Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Die Diskussion rund um die Schulraumstrategie im Landtag dürfte etwas länger gehen. (Foto: Nils Vollmar)
Politik
Liechtenstein|31.01.2018 (Aktualisiert am 31.01.18 18:41)

Schulraumstrategie: Provisorien und SZU II werden im Landtag für Diskussionen sorgen

VADUZ - Die Regierung hat die Schulbautenstrategie am Dienstag verabschiedet. Nun ist es am Landtag zu entscheiden, ob er die eingeschlagene Richtung mitgehen will. Die ersten Reaktionen sind grundsätzlich positiv.

Die Diskussion rund um die Schulraumstrategie im Landtag dürfte etwas länger gehen. (Foto: Nils Vollmar)

VADUZ - Die Regierung hat die Schulbautenstrategie am Dienstag verabschiedet. Nun ist es am Landtag zu entscheiden, ob er die eingeschlagene Richtung mitgehen will. Die ersten Reaktionen sind grundsätzlich positiv.

Ende Februar entscheidet der Landtag, in welche Richtung sich der Schulraum in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Die Regierung lieferte mit der am Dienstag verabschiedeten Schulraumstrategie ihre Vorstellungen. Grob zusammengefasst sieht sie den Bau eines Schulzentrums Unterland (SZU) II und den Ersatzbau des G-Traktes beim Schulzentrum Mühleholzs (SZM I) vor. Da ausserdem die Standorte St. Elisabeth in Schaan und Giessen in Vaduz aufgelassen werden sollen, sind Provisorien nötig. Ab 2028 soll dann für alle Schüler genügend und angemessener Raum zur Verfügung stehen.

Vorlage muss noch fraktionsintern besprochen werden

Dass nun eine Strategie vorliegt, wurde von den Fraktionssprechern auf Anfrage durchwegs begrüsst. Sie betonten jedoch, dass sie die Vorlage noch nicht im Detail kennen und diese erst in den nächsten Tagen fraktionsintern besprochen wird. Sie schilderten auf «Volksblatt»-Anfrage daher ihre persönliche Meinung:

VU-Fraktionssprecher Günter Vogt. (Bild: ZVG)

«Die Versäumnisse des Bildungsministeriums der Vergangenheit verfolgen uns schon seit längerer Zeit und müssen einer Lösung zugeführt werden. Nun liegt gemäss Regierung dem Landtag für die kommende Session ein detaillierter Bericht vor. Die Leitplanken für unseren Schulraum für die nächsten Jahre werden wichtige Ziele der Schulraumplanung zu berücksichtigen haben. Diese Planung wurde nun mit hoher Priorität durchgeführt und ich hoffe, dass im Landtag eine politische Mehrheit für diese wichtigen strategischen Ziele gefunden werden kann. In Bezug auf den Bau des SZU II, dem Ersatzbau des G-Traktes sowie die Auflassung von St. Elisabeth und Giessen, für die dann Provisorien gebaut werden sollen, wird der Dialog und der Positionsprozess innerhalb der Fraktion und dem dann vorliegenden Bericht noch stattfinden. Ich persönlich kann diese Entscheidungen mehrheitlich unterstützen, da diese in der Lösungsstrategie eine wichtige Rolle inne hatten. Der Bericht wird mit Sicherheit auch kontrovers diskutiert werden. Aber jetzt ist der Landtag in der Pflicht für eine Entscheidung, welche auch das dringend benötigte Raumangebot löst.»

FBP-Fraktionssprecher Daniel Oehry. (Bild: Paul Trummer)

«Es ist zwingend, dass wir im Februar eine Richtung vorgeben. Es gibt schliesslich Landtagsbeschlüsse für den Bau eines SZU II. Aufgrund der Sparbemühungen ist in den vergangenen Jahren in der Schulraumplanung nichts passiert, jetzt sind Investitionen wieder möglich und sinnvoll. Es wird Zeit, dass wir eine Lösung finden und ob nun das Bildungs- oder das Bauministerium Schuld an der Verzögerung ist, ist aus meiner Sicht nur Stoff für die Geschichtsschreiber. Grundsätzlich finde ich es gut, dass die Regierung auf eine zukunftsorientierte Planung achtet, und die Schulstandorte gleichmässiger über das Land verteilt werden sollen. Wir müssen uns überlegen, wo die Schülerzahlen künftig zunehmen werden – in meinen Augen ist das im Unterland der Fall und bei den Schülern der BMS. Ein Knackpunkt bei der Diskussion im Landtag könnte aber die Argumentation für die Notwendigkeit eines SZU II darstellen – dies war in der Vergangenheit auch innerhalb unserer Fraktion umstritten. Ich persönlich finde den Ansatz zum Bau eines SZU II richtig, da es das Unterland aufteilen und somit kürzere Schulwege ermöglichen würde. Auch wenn man sich die Frage stellen könnte, ob es in Zukunft nicht vermehrt ein Bedürfnis für eine Mittagsbetreuung gibt. Auch die Provisorien könnten Stoff für Diskussionen liefern. Die zentrale Frage ist, ob man die Realschüler und Sportklassen nicht noch im St. Elisabeth lässt, bis das Provisorium für den G-Trakt des Gymnasiums im Jahr 2024 realisiert ist . Die Argumentation im Landtag lautete in der Vergangenheit, dass Provisorien nur Sinn machen, wenn sie unvermeidbar sind.»

FL-Fraktionssprecher Georg Kaufmann. (Bild: Michael Zanghellini)

«Die Schulbautenstrategie liegt nun zur Diskussion vor. Was ich aus der Zeitung erfahre, bietet sie nichts Überraschendes, sondern bestätigt mir das, was die letzten Jahre bereits besprochen wurde. Auf den ersten Blick finde ich die geplanten Neubauten sinnvoll. Der Idee von wohnortsnahen Weiterführenden Schulen wird damit Genüge getan. Zudem erhoffe ich mir, dass bei der Planung der neuen Gebäude genügend Reserven eingeplant werden. Bildung ist der einzige Rohstoff unseres Landes und in diesem Bereich wird sich die nächsten Jahrzehnte noch Einiges bewegen. Überzeugende Antworten erwarte ich von der Regierung auf die Fragen zum Zeitplan sowie zu den geplanten Provisorien. Letztere waren bereits während der letztjährigen Landtagsdiskussion ein grosses Thema. Braucht es sie wirklich und wenn ja, braucht es sie in diesem Umfang? Ich bin gespannt auf den ausführlichen Bericht und Antrag der Regierung.»

DU-Fraktionssprecher Harry Quaderer war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(df)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Politik
Liechtenstein|gestern 17:16 (Aktualisiert gestern 17:55)
LANV fordert bis zwei Prozent mehr Lohn
Volksblatt Werbung