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Von links: Daniel Miescher (Leiter Abteilung Mittel- und Hochschulwesen; Leitung der Lektionentafel-Erarbeitung), Rachel Guerra (Abteilungsleiterin Pflichtschule und Kindergarten; Projektverantwortliche), Bildungsministerin Dominique Gantenbein ,Elvira Schoch, Projektleiterin und Schulamtsleiter Arnold Kind. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|13.06.2018 (Aktualisiert am 13.06.18 22:49)

Regierung stellt neuen Lehrplan LiLe zur Diskussion

VADUZ - Seit Ende Mai liegt der Gesamtentwurf des neuen Liechtensteiner Lehrplans (LiLe) vor, der auf Basis des Schweizer Lehrplans 21 erarbeitet wurde. Nun haben alle Interessierten die Möglichkeit, bis Ende August dem Schulamt Rückmeldung zu geben. Am Mittwochabend, 13. Juni 2018 fand dazu im Rathaussaal in Vaduz eine Informationsveranstaltung statt. Das Bildungsministerium und das Schulamt stellen dabei den ersten Gesamtentwurf des "LiLe" vor.

Von links: Daniel Miescher (Leiter Abteilung Mittel- und Hochschulwesen; Leitung der Lektionentafel-Erarbeitung), Rachel Guerra (Abteilungsleiterin Pflichtschule und Kindergarten; Projektverantwortliche), Bildungsministerin Dominique Gantenbein ,Elvira Schoch, Projektleiterin und Schulamtsleiter Arnold Kind. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Seit Ende Mai liegt der Gesamtentwurf des neuen Liechtensteiner Lehrplans (LiLe) vor, der auf Basis des Schweizer Lehrplans 21 erarbeitet wurde. Nun haben alle Interessierten die Möglichkeit, bis Ende August dem Schulamt Rückmeldung zu geben. Am Mittwochabend, 13. Juni 2018 fand dazu im Rathaussaal in Vaduz eine Informationsveranstaltung statt. Das Bildungsministerium und das Schulamt stellen dabei den ersten Gesamtentwurf des "LiLe" vor.

Der erste Gesamtentwurf des LiLe wurde von einem Projektteam im Auftrag der Regierung erarbeitet, nachdem diese im Dezember 2016 beschlossen hat, den Liechtensteiner Lehrplan auf der Basis des Lehrplans 21 der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) unter Berücksichtigung der notwendigen landesspezifischen Anpassungen neu zu erarbeiten. Damit soll die Schule mit den gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen Schritt halten. "Die aktuell gültige Fassung entspricht nicht mehr den künftigen Anforderungen an die Bildung", so die zuständige Bildungsministerin Dominique Gantenbein. "Der Lehrplan formuliert den Auftrag der Gesellschaft an die Schule. Und jeder von uns ist Teil dieser Gesellschaft. Es ist mir daher wichtig, dass vor der finalen Verabschiedung möglichst viele Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigt werden können." Alle, die etwas beitragen können, seien daher eingeladen, Rückmeldung zu geben.

Die wesentlichen Neuerungen

Nach den einleitenden Worten von Bildungsministerin Dominique Gantenbein stellten Elvira Schoch, Projektleiterin sowie die beiden Schulamtsmitarbeitenden Rachel Guerra (Abteilungsleiterin Pflichtschule und Kindergarten; Projektverantwortliche) und Daniel Miescher (Leiter Abteilung Mittel- und Hochschulwesen; Leitung der Lektionentafel-Erarbeitung) den LiLe-Gesamtentwurf vor. Dabei ging es auch um die Hintergründe, den Erarbeitungsprozess und den weiteren Fahrplan. Der neue Lehrplan stelle "Kompetenzen" ins Zentrum. Das bedeutete, dass der Lehrplan nicht bereits erfüllt ist, wenn der Stoff im Unterricht behandelt wurde, sondern erst, wenn die Kinder und Jugendlichen diesen Stoff auch verstehen und ihn in unterschiedlichen Kontexten anwenden können, erklärte Dominique Gantenbein.

Das Kernteam erläuterte weiter, in welchen Bereichen in Berücksichtigung der landesspezifischen Anforderungen, vom Schweizer Lehrplan 21 abgewichen wurde. Anpassungen seien beispielsweise erforderlich gewesen, da der Kindergarten im Unterschied zur Schweiz in Liechtenstein freiwillig ist sowie die Primarschule hierzulande 5 Jahre - nicht wie in den Deutschschweizer Kantonen 6 Jahre - dauert. Zudem seien auch Anpassungen in den Bereichen Staatskunde, Geschichte, Geographie und Unterricht über die Religionen sowie betreffend den Zeitpunkt der Einführung der Fremdsprachen notwendig gewesen.

Zu den neuen Lehrinhalten gehört: "Wirtschaft, Arbeit und Haushalt" und "Medien und Informatik". Der Fachbereich "Mensch und Umwelt" heisst neu "Natur, Mensch und Gesellschaft". Es werde zudem grossen Wert auf Überfachliches wie die Sozialkompetenz und fächerübergreifendes, interdisziplinäres Arbeiten gelegt.

Die nächsten Schritte

Nachdem das Projektteam die notwendigen Anpassungen im Unterschied zu Schweizer Lehrplan 21 erarbeitet und die Resultate regelmässig in "Hearings" mit Lehrpersonen und Schulhausteams gespiegelt habe, hätten nun alle Interessierten die Möglichkeit, dem Schulamt bis zum 31. August 2018 Rückmeldung zu geben. Dieses Feedback werden anschliessend vom Projektteam ausgewertet und nach ihrer Prüfung entsprechend in den Endentwurf eingearbeitet. Voraussichtlich im Dezember 2018 werde der neue Lehrplan der Regierung zur Beschlussfassung vorgelegt. Ab 2019 seien dann Weiterbildungen für die Lehrerschaft geplant und im Schuljahr 2019/20 soll die 4-jährige Einführungsphase des LiLe beginnen.

(ikr/red)

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