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Zwei Gebäude, mehrere Optionen: Das Medicnova-Gebäude (oben) in Bendern und das Landesspital in Vaduz. (Fotos: MZ)
Politik
Liechtenstein|25.08.2018

Künftiger Spitalstandort: Vaduz hat einen Trumpf in der Hand

VADUZ - Bleibt das Landesspital in Vaduz oder soll es im Medicnova-Gebäude in Bendern ein neues Zuhause finden? Die Karten sind zwar grossteils noch verdeckt. Wer beim Verteilen aufmerksam war, kann aber jetzt schon sagen, wo einzelne Trümpfe «hocken».

Zwei Gebäude, mehrere Optionen: Das Medicnova-Gebäude (oben) in Bendern und das Landesspital in Vaduz. (Fotos: MZ)

VADUZ - Bleibt das Landesspital in Vaduz oder soll es im Medicnova-Gebäude in Bendern ein neues Zuhause finden? Die Karten sind zwar grossteils noch verdeckt. Wer beim Verteilen aufmerksam war, kann aber jetzt schon sagen, wo einzelne Trümpfe «hocken».

Noch in diesem Jahr möchte Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini einen ausgearbeiteten Vorschlag präsentieren, wie es mit dem Landesspital (LLS) weitergeht. Drei Optionen sollen zur Auswahl stehen: Die Sanierung des Landesspitals in Vaduz, ein Neubau oder der Umzug ins Gebäude der Medicnova nach Bendern, die im Juli Konkurs anmelden musste. Die letztgenannte Option ist laut Vorsteher Donath Oehri ganz im Sinne der Gemeinde Gamprin, die als Baurechtsgeberin des Medicnova-Gebäudes fungiert. Aber auch die Gemeinde Vaduz möchte primär Spitalstandort bleiben, wie Bürgermeister Ewald Ospelt auf Anfrage sagt: «Vaduz ohne das Landesspital wäre nur schwer vorstellbar.» Dort ist die Gemeinde ebenfalls Baurechtsgeberin des LLS-Gebäudes.

12,5 Milliionen im Spitalbaufonds

Da die Standortsondierung auch eine Frage der Kosten sein wird, hat Vaduz einen Trumpf in der Hand: Nicht die prallgefüllte Gemeindekasse, sondern den Spitalbaufonds mit Mitteln in Höhe von rund 12,5 Millionen Franken. Diese Stiftung wurde von der Gemeinde im Jahr 1948 auf die Beine gestellt – mit dem Zweck des Baus, Unterhalts sowie des Betriebs eines Spitals (sowie eines Alters- oder eines Pflegeheims) in Vaduz. Der Spitalbaufonds wird getrennt vom übrigen Gemeindevermögen verwaltet. Bei Beträgen über 50 000 Franken entscheidet der Gemeinderat über die Verwendung. Ein weiterer und nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Verteilung von Geldern aus dem Fonds sind nicht referendumspflichtig. Für eine Sanierung oder Neubau des Landesspitals in Vaduz hat die Gemeinde bereits substanzielle finanzielle Unterstützung signalisiert. «Also im Millionenbereich», erklärt Ewald Ospelt den Wortlaut.

Der Vaduzer Bür­germeister Ewald Ospelt und Gamprins Vor­steher Donath Oehri. (Foto: MZ)

In Gamprin-Bendern ist dies etwas anders. Vorsteher Donath Oehri: «Wir haben keinen solchen Fonds und auch sonst nicht die Möglichkeit wie den Willen, hohe Geldbeträge aus dem Ärmel zu schütteln.» Deshalb habe er – mit Blick auf die Medicnova – die öffentlichen Diskussionen und Auseinandersetzungen in den letzten Monaten und Jahren mit grosser Sorge beobachtet. «Die Medicnova hat sehr gut in die Strategie der Gemeinde gepasst», sagt der Vorsteher Gamprins. «In der jüngeren Vergangenheit hat von der offiziellen Landespolitik im Sinne einer unsäglichen Neiddebatte ein unvergleichliches Bashing stattgefunden; die Medicnova wurde wohl willentlich zu Tode geritten. Schade vor allem für das Land Liechtenstein.»

Kein Unterland vs. Oberland

Einen Grabenkrieg der beiden Gemeinden um den künftigen Standort des Landesspitals ist aber nicht zu erwarten. Denn für Bürgermeister Ospelt wie auch für Vorsteher Oehri ist es wichtig, dass diese Thematik nachhaltig und zukunftsgerichtet gelöst wird. «Hier geht es nicht um ‹Örtligeist›, es geht nicht um ‹Oberland oder Unterland›, es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten und es geht auch nicht um Prestige – sondern um die bestmögliche Lösung», sagt Donath Oehri stellvertretend.

(hm)

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