «peinlichen Störmanöver» vom Freitagabend ebenfalls keine Schritte einleiten. Sollte aber ein Rechtsstreit angestrebt werden, «müssen sie sich warm anziehen». In seinen Augen könne der Vorstand gemäss Statuten sehr wohl Mitglieder ausschliessen. Dass finanziell etwas nicht sauber gelaufen sei, wies er als «absoluten Hammer» von sich. Dies sei eine Verleumdung, schliesslich würde die Rechnung einer ordentlichen Revision unterzogen.

(df)

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