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Bildungsministerin Dominique Gantenbein: «Das Provisorium soll auf dem Areal des Schulzentrums Mühleholz respektive im Nahbereich dessen entstehen.» (Foto: ZVG)
Politik
Liechtenstein|03.02.2018 (Aktualisiert am 03.02.18 20:19)

Schulraumplanung bis mindestens 2050 aufgegleist

VADUZ -  Im Mai hatte Infrastrukturminister Daniel Risch Kreditvorlagen für zwei Schulraumprovisorien vorgelegt, die vom Landtag jedoch hochkant verworfen wurden. Zuerst müsse eine Schulbautenstrategie her, so der Tenor. Diese hat Bildungsministerin Dominique Gantenbein am Dienstag präsentiert. Auch sie plädiert für den Bau von Provisorien zur Überbrückung eines Engpasses im Oberland und möchte im Unterland das Schulzentrum SZU II bauen.

Bildungsministerin Dominique Gantenbein: «Das Provisorium soll auf dem Areal des Schulzentrums Mühleholz respektive im Nahbereich dessen entstehen.» (Foto: ZVG)

VADUZ -  Im Mai hatte Infrastrukturminister Daniel Risch Kreditvorlagen für zwei Schulraumprovisorien vorgelegt, die vom Landtag jedoch hochkant verworfen wurden. Zuerst müsse eine Schulbautenstrategie her, so der Tenor. Diese hat Bildungsministerin Dominique Gantenbein am Dienstag präsentiert. Auch sie plädiert für den Bau von Provisorien zur Überbrückung eines Engpasses im Oberland und möchte im Unterland das Schulzentrum SZU II bauen.

Volksblatt»: Aus Ihrer Sicht sind zwei Provisorien nötig – ist der Zustand der bestehenden Schulräumlichkeiten wirklich derart desolat, dass man die Bauzeit nicht mehr darin überbrücken kann?
Dominique Gantenbein: Es sind grundsätzlich zwei Provisorien vorgesehen: Eines auf dem Giessen-Areal in Vaduz für die BMS und eines auf dem Mühleholzareal. Beim Mühleholzareal muss während der Bauzeit des G-Traktes ohnehin ein Provisorium als Ersatz für diese Räumlichkeiten geschaffen werden. Es bietet sich aus infrastruktureller Sicht daher an, auch die Integration der Schülerinnen und Schüler der Realschule Schaan vorzusehen. Auf dem Giessen-Areal hat die BMS in ihren beengten Raumverhältnissen kaum eine Entwicklungsperspektive. Mit dem Provisorium für die BMS soll sichergestellt werden, dass auch bis zur Umsetzung der Schulbautenstrategie der Förderung der Berufsbildung Raum gegeben wird.

Bezüglich des Schulstandortes St. Elisabeth gibt es zwei Varianten: Entweder die Schule bis 2020 auflösen und stattdessen ein Provisorium beim Mühleholzareal bauen oder den Standort noch länger weiterbetreiben bis der zusätzlich benötigte Schulraum beim Standort Mühleholz bereitsteht. Welche Variante wäre Ihnen lieber?
Wie gesagt, braucht es auf dem Mühleholzareal sowieso ein Provisorium. Vor dem Hintergrund des baulichen Zustandes, der fehlenden Behindertengerechtigkeit und der hohen Miet- und Betriebskosten der Realschule Schaan sieht die Strategie primär die provisorische Lösung beim Mühleholzareal vor. Infolge der letzten Landtagsdiskussion war es uns aber wichtig, die Variante der Nutzung des St. Elisabeths bis zur Realisierung der definitiven Massnahmen als Alternative vorzusehen.

Beim Gymnasium kann der G-Trakt entweder «kostenintensiv saniert» oder gänzlich durch einen Neubau ersetzt werden. Was sind hier die Vor- und Nachteile?
Der Trakt G des Schulzentrums Mühleholz I wurde 2014 für eine Restnutzungsdauer von 10 Jahren saniert. Er wurde ursprünglich als Internatstrakt konzipiert, ist nicht behindertengerecht und muss auch erdbebenertüchtigt werden. Die vorgeschlagene Strategie sieht daher einen Ersatzbau des G-Traktes anstelle einer Sanierung vor.

Welche Schüler sollen denn künftig in dem Ersatzbau untergebracht werden?
Die Strategie sieht vor, dass auf dem Mühleholzareal Raum geschaffen wird, um das ungenügende Raumangebot des Gymnasiums zu verbessern und um die Schülerinnen und Schüler der Realschule Schaan und Sportschulklassen der Sekundarstufe l in das Schulzentrum Mühleholz II integrieren zu können. Das spezifische Raumkonzept für den Ersatzbau des G-Traktes wird im Rahmen der Detailplanung erarbeitet.

Bereits jetzt tummeln sich ja rund 1000 Schüler auf dem Schulareal Mühleholz I und II. Die Zufahrten sind oft verstopft, die Schulbusse überfüllt. Auch die Mensa ist bereits am Anschlag. Kann dieser Standort überhaupt ohne weitere zusätzliche Anpassungen so viele neue Schüler aufnehmen?
Ohne weitere Anpassungen wäre die Aufnahme nicht möglich. Deshalb sind die Massnahmen der Strategie gezielt darauf ausgerichtet, dass die rund 100 bis 110 Schülerinnen und Schüler zukünftig auf dem Schulareal Mühleholz l und ll aufgenommen werden können. Die schulorganisatorischen Abläufe werden bei einer allfällig weiteren Projektentwicklung mit den Betroffenen natürlich abgestimmt.

Wenn die Schule St. Elisabeth aufgegeben würde und gleichzeitig auch der G-Trakt ersetzt, dann hiesse das, dass es ein recht grosses Provisorium für diese Schüler geben müsste. Wo soll dieses hinkommen?
Das Provisorium soll auf dem Areal des Schulzentrums Mühleholz respektive im Nahbereich dessen entstehen. Der konkrete Standort wird im Zuge der Erarbeitung des Raumprogramms beziehungsweise im Hinblick auf eine allfällige Erstellung eines Finanzbeschlusses hin festgelegt.

«Stimmt der Landtag der Strategie zu, braucht es
für die vorgeschlagenen Massnahmen noch Finanzbeschlüsse.»

Bildungsministerin Dominique Gantenbein

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