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Zuerst hatte es Herbert Elkuch (DU) mit einer Motion probiert, diese wurde dann in ein Postulat umgewandelt. Damit erreichten er und seine Kollegen im Landtag volle Punktzahl. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|28.03.2018 (Aktualisiert am 29.03.18 08:42)

Werdende Mütter sollen von Arztkosten befreit werden

VADUZ – Um Mütter vor, während und nach der Geburt eines Kindes gänzlich von den Arztkosten zu befreien, müsste jeder Versicherte circa 50 Rappen mehr Krankenkassenprämie bezahlen. Das hat das Ministerium für Gesellschaft im Zuge einer Postulatsbeantwortung berechnet. Diese erntete im Landtag breite Zustimmung.

Zuerst hatte es Herbert Elkuch (DU) mit einer Motion probiert, diese wurde dann in ein Postulat umgewandelt. Damit erreichten er und seine Kollegen im Landtag volle Punktzahl. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ – Um Mütter vor, während und nach der Geburt eines Kindes gänzlich von den Arztkosten zu befreien, müsste jeder Versicherte circa 50 Rappen mehr Krankenkassenprämie bezahlen. Das hat das Ministerium für Gesellschaft im Zuge einer Postulatsbeantwortung berechnet. Diese erntete im Landtag breite Zustimmung.

Je nach Ausgestaltung beziffert die Regierung den Entfall der Kostenbeteiligung während der Mutterschaft mit 150 000 bis 170 000 Franken pro Jahr. «Das entspricht rund 0,1 Prozent des Prämienvolumens oder umgerechnet auf die Durchschnittsprämie weniger als 50 Rappen pro Monat und versicherter Person», heisst es in der Postulatsbeantwortung. Zur Umsetzung der Massnahme ist eine Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) erforderlich. Diese wurde nun im Landtag angestossen. Das Postulat, das vornehmlich aus der Feder des DU-Abgeordneten Herbert Elkuch stammt, erntete einhellige Zustimmung. Damit ist der Weg für das Ministerium frei, eine entsprechende Gesetzesvorlage zu erarbeiten. Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini rechnet damit, dass dies nicht allzu lange dauern wird. Er behielt sich aber vor, die Vorlage noch mit anderen Themen im Krankenversicherungsgesetz zu koppeln, dann könnte es noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, so der Minister.

Für Diskussionsstoff im Landtag sorgte lediglich ein Thema: 16 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter haben freiwillig eine höhere Franchise gewählt und bezahlen im Gegenzug eine tiefere Krankenkassenprämie. Verschiedene Abgeordnete waren der Ansicht, dass Frauen, die eine höhere Franchise gewählt haben, die entsprechende Differenz selber berappen sollen.

Gemäss aktueller Rechtslage in Liechtenstein gilt eine Kostenbefreiung nur für definierte Leistungen wie Vor- und Nachsorge, Geburtshilfe und Stillberatung. Für die Behandlung aller anderen gesundheitlichen Störungen – zu denen auch Schwangerschaftskomplikationen gehören – müssen sich die Versicherten an den Kosten beteiligen. Künftig sollen Frauen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zehn Wochen nach der Geburt von der Kostenbeteiligung in der OKP befreit werden.

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