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Mit dem Regierungswechsel in Österreich wechselte auch Juliane Bogner-Strauss von der Wissenschaft in die Politik. (Foto: Paul Trummer)
Politik
Liechtenstein|09.05.2018

«Familienbonus ist unabhängig davon, ob das Kind zu Hause oder extern betreut wird»

SCHELLENBERG - Die österreichische Ministerin Juliane Bogner-Strauss sprach in Schellenberg – mit Ausblick auf das Dreiländereck – mit dem «Volksblatt» über Frauenquoten, Familienpolitik und die Indexierung von Sozialleistungen an die Lebenskosten im jeweiligen Land.

Mit dem Regierungswechsel in Österreich wechselte auch Juliane Bogner-Strauss von der Wissenschaft in die Politik. (Foto: Paul Trummer)

SCHELLENBERG - Die österreichische Ministerin Juliane Bogner-Strauss sprach in Schellenberg – mit Ausblick auf das Dreiländereck – mit dem «Volksblatt» über Frauenquoten, Familienpolitik und die Indexierung von Sozialleistungen an die Lebenskosten im jeweiligen Land.

«Volksblatt»: Eine Frage, die Sie im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen vermutlich häufiger hören: Wie bringen Sie als Mutter das zeitintensive Ministeramt mit ihrem Familienleben in Einklang?

Juliane Bogner-Strauss: Eine Frage, die ich nie beantworte (lacht). Nein, es funktioniert gut. Ich habe in der Wissenschaft auch viel gearbeitet und war oft unterwegs, von dem her ist das nichts Neues für mich.

Für viele andere funktioniert das vielleicht noch nicht so gut, was wollen Sie als Ministerin tun, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen?

Was mir sehr geholfen hat war, dass wir vom ersten Geburtstag meiner Kinder an eine Kinderbetreuung hatten. Zudem haben wir uns ein gutes Netzwerk in der Schule, Kindergarten und im Freundeskreis aufgebaut, die auch mal die Kinder nahmen. In Österreich gibt es auch ein Netzwerk an familienfreundlichen Unternehmen, das vermehrt gefördert gehört. Die teilnehmenden Unternehmen können damit zeigen, dass sie familienfreundlich sind. Das ist ein extremer Benefit für die Unternehmen, weil es dann leichter ist, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu lukrieren. Familienfreundlichkeit hat mittlerweile einen höheren Stellenwert als das Gehalt.

Wird das vom Staat gefördert oder ist das eine private Initiative?

Der Kinderbetreuungsausbau ist ein Thema des Staates, das sind zweckgebundene Bundesmittel, die von den Ländern noch gestärkt werden. Das Netzwerk der familienfreundlichen Unternehmen wurde von meinem Ressort initiiert und wird von den Unternehmen getragen.

Also ähnlich wie die Ivoclar, deren Kita Sie heute besucht haben?

Genau. Die sind im System eingegliedert und nutzen auch die Betreuungsorganisationen und Vereine. Manchmal gibt es auch überbetriebliche Kindergärten. Teils gibt es auch Tageseltern, die dann die Randzeiten übernehmen.

In Liechtenstein kommt bei der Debatte um Kita-Finanzierung schnell das Argument auf, dass damit jene, die zuhause betreuen, benachteiligt werden. Wie wird die Wahlfreiheit in Österreich gehandhabt?

Wir sprechen uns sehr für eine Wahlfreiheit aus. Der Kindergarten ist gefördert und die Elternbeiträge nach Gehalt gestaffelt. Wenn Eltern zu Hause bleiben, zahlt der Staat derzeit nichts. Eltern zahlen in den Steuertopf und damit indirekt in das Kinderbetreuungssystem ein, damit es auch begründet, dass man die externe Kinderbetreuung unterstützt. Wir haben aber ab 1. Januar 2019 den Familienbonus, der unabhängig davon ist, ob das Kind zu Hause oder extern betreut wird. Wenn man beispielsweise 1750 Euro verdient, was in Österreich unter dem Medianeinkommen liegt, kann man für ein Kind 1500 Euro zur Gänze von den Steuern absetzen. Wenn man 2300 Euro verdient, kann man zwei Kinder zur Gänze absetzen.

Diesbezüglich wurde allerdings der Vorwurf laut, dass vor allem Alleinerzieherinnen wenig davon haben, da Sie oftmals so wenig verdienen, dass sie keine Steuern einzahlen.

Die letzte Steuerreform von 2016 hat vor allem Erleichterungen für jene gebracht, die im Niedriglohnbereich sind. Der Eingangssteuersatz wurde gesenkt. Jene, die aber parallel zu den Kindern arbeiten gehen, sind doppelt belastet. Für diese wollten wir etwas ändern. Vom Familienbonus profitieren 1,6 Millionen Kinder und für die Alleinerzieher wird es einen Absetzbetrag von 250 Euro pro Jahr geben. Aber das klare Ziel der Bundesregierung war eine Steuerentlastung.

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(df)

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