(Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|08.05.2019 (Aktualisiert am 08.05.19 09:48)

Regierung beantragt 52,6 Millionen für SZU II

VADUZ - Am 7. Mai hat die Regierung den Bericht und Antrag zum Verpflichtungskredit von 52,6 Millionen Franken für den Neubau eines Schulzentrums Unterland II in Ruggell (SZU II) zu Handen des Landtags verabschiedet. Dies geht aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervor.

(Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Am 7. Mai hat die Regierung den Bericht und Antrag zum Verpflichtungskredit von 52,6 Millionen Franken für den Neubau eines Schulzentrums Unterland II in Ruggell (SZU II) zu Handen des Landtags verabschiedet. Dies geht aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervor.

Grundlage dafür bilde die von der Regierung dem Landtag vorgelegte Schulraumplanung der Sekundarschulstandorte und -bauten, die dieser im März des vergangenen Jahres mit grosser Mehrheit befürwortet hat. In  dieser Schulbautenstrategie sei verbindlich festgelegt, wie in einem standortübergreifenden Gesamtkontext und anhand von qualitativen und quantitativen Leitlinien die Schulraumplanung auf Sekundarschulstufe bis 2028 umgesetzt wird.

Wohnortnahe, zukunftsorientierte Bildungsstätte

Mit dem Bau des SZU II in Ruggell werde ein zweiter Sekundarschulstandort im Unterland geschaffen, der einen wohnortsnahen Schulbesuch für die Schülerinnen und Schüler der Ober- und Realschule der Gemeinden Schellenberg, Gamprin und Ruggell ermögliche und gleichzeitig im Rahmen der landesweiten Schulraumplanung andere Nutzungsmöglichkeiten im Schulzentrum (SZU) in Eschen schaffe, heisst es in der Mitteilung. Mit der ausgewogenen Verteilung der Schulstandorte im Rahmen der Schulbautenstrategie werde auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Unterländer Gemeinden bevölkerungsmässig am stärksten gewachsen sind. Das SZU II sei für 160 bis 200 Schüler der Ober- und Realschule aus den Gemeinden Ruggell, Gamprin und Schellenberg sowie für 130 bis 150 Studierende der Berufsmaturitätsschule (BMS) ausgelegt, die derzeit im Schulgebäude Giessen und im Schulzentrum Mühleholz (SZM) in Vaduz untergebracht ist. Die BMS habe sich in den vergangenen Jahren  erfolgreich entwickelt, was sich auch in der Anzahl Studierenden niederschlägt. Der neu zu schaffende Schulraum für die BMS in Ruggell diene als Ersatz für den aufzulassenden Schulstandort Giessen in Vaduz, heisst es weiter. Das Areal Giessen stehe sodann gemäss der Liegenschaftsstrategie der Regierung für Verwaltungsbauten für künftige Ausbauetappen des Dienstleistungszentrums der Liechtensteinischen Landesverwaltung zur Verfügung.

Das zukunftsorientierte Schulbau- bzw. Raumkonzept beruhe auf dem Prinzip der «Cluster» mit optimal angeordneten Klassen- und Gruppenräumen, wodurch flexible Lern- und Erfahrungsräume entstünden. Der im SZU in Eschen frei werdende Platz soll gemäss dem Gesamtkonzept für das Freiwillige 10. Schuljahr und den Intensivkurs Deutsch als Zweitsprache genutzt werden.

Mehr Schule für weniger Geld

Im Vergleich zum Finanzbeschluss von 2008, als der Landtag einem Verpflichtungskredit von 55,6 Millionen Franken für den Bau des SZU II zugestimmt hat, lege die Regierung einen um rund 3 Millionen Franken reduzierten Finanzbeschluss vor. Damit erfüllt die Vorlage auch die Forderung der Motion betreffend einen neuen, reduzierten Finanzbeschluss für das SZU II, obwohl sich die Ausgangslage im Vergleich zu 2008 massgeblich geändert hat. So sei damals noch nicht vorgesehen gewesen, die BMS im SZU II unterzubringen. Zu den erreichten Kosteneinsparungen beigetragen hätten verschiedene Reduktionen im Bereich des Raumprogramms und der Ausstattung. Beispielsweise wird in Ruggell gemäss dem Bedarf der Schule anstelle einer früher geplanten Dreifach- nun eine Zweifachturnhalle realisiert. Zudem seien keine Zivilschutzräume vorgesehen, wie dies in der Vorlage 2008 noch geplant gewesen sei.

Leitlinien der Strategie werden erfüllt

Das SZU II erfülle die in der Schulbautenstrategie definierten Leitlinien für eine zukunftsorientierte Schulraumgestaltung, eines bedarfsgerechten Raumangebots sowie bezüglich der Schulgrösse und der Wohnortsnähe. Die beim SZU II umgesetzten Leitlinien verfolgten zudem den Grundsatz «eine Schule - ein Standort» und gäben auch den Rahmen vor bei den Kriterien Verkehrserschliessung, Eigentumsverhältnisse, baurechtliche Anforderungen, ausserschulische Nutzungen und Synergien sowie Erweiterbarkeit der Schulanlage.

Synergien durch Integration der BMS: Die BMS werde am neuen Standort in Ruggell eine eigenständige Institution mit eigenem Bereich sein. Mit dem Neubau würden die für den Bedarf der BMS notwendigen Räumlichkeiten und eine erwachsenengerechte Infrastruktur geschaffen und die BMS, die derzeit auf zwei Standorte aufgeteilt ist, kann im SZU II an einem Standort zusammengeführt werden. Aufgrund der gemeinsamen Nutzung verschiedener Räumlichkeiten durch die Ober- und Realschule sowie die BMS entstehen Synergieeffekte, beispielsweise bei Fachräumen, der Aula, dem Konferenzzimmer, der Bibliothek, der Mittagsverpflegung oder im Bereich der Verwaltung, heisst es in der Mitteilung. Der Kostenanteil der BMS an der Gesamtsumme betrage 10 Millionen Franken.

Bezug im Sommer 2026: Die Realisierung des SZU II in Ruggell könne grundsätzlich unabhängig von der Realisierung der Bauvorhaben beim SZM in Vaduz erfolgen. Für letzteres habe die Regierung einen separaten Bericht und Antrag verabschiedet, mit dem sie beim Landtag einen Verpflichtungskredit für den Ersatzbau des Trakts G sowie die Erweiterung des SZM beantragt.

Aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen würden die beiden Schulbauprojekte, Bau eines SZU II sowie Ersatzbau und Erweiterung des SZM, aber zeitlich gestaffelt. Gemäss dem vorgesehenen Terminplan und bei optimalem Ablauf der Planungs- und Realisierungsarbeiten soll das SZU II im Sommer 2026 bezugsbereit sein und somit für das Schuljahr 2026/2027 bereitstehen.

(red / ikr)

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