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Im Vergleich mit anderen Ländern müssen Liechtensteiner deutlich weniger Steuern und Abgaben zahlen. (Foto: Shutterstock)
Politik
Liechtenstein|13.06.2018

Abgabenlast für Liechtensteiner vergleichsweise tief

VADUZ - Liechtenstein weist nicht nur eine international tiefe Fiskalquote auf. Selbst wenn obligatorische Prämien berücksich­tigt werden, ist die Steuer- und Abgabenlast tief.

Im Vergleich mit anderen Ländern müssen Liechtensteiner deutlich weniger Steuern und Abgaben zahlen. (Foto: Shutterstock)

VADUZ - Liechtenstein weist nicht nur eine international tiefe Fiskalquote auf. Selbst wenn obligatorische Prämien berücksich­tigt werden, ist die Steuer- und Abgabenlast tief.

Die Fiskalquote weist Belastung einer Volkswirtschaft durch Steuern und Sozialabgaben aus. Mit 20,8 Prozent weist Liechtenstein nach den aktuellsten Zahlen aus 2015 im internationalen Vergleich eine tiefe Fiskalquote aus und lag vor den USA (26,4 Prozent) und der Schweiz (27,9 Prozent). «Bürger, denen am Ende eines Monats nichts übrig bleibt, reiben sich ob dieser optimistischen Statistik die Augen», meinte Rainer Beck (VU) in einer Kleinen Anfrage im Juni-Landtag. Er bezog sich auf einen «Weltwoche»-Artikel, wonach einzelne Länder diverse Kosten, die staatlich verpflichtend sind, einfach nicht einrechnen lassen – etwa Krankenkassenprämien. Ansonsten würde die Abgabenlast in der Schweiz aber bei mindestens 44,1 Prozent liegen, wie Marco Salvi von Avenir Suisse in dem Artikel vorrechnete. Beck wollte daher von Regierungschef Adrian Hasler wissen, wie sich die Fiskalquote in Liechtenstein ändern würde, würden solche verpflichtenden Abgaben miteinberechnet.

Immer noch relativ tief

Tatsächlich berechnet Liechtenstein die Fiskalquote nach internationalen Vorgaben, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Dabei scheinen einige verpflichtende Abgaben jedoch nicht auf. Dazu zählen etwa die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung, der Krankentaggeldversicherung, der zweiten Säule der Altersvorsorge, der Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung sowie der Gebäudeversicherung, zählte Hasler auf. Insgesamt belaufen sich diese zusätzlichen Prämien auf 587 Millionen Franken – pro Einwohner also durchschnittlich 15 529 Franken. «Dabei ist jedoch zu beachten, dass rund die Hälfte der Prämien für die Krankentaggeldversicherung, der Altersvorsorge und der Unfallversicherung von Zupendlern stammen», merkte Hasler an. Würden diese obligatorischen Prämien in die Fiskalquote – zulasten der internationalen Vergleichbarkeit – miteinberechnet, würde dies einen theoretischen Wert von 29,8 Prozent ergeben.

Studie zu verfügbarem Einkommen

«Die Fiskalquote misst die Steuereinnahmen und Sozialversicherungsabgaben im Verhältnis zum BIP und lässt damit keine direkten Rückschlüsse auf die Steuer- und Abgabenbelastung der Bevölkerung zu», erklärte der Regierungschef allerdings. Er verwies hierzu auf die Studie «Das verfügbare Einkommen in Liechtenstein im Vergleich mit der Schweiz» hin. In dieser zeige das Liechtenstein-Institut die Steuer- und Abgabenlast je nach Einkommens- und Familiensituation auf. So stehe beispielsweise einer alleinstehenden Person in Vaduz mit einem Jahreseinkommen von 60 000 Franken nach Transfers, Steuern und Abgaben 49 725 Franken zur Verfügung, was einer Belastung von 17,1 Prozent entspreche.

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