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Politik
Liechtenstein|15.08.2018 (Aktualisiert am 15.08.18 22:49)

Liechtenstein geht es gut, aber es sollte sich nicht darauf ausruhen

VADUZ - Sowohl Erbprinz Alois als auch Landtagspräsident Albert Frick betonten in ihren Ansprachen zum Staatsfeiertag die gute Ausgangslage Liechtensteins. Umso mehr gelte es aber nun, wichtige Reformen und Investitionen anzugehen. Dem konnten sich auch einige Politiker auf "Volksblatt"-Anfrage anschliessen.

VADUZ - Sowohl Erbprinz Alois als auch Landtagspräsident Albert Frick betonten in ihren Ansprachen zum Staatsfeiertag die gute Ausgangslage Liechtensteins. Umso mehr gelte es aber nun, wichtige Reformen und Investitionen anzugehen. Dem konnten sich auch einige Politiker auf "Volksblatt"-Anfrage anschliessen.

Liechtenstein hat es in den vergangenen Jahrzehnten weit gebracht. "Das vorausschauende Entscheiden, das flexible, pragmatische und sorgfältige Umsetzen von Entscheidungen sowie die Solidarität nach innen und nach aussen haben Liechtensteins Erfolgsgeschichte geschrieben", fasste Erbprinz Alois die Stärken des Landes zusammen. Er unterstrich ausserdem den grossen finanziellen und zeitlichen Einsatz von vielen Ehrenamtlichen, ohne die die staatlichen Institutionen, das starke und sozial integrative Vereinswesen sowie die sozialen Dienste und Organisationen nicht denkbar seien: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft nur dann erfolgreich sein können, wenn wir auf dieses breit getragene und vielfältige Engagement zurückgreifen können."

Dem konnten sich auch einige Politiker im Rosengarten anschliessen. So meinte etwa die FBP-Abgeordnete Susanne Eberle-Strub, dass Vereine und Ehrenamtliche eine wichtige Rolle für Liechtenstein und deren Stabilität spielen würden. Auch ihrem Parteikollege Johannes Hasler gefiel dieser Ansatz: "Der Erbprinz hat aufgezeigt, wie wichtig bei uns das Vereinsleben und der Zusammenhalt der Gesellschaft sind. Er meinte aber auch, dass es Dinge gibt, die wir für die Zukunft mit Mut und Weitblick angehen müssen – da hat er ganz recht."

Sozialwerke weiter reformieren

So appellierte der Erbprinz einmal mehr, die Sozialwerke weiter zu sichern: "Wenn wir unsere Sozialsysteme, insbesondere jene der Gesundheitsvorsorge, Altersvorsorge und Alterspflege, nicht weiter reformieren, wird unsere Jugend entweder einmal erhebliche Steuererhöhungen tragen oder sich mit wesentlich niedrigeren Pensionen und sonstigen Sozialleistungen begnügen müssen." Künftige Generationen sowie die Umwelt würden zudem unter demenormen Ressourcenverbrauch leiden. Man müsse daher neue Wege finden, um die Ressourcen effizienter und nachhaltiger zu nutzen – etwa durch neue Technologien oder Geschäftsmodelle. "Dies erfordert ein Umdenken auf allen Ebenen – von Konsumenten, Unternehmern, Investoren und der Politik", mahnte der Erbprinz.

Angesichts dieser Herausforderungen gelte es, globale Trends rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Initiativen und Veränderungsprozesse zu definieren. Die Neuausrichtung des Finanzplatzes sei diesbezüglich ein gutes Beispiel. Ähnliche Initiativen bräuchte es auch in Bereichen wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Raum- und Verkehrsplanung. "Weitblick und Mut zur Veränderung sowie Geschick bei der Umsetzung sind gefordert", so Erbprinz Alois.

Einnahmenseite beleuchten

Wie wegweisend die Worte des Erbprinzen sein können, verdeutlichte Landtagspräsident Albert Frick in seiner Rede an einem Beispiel. So sei die Forderung, die Sozialwerke zu reformieren, nicht ungehört geblieben und habe Liechtenstein gegenüber anderen Staaten in eine vorteilhafte Lage gebracht. "Wie auch der Landtagspräsident
erwähnt hat, haben wir hier aber einige grosse Schritte gemacht", findet auch der FBP-Abgeordnete Elfried Hasler. 

Der Landtagspräsident warnte allerdings davor, angesichts des ausgeglichenen Staatshaushalts und des hohen Finanzvermögens allzu sehr in Euphorie zu verfallen. Trotz Hochkonjunktur weise die Betriebsrechnung des Landes nur ein knappes Plus auf, in einer Wirtschaftskrise dürfte das finsterer aussehen. "Es ist daher ratsam, sich mit dem Szenario Krisenzeit auseinanderzusetzen und nach Jahren des Sparens allenfalls auch einmal einen Blick auf die Einnahmenseite des Staates zu werfen", mahnte Frick. Solange das Wirtschaftswunder anhält, sollten jedoch genügend Mittel vorhanden sein, um Sozialwesen, Alterspflege, Gesundheitswesen, Kultur- und Sportförderung sowie viele andere Bereiche auf einem hohen Niveau sicherzustellen.

Dem konnte sich auch der stellvertretende DU-Abgeordnete Ado Vogt anschliessen: "Der Landtagspräsident und der Erbprinz betonten, dass Liechtenstein viel erreicht hat. Wir müssen aber aufpassen und für die nächsten Generationen Möglichkeiten schaffen, dass auch sie das Gleiche erreichen können, wie wir jetzt haben."

(df)

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