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DU-Chef Harry Quaderer. (Archivfoto: MZ)
Politik
Liechtenstein|22.08.2018 (Aktualisiert am 22.08.18 12:46)

«Finanzielle Unstimmigkeiten führten nicht zur DU-Spaltung»

VADUZ - Nach dem Riss bei DU sind grosse Verschiebungen bei den Sitzen in den Landtagskommissionen nicht zu erwarten. Derweil gibt es Zweifel, ob beim DU-Verein auch alles sauber gelaufen ist.

DU-Chef Harry Quaderer. (Archivfoto: MZ)

VADUZ - Nach dem Riss bei DU sind grosse Verschiebungen bei den Sitzen in den Landtagskommissionen nicht zu erwarten. Derweil gibt es Zweifel, ob beim DU-Verein auch alles sauber gelaufen ist.

Zum einen wird von einigen DU-Vereinsmitgliedern die Rechtsgültigkeit der jüngsten Mitgliederversammlungen angezweifelt, woraus schlussendlich der Rausschmiss von Erich Hasler sowie der Rücktritt von Thomas Rehak und Herbert Elkuch resultierte. Zum anderen waren Gerüchte im Umlauf, dass die «geschassten» Mitglieder vorgestern bei einer Versammlung ein Auge auf die finanziellen Ströme des DU-Vereins geworfen hätten. Bestätigen wollte dies jedoch niemand. Rehak, der zusammen mit Hasler und Elkuch momentan Gespräche mit DU-Mitgliedern führt, sagte auf Anfrage lediglich, dass es «Zweifel bei den Mitgliedern gibt, ob im Verein wirklich alles sauber gelaufen ist».

"Der Verein steht finanziell auf soliden Beinen."

DU-Chef Harry Quaderer

Der DU-Chef und Vorstandsvorsitzende Harry Quaderer winkte dagegen klar ab. «Die DU-Mitglieder sollen sich versammelt haben, um die Finanzen zu beleuchten? Da wissen Sie mehr als ich», führte er gegenüber dem «Volksblatt» aus. Er betonte, dass der Verein finanziell auf soliden Beinen stehe. Die Parteienförderung von jährlich rund 200 000 Franken seien für das «Hoi DU», Vereinsanlässe, Wahlkampf, etc. verwendet worden. Den Vorwurf, dass bei der Spaltung der Unabhängigen finanzielle Gründe mitgespielt hätten, wies Quaderer ebenfalls ab: «Nein, in meinen Augen überhaupt nicht.» Auch Thomas Rehak negierte und verwies auf den Status der Mitglieder und den Rausschmiss von Erich Hasler.

Von links: Die momentan parteilosen Abgeordneten Thomas Rehak, Erich Hasler und Herbert Elkuch. (Archivfoto: MZ)

Neuer Name noch offen

Weiter würden sich für Rehak Fragen finanzieller Natur momentan nicht stellen: «Wir müssen uns erst politisch organisieren. Das braucht Zeit.» So gelte es unter anderem, einen Fraktionssprecher zu bestimmen. Auch ein Name für die neue Fraktion sei noch nicht gefunden. Dies berichtete «volksblatt.li» bereits am Dienstag. Einem entsprechenden Facebook-Post folgten zahlreiche Namensvorschläge – da bleibt den ehemaligen Unabhängigen eigentlich mehr Zeit, das mehrere Dutzend «DU-ler» für ihre Sache zu gewinnen. Thomas Rehak zeigte sich selbstbewusst: «Da müssen wir nicht lange suchen. Dass viele DU-Mitglieder nicht ‹happy› sind, ist klar – Sympathien für uns sind auf jeden Fall da.» Aber auch die Unabhängigen möchten dranbleiben: «Natürlich ist der Vereinsvorstand zurzeit ständig in Kontakt und berät die nächsten Schritte. Eine Mitgliederversammlung soll so rasch wie möglich erfolgen», so Quaderer.

Landtagspräsident Albert Frick (FBP). (Archivfoto: MZ)

Gespräche mit dem Landtagspräsidenten

Was auf beiden Seiten – wie auch der Koalition FBP/VU – im Vordergrund steht: Dass sich der Landtag möglichst schnell wieder den Sach-themen widmen kann, und sich wegen der Krise nicht mit sich selbst beschäftigen muss. Dies auch mit Blick auf die Sitze in den Kommissionen. Hier hat Landtagspräsident Albert Frick bereits einen Vorschlag ausgearbeitet und vorgelegt. Während die Gespräche mit den Unabhängigen laut Harry Quaderer momentan noch laufen, hat das ehemalige DU-Trio Hasler/Elkuch/Rehak schon zugestimmt. «Es gab nicht viel zu diskutieren. Für uns hat der Vorschlag gepasst», sagte Thomas Rehak. «Grosse Verschiebungen finden hierbei ja nicht statt.»

(hm)

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