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Politik
Liechtenstein|27.03.2018 (Aktualisiert am 22.08.18 23:01)

Trotz Telecom-Ausfall liegt die Swisscom in weiter Ferne

Nachdem die Telecom Liechtenstein am Sonntag und am Montag zwei landesweite Totalausfälle zu verzeichnen hatte, steht das Unternehmen stark unter Beschuss. Am heutigen Dienstag soll der zuständige Minister Daniel Risch ausserplanmässig im Landtag Stellung nehmen.

Am Ende hatte es doch auch etwas Versöhnliches, als am Montag, gegen 19 Uhr, auf Facebook ein tatsächlich ernst gemeintes "Danke Telecom!" zu lesen war.

Dieses kam wenig überraschend nicht seitens der in den Kommentarspalten tobenden FL1-Kritiker, sondern von der Feuerwehr Mauren. Im ganzen Land hatten die Feuerwehrleute bereits den zweiten Tag infolge zum Pikettdienst einrücken müssen. Wegen der "Grossstörung" im Telefonnetz hätte die Alarmierung der Einsatzkräfte im Notfall nämlich erneut nicht gewährleistet werden können. Zum Dank gab es dann offenbar einen "Znacht" – spendiert von der Telecom Liechtenstein.

Die Empörung war zuvor jedoch einmal mehr gross gewesen. Die Telefonie lag am Montagnachmittag, kurz vor 15 Uhr, erneut am Boden. Die Landespolizei – nur unter einer Schweizer Handynummer erreichbar – war wieder vermehrt auf Patrouille. Auch diverse vom Internet abhängige Dienste waren zeitweise nicht verfügbar.

Harry Quaderer, DU-Partei- und Fraktionschef, forderte nach bekanntwerden der zweiten Grossstörung bei der Telecom innert zwei Tagen den zuständigen Infrastrukturminister Daniel Risch auf, in der Landtagssitzung vom heutigen Dienstag öffentlich Stellung zu nehmen.

VU will Risch die Gelegenheit geben

Der VU-Fraktionssprecher Günter Vogt sprach hingegen bereits am Montagvormittag – nach der ersten Grossstörung vom Sonntag – nicht nur von nötigen personellen Konsequenzen bei der Telecom, sondern auch von einer möglichen Rückkehr zur Swisscom. Diese Option müsse nun offen diskutiert werden, sagte er dem "Volksblatt".

Eine Medienmitteilung der VU-Landtagsfraktion folgte am späteren Montagabend – als die zweite Grossstörung vom Montagnachmittag mittlerweile wieder behoben war. Darin heisst es, die Fraktion wolle dem Infrastrukturminister Daniel Risch – er gehört selbst der VU an – die Möglichkeit geben, dem Landtag "öffentlich und proaktiv" die Sicht seines Ministeriums zur aktuellen Situation der Telecom Liechtenstein kund zu tun. 

"Die Partnerschaft mit der Telekom Austria verläuft sehr positiv und es gibt derzeit keinen Anlass, dies zu ändern"

Daniel Risch, Infrastrukturminister
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(ds)

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