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Am Himmel über der Medicnova ziehen zunehmend Wolken auf, wie der am Freitag veröffentlichte Leserbrief der Medicnova-Initiaten zeigt. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|02.06.2018 (Aktualisiert am 13.06.18 15:37)

Sind die Medicnova-Ärzte doch wirtschaftlich berechtigt?

BENDERN - Die acht Initianten der Medicnova Privatklinik in Bendern veröffentlichten am Freitag einen Leserbrief, in dem sie für eine Lösung mit dem Landesspital weibelten. Dieser Leserbrief enthielt mehr Zündstoff, als er auf den ersten Blick offenbart, wie Chefredaktorin Doris Quaderer in einem Kommentar schreibt:

Am Himmel über der Medicnova ziehen zunehmend Wolken auf, wie der am Freitag veröffentlichte Leserbrief der Medicnova-Initiaten zeigt. (Foto: Michael Zanghellini)

BENDERN - Die acht Initianten der Medicnova Privatklinik in Bendern veröffentlichten am Freitag einen Leserbrief, in dem sie für eine Lösung mit dem Landesspital weibelten. Dieser Leserbrief enthielt mehr Zündstoff, als er auf den ersten Blick offenbart, wie Chefredaktorin Doris Quaderer in einem Kommentar schreibt:

«Uns Initianten der Medicnova ist klar, dass wir mit einer solchen Lösung hohe Verluste tragen würden, sind aber geschlossen bereit, diesen Weg zu gehen», schreiben acht Ärzte der Medicnova in einem Leserbrief. Was vermutlich als noble Geste erscheinen soll, versetzt den Leser ins Erstaunen.

Fall fürs Obergericht

Erinnern wir uns zurück: Bis Ende 2017 herrschte grosse Geheimniskrämerei um die wirtschaftlich Berechtigten der Klinik. Schliesslich heisst es im Ärztegesetz klar und deutlich: «Der Arzt darf sich nicht finanziell an Unternehmen beteiligen, von welchen er Heilmittel und/oder medizinische Dienstleistungen bezieht oder bei welchen er medizinische Dienstleistungen anordnet.» Immer wieder hatte Medicnova-Verwaltungsratspräsident Hansjörg Marxer bekräftigt, dass keiner der zuweisenden Ärzte Miteigentümer, Gesellschafter oder wirtschaftlich Berechtigter der Medicnova sei. Ende 2017 kam dann heraus, dass es sich bei den wirtschaftlich Berechtigten um Familienmitglieder der Ärzte handelt. Die Regierung zog den Fall vors Obergericht. Dieses lehnte die Disziplinaranzeige gegen die Medicnova-Initianten jedoch gesamthaft ab, mit der Begründung, Familienangehörige seien durchaus berechtigt, als Aktionäre an einer Klinik beteiligt zu sein – vorausgesetzt, es sei nicht davon auszugehen, dass sie lediglich im Sinne von Mittelsmännern für die wirtschaftlichen Interessen der Ärzte eingesetzt wurden. Dies teilte damals die Medicnova-Führung mit.

Doch Wölfe im Schafspelz?

Wenn jetzt aber die Medicnova-Initianten schreiben, dass sie hohe Verluste tragen müssten, wären sie dann nicht im Umkehrschluss die Profiteure gewesen, wenn die Klinik Gewinne abgeworfen hätte? Dann wären sie doch Wölfe in Schafspelzen bzw. Aktionäre in Arztkitteln.


dquaderer@volksblatt.li

(dq)

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