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(Foto: Aussenministerium)
Politik
Liechtenstein|24.08.2018 (Aktualisiert am 24.08.18 16:10)

Vortrag von Miroslav Lajčák: Migration fordert globale Lösungen

VADUZ - Der Präsident der Uno-Generalversammlung, der slowakische Aussenministers und Vizepremier Miroslav Lajčák hielt am Freitagmittag im Kunstmuseum in Vaduz einen Vortrag über Migration. Diese betrifft fast jeden einmal. Meist profitieren die betroffenen Länder von ihr. Gerade die erzwungene Migration bringt aber auch grosse Herausforderungen mit sich. 

(Foto: Aussenministerium)

VADUZ - Der Präsident der Uno-Generalversammlung, der slowakische Aussenministers und Vizepremier Miroslav Lajčák hielt am Freitagmittag im Kunstmuseum in Vaduz einen Vortrag über Migration. Diese betrifft fast jeden einmal. Meist profitieren die betroffenen Länder von ihr. Gerade die erzwungene Migration bringt aber auch grosse Herausforderungen mit sich. 

Gemäss der Definition der Internationalen Organisation für Migration ist jeder, der seinen Wohnort längerfristig verlässt, um anderswo zu leben, ein Migrant. «Ich habe zum Beispiel in der Schweiz studiert und gelebt. Später wohnte ich auch in Grossbritannien. Mein Ehemann ist nach dieser Definition ebenfalls ein Migrant und vermutlich werden auch meine Kinder einmal auf die eine oder andere Weise Migranten sein», sagte Liechtensteins Aussenministerin Aurelia Frick gestern Mittag im Kunstmuseum in Vaduz. Ihr Ministerium hatte zu einem Vortrag des slowakischen Aussenministers und Vizepremiers Miroslav Lajčák geladen, der der Uno-Generalversammlung seit fast einem Jahr als Präsident vorsitzt.

Mehrheit mit Migrationshintergrund

Liechtenstein habe in den vergangenen Jahrzehnten gesellschaftlich, wirtschaftlich und kulturell stark von der Migration profitiert, führte Regierungsrätin Frick weiter aus: «Ein Drittel unserer Bevölkerung hat keinen Liechtensteiner Pass und jeder zweite Liechtensteiner hat mindestens einen Elternteil, der ursprünglich nicht von hier stammt.» Dennoch seien die internationalen Wanderungsbewegungen eine innen- wie aussenpolitische Herausforderung für einen Kleinstaat. Liechtenstein profitiere zwar davon, von sicheren Staaten umgeben zu sein und auch nicht auf einer der grossen Migrationsrouten zu liegen. Entsprechend sei das Land aber moralisch auch in der Pflicht, sich dafür einzusetzen, die globalen Migrationsprobleme zum Wohler aller Beteiligten zu bewältigen.

360-Grad-Sicht notwendig

Dieses Engagement wusste Miroslav Lajčák denn auch zu würdigen: «Liechtenstein ist zwar eines der kleinsten Uno-Mitgliedsländer. Gleichzeitig aber in Sachen Migration auch eines der aktivsten.» Mit gutem Grund. Denn beinahe jeder Staat der Erde sei entweder Herkunfts-, Transit- oder Zielland der grossen Migrationsströme – sei es aus Ausbildungs- oder Familiengründen, der Arbeit wegen oder aus Furcht um Leib und Leben. Entsprechend seien für das globale und sensible Phänomen der Migration auch globale Lösungen notwendig.
«Die Migration ist ein komplexes Thema, das eine 360-Grad-Sicht verlangt», so Lajčák weiter. Neben der Souveränität der Mitgliedsstaaten müssten auch die Erfahrungen von Wirtschaftsmigranten, Flüchtlingen und Helfern berücksichtigt und die Menschenrechte beachtet werden. «Kein Staat kann dies auf sich allein gestellt erledigen», betonte der Präsident der Uno-Generalversammlung.

Arbeit noch längst nicht beendet

Dementsprechend dürfe die Bewältigung der Migrationsherausforderungen auch nicht auf reinen Theorien basieren. Push- und Pullfaktoren müssten gebührend berücksichtigt und gerade verletzliche Migrantengruppen wie Frauen oder unbegleitete Minderjährige besonders geschützt werden. «Diesbezüglich müssen wir aktiv und nicht reaktiv handeln», sagte Lajcak. Und die Uno spiele dabei eine zentrale Rolle. Sie dürfe keine Zeit verschwenden, denn sie könne viele Migrantenschicksale zum Positiven verändern. «Unsere Arbeit ist noch keinesfalls beendet», sagt der bald scheidende Präsident der Uno-Generalversammlung.

(df)

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