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Politik
Liechtenstein|20.06.2018 (Aktualisiert am 11.09.18 16:46)

Schwerste Kritik an Radio L-Geschäftsleitung – Landtag beruft nichtöffentliche Sitzung ein

VADUZ – Die Krise bei Radio L eskaliert. In einem Schreiben aus dem Kreis der Radio L-Mitarbeiter, das dem "Volksblatt" vorliegt, werden schwerste Vorwürfe gegen den Geschäftsführer von Radio L erhoben. Der Landtag will am Mittag in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Eskalation beraten.

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VADUZ – Die Krise bei Radio L eskaliert. In einem Schreiben aus dem Kreis der Radio L-Mitarbeiter, das dem "Volksblatt" vorliegt, werden schwerste Vorwürfe gegen den Geschäftsführer von Radio L erhoben. Der Landtag will am Mittag in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Eskalation beraten.

Ist es wirklich ein Zufall, dass genau an dem Tag bekannt wird, was sich offenbar hinter den Kulissen bei Radio L abspielt, an dem der Landtag ohnehin zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammenkommt, da das Juni-Pensum in der ordentlichen Juni-Session nicht zu schaffen war? Der Landtag hat zumindest reagiert und auf Antrag des Abgeordneten Harry Quaderer (DU) für den heutigen Tag noch eine nichtöffentliche Sitzung des Landtags anberaumt, in der die Vorgänge bei Radio L thematisiert werden sollen. Diese wird voraussichtlich um die Mittagszeit stattfinden.

Hoffnungen nicht erfüllt

Der Grund: In einem Schreiben aus dem Kreise der Mitarbeiter werden massive Sorgen zur finanziellen Situation des Senders und gravierende Vorwürfe gegen den Geschäftsführer Martin Matter geäussert: So heisst es darin, dass sich die in Martin Matter als "ausgewiesener Verkaufs- und Marketingfachmann mit hoher Führungskompetenz" gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt hätten: "Nach meiner persönlichen Einschätzung haben sich diese Hoffnungen jedoch bei weitem nicht erfüllt. Er wurde als Verkaufsexperte geholt, bisher war davon – vornehm ausgedrückt – kaum etwas zu sehen", schreibt der Verfasser. Wie es in dem Schreiben weiter heisst, habe "zur Verwunderung vieler Mitarbeiter" seit der Amtsübernahme Matters im Sender eine neue Ausgaben-Kultur Einzug gehalten. Gleichzeitig machen sich zumindest einnahmenseitig immer mehr Mitarbeiter immer mehr Sorgen.

Vertrauen massiv erschüttert

Wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, werden auch seit geraumer Zeit interne Gespräche geführt. Offenbar gab es aber auch Appelle an den Verwaltungsrat. Wie der Verfasser weiter schreibt, sei in diesem Rahmen "mit Fakten untermauert belegt und erläutert" worden, warum zumindest er "Herrn Matter als `krasse Fehlbesetzung`" betrachte und er kein Vertrauen mehr in seine Person habe. Die schweren Vorwürfe gehen noch weiter. Matter wird zudem vorgeworfen, Appelle zur Budgetdisziplin ignoriert zu haben. "Auch Führungskompetenz und Vorbildfunktion entsprechen bei weitem nicht meinem Verständnis." Wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, habe der Verwaltungsrat dem Radio-L-Geschäftsführer aber das Vertrauen ausgesprochen. Eben jenes Vertrauen, dass dieser offenbar in weiten Mitarbeiterkreisen nicht geniesst. Wie der Verfasser des Briefes weiter verdeutlicht, gehe es ihm vor allem um die Zukunft des Senders und um die Schicksale der Mitarbeiter. Er hält auch fest, dass er die Situation nicht dem Geschäftsführer anlaste. Allerdings sei er ein "letzter Hoffnungsträger" gewesen – für eine Hoffnung, die sich nun offenbar zerschlagen hat.

Bislang keine Stellungnahme von Martin Matter

Man darf nun gespannt sein, was der heutige Tag in Sachen Radio L noch bringen wird. Fakt ist, dass sich der Landtag im Tagesverlauf noch in einer nichtöffentlichen Sitzung mit Radio L befassen wird. Auffällig ist, dass im Internetangebot des Senders eine Seite, auf der noch kürzlich Stellenangebote zu finden waren, mindestens seit gestern gelöscht ist. Abzuwarten bleibt auch, ob die Verantwortlichen bereits heute Entscheidungen treffen werden. Denn klar ist, dass beim Landessender sehr viel Porzellan zerschlagen wurde. Das "Volksblatt" hat sich bereits am Morgen schriftlich an Radio-L-Geschäftsführer Martin Matter gewandt. Diese Anfrage blieb aber bislang unbeantwortet.

(hf)

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