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Johannes Kaiser im Kreise ehemaliger Weggefährten. Seit März ist er nicht mehr Mitglied der FBP. (Archivfoto: Michael Zanghellini)
Analyse
Liechtenstein|14.07.2018 (Aktualisiert am 15.07.18 20:06)

Nach Parteiaustritt: Wohin führt die Reise von Johannes Kaiser?

Die Frage nach der politischen Zukunft von Johannes Kaiser beschäftigt Liechtenstein spätestens seit dem 9. März 2018. Es war erst das zweite Mal in der Geschichte, dass ein amtierender Landtagsabgeordneter seiner Partei den Rücken kehrt.

Johannes Kaiser im Kreise ehemaliger Weggefährten. Seit März ist er nicht mehr Mitglied der FBP. (Archivfoto: Michael Zanghellini)

Die Frage nach der politischen Zukunft von Johannes Kaiser beschäftigt Liechtenstein spätestens seit dem 9. März 2018. Es war erst das zweite Mal in der Geschichte, dass ein amtierender Landtagsabgeordneter seiner Partei den Rücken kehrt.

In circa zweieinhalb Jahren stehen die nächsten Landtagswahlen an. Noch davor muss sich der parteifreie Abgeordnete Johannes Kaiser entscheiden.

Drei Szenarien sind realistisch: Johannes Kaiser gründet eine neue Partei, er schliesst sich den «Unabhängigen» (DU) an oder er zieht sich aus der Politik zurück. Ausschliessen will er derzeit nichts.

Dennoch scheint ein Rückzug momentan das unwahrscheinlichste Szenario zu sein. «Der Austritt aus der FBP hat mein Feuer sogar noch weiter angefacht», sagt Kaiser im Sommergespräch mit volksblatt.li

Den Gang zu den «Unabhängigen» hingegen würden ihm wohl einige seiner Stammwähler nicht verzeihen. Zudem liefe er Gefahr, sich in Machtkämpfe innerhalb der DU zu verstricken. Denn wer wie Johannes Kaiser eine Allergie gegen Autoritäten hat, will oft auch die Zügel in der Hand halten.

Gleichzeitig ist es ein schwieriges Unterfangen, eine neue Partei zu etablieren – in Liechtenstein vermutlich noch mehr als in anderen Ländern. Eine «Liste Kaiser» müsste einen Weg finden, sich von den anderen Parteien abzuheben. Ein Stück weit könnte Johannes Kaiser darauf bauen, dass das Image der «Unabhängigen» weiter bröckelt. Er könnte aus deren Fehler lernen und versuchen, DU in ihrer Funktion als Protestpartei abzulösen.

Über all das habe er sich noch nicht allzu viele Gedanken gemacht, sagt Johannes Kaiser. In den kommenden Monaten wird er sich diese jedoch machen müssen. Wohl wird der Politikstratege seine Entscheidung jedoch so lange wie möglich für sich behalten und den richtigen Zeitpunkt abwarten.

(ds)

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