(Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|02.12.2017 (Aktualisiert am 02.12.17 15:54)

20 Jahre Erzbistum: Trennung von Kirche und Staat harzt noch immer

VADUZ -Vor 20 Jahren wurde das Erzbistum Vaduz errichtet. Ein Schritt, der damals heftig kritisiert wurde. Auch heute werden noch nicht alle mit dem Erzbistum warm – eine Entflechtung von Kirche und Staat halten viele für längst überfällig.

(Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ -Vor 20 Jahren wurde das Erzbistum Vaduz errichtet. Ein Schritt, der damals heftig kritisiert wurde. Auch heute werden noch nicht alle mit dem Erzbistum warm – eine Entflechtung von Kirche und Staat halten viele für längst überfällig.

Rund 7 Millionen Franken wenden die Gemeinden pro Jahr für die katholische Kirche auf, für Betrieb und Unterhalt der Gebäude, Löhne und so weiter. Der Staat steuert nochmals rund 300 000 Franken pro Jahr bei: Die Liechtensteiner Steuerzahler entrichten also für die Kirche eine stattliche Summe. Mitzahlen müssen alle, egal ob Atheist, Protestant oder Muslim. Dies sorgt schon lange für Unmut. Prinz Nikolaus, Botschafter Liechtensteins am Heiligen Stuhl sagte vor mehr als einem Jahr gegenüber dem "Volksblatt": "Ewig wird man eine Neuordnung zwischen Kirche und Staat nicht mehr aufschieben können. Dafür hat sich die Religionszusammensetzung bereits zu sehr verändert." Regierungschef Adrian Hasler teilt diese Einschätzung: «Eine Neuordnung zwischen Kirche und Staat ist angezeigt», sagt er auf Anfrage. Wenn, wie im vorliegenden Fall, keine Einigung mit der katholischen Kirche zustande komme, mache es durchaus Sinn, über Alternativen nachzudenken. Allerdings räumt er ein, dass es kaum zielführend sei, ein Abkommen mit dem Heiligen Stuhl umzusetzen, solange es in zwei Gemeinden keine Einigung gäbe. Dies würde seiner Meinung nach zu einer komplizierten Sonderregelung führen. Deshalb will Hasler zuwarten: "Die Dringlichkeit über Alternativen nachzudenken, ist derzeit nicht gegeben."

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