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Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch machte keinen Hehl daraus, dass er das Heu nicht in allen Bereichen auf der gleichen Bühne wie die LRF-Führung hatte. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|03.05.2018 (Aktualisiert am 03.05.18 17:43)

Landtag bricht Lanze für Radio L, übt aber auch Kritik

VADUZ - Der Jahresbericht des Liechtensteiner Rundfunks sorgte für ernste Gesichter im Landtag, denn der Sender hatte einen Verlust in Höhe von 166 000 Franken ausgewiesen. Verschiedene Abgeordnete hoben in der Debatte dennoch die Relevanz des Senders für das Land hervor.

Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch machte keinen Hehl daraus, dass er das Heu nicht in allen Bereichen auf der gleichen Bühne wie die LRF-Führung hatte. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Der Jahresbericht des Liechtensteiner Rundfunks sorgte für ernste Gesichter im Landtag, denn der Sender hatte einen Verlust in Höhe von 166 000 Franken ausgewiesen. Verschiedene Abgeordnete hoben in der Debatte dennoch die Relevanz des Senders für das Land hervor.

"Radio L macht ein sehr gutes Programm, das sehr wichtig ist für unser Land. Und ich hoffe, dass sie noch lange senden können", lobte beispielsweise Eugen Nägele (FBP). Auch Susanne Eberle-Strub (FBP) attestierte dem Radio eine hohe Relevanz. Gerade beim Totalausfall der Telecom habe sich gezeigt, wie wichtig ein eigener Radio-Sender für das Land ist. Ins gleiche Horn stiess Gunilla Marxer-Kranz (VU): "In Notfallsituationen braucht es einen eigenen Sender." Mehr Geld fürs Radio forderte Thomas Lageder (FL), der sich auch schon in der Vergangenheit immer sehr positiv über den Sender geäussert hatte. Das Radio sei "understaffed and overworked" - habe also zu wenig Personal, um den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen: "Nun, da der Staatshaushalt saniert ist, ist es an der Zeit, die Hände aus dem Schoss zu nehmen und endlich zu handeln", verlangte Lageder. Auch Günter Vogt (VU) votierte in diese Richtung: "Wenn wir ein Radio Liechtenstein wollen, dann muss der Staat auch Geld investieren. Radio L ist heute einfach unterfinanziert."

Fehler der Geschäftsführung

Doch es gab auch Kritik: Sauer stiess vielen Abgeordneten auf, dass die Radio-Geschäftsführung in den vergangenen Jahren einen falschen Mehrwertsteuersatz abgerechnet hatte, was nun die finanzielle Situation zusätzlich verschärft. 140 000 Franken muss der Sender der Steuerverwaltung nachzahlen. Es wäre zwar möglich, die Summe schrittweise abzustottern, doch das sei nicht zielführend, befand Wirtschaftsminister Daniel Risch: "Wir sollten die Vergangenheit nicht abstottern, sondern bereinigen, deshalb werde ich im Juni mit einem Nachtragskredit in den Landtag kommen", kündigte Risch an. Der stellvertretende VU-Abgeordnete Rainer Beck machte seinem Ärger Luft: "Dies ist nun nach dem SUISA-Swissperform-Urheberrechtsgebühren-Debakel, für welches der Landtag im letzten September einen Nachtragskredit in Höhe von 345 000 Franken gesprochen hat, ein weiterer grober Fehler in der Geschäftsführung des Liechtensteinischen Rundfunks und es stellt sich unweigerlich die Frage, ob und wie viele weitere Leichen noch im Keller des Radio L liegen."

Aber auch ohne zusätzliche Leichen werden Zusatzkosten auf den Staat zukommen. Denn die Technik des Senders ist in die Jahre gekommen und dringend revisionsbedürftig. Daher wird der Landtag wohl auch noch in diesem Jahr über einen weiteren Kredit in Höhe von rund zwei Millionen Franken befinden müssen.


(dq)

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