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Die Zeichen stehen auf Sturm bei der Telecom. Auch der neue Telecom-Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger muss über die Bücher. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|28.03.2018 (Aktualisiert am 28.03.18 10:19)

VR-Präsident der Telecom: «Das Gesamtsystem ist noch nicht auf dem notwendigen Niveau»

VADUZ - Nach zwei Tagen Telecom-Schelte in der Politik und den sozialen Netzwerken, stellte sich Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger am Dienstag den Fragen des «Volksblatts».

Die Zeichen stehen auf Sturm bei der Telecom. Auch der neue Telecom-Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger muss über die Bücher. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Nach zwei Tagen Telecom-Schelte in der Politik und den sozialen Netzwerken, stellte sich Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger am Dienstag den Fragen des «Volksblatts».

«Volksblatt»: Herr Wirnsperger, seit Dezember sind Sie Verwaltungsrat der Telecom, wie haben Sie die jüngsten Netzausfälle erlebt?

Franz Wirnsperger: Die Ausfälle waren natürlich sehr dramatisch. In solchen Situationen gilt es aber gerade in der Führung, kühlen Kopf zu bewahren und gezielt und unterstützend zu handeln, um den Schaden mit allen verfügbaren Mitteln so schnell und gut wie möglich zu begrenzen. Ich war persönlich am Sonntag bis spätabends und Montag so schnell wie möglich vor Ort, um mit meiner Präsenz ein Zeichen zu setzen und vor allem die Kommunikation nach aussen zu koordinieren.


Vonseiten der Politik wird ein «Köpferollen» gefordert. Braucht es aus Ihrer Sicht personelle Konsequenzen?

Ich stehe mit dem Management und meinen VR-Kollegen in sehr engem und permanentem Kontakt und wir beurteilen und beraten parallel Implikationen über die technische Ebene hinweg. Unser aktueller Fokus liegt auf der Analyse der Ursachen. Auch hier ist es wichtig, kühlen Kopf zu bewahren, um konstruktive, nachhaltig wirksame Entscheidungen zu treffen. Bezüglich Ihrer Fragen zu personellen Konsequenzen bin ich gerne bereit, im Rahmen eines bereits anberaumten Interviews Mitte April im «Volksblatt» Stellung zu nehmen. Ich bitte Sie um Verständnis, dass wir diesbezüglich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage machen wollen.


Ich nehme an, dass Sie bei Ihrem Amtsantritt die Prozesse gut analysiert haben. Wo ist Ihrer Meinung nach der Wurm drin?

Vor dem Hintergrund der Ausfälle in der Vergangenheit lag der Fokus meiner Einarbeitung zunächst auch schwerpunktmässig bei den technischen Prozessen. Ich konnte durch viele Gespräche und Analysen gut nachvollziehen, dass sich die Telecom im Laufe des Jahres 2016 im Management-Team auf der technischen Seite durch Expertise aus der Telekom Austria verstärkt hat, was auch der Anstoss für das Aufsetzen eines umfassenden Modernisierungsprogrammes war. Im Zuge der noch laufenden Umsetzung des Programmes wurden neben des schrittweisen Aufbaus einer neuen technischen Infrastruktur auch weitere personelle, organisatorische und prozessuale Massnahmen gesetzt. Die Qualität der Services hat sich dadurch – durch entsprechende Statistiken nachvollziehbar – bereits deutlich verbessert. Wie die jüngsten Ausfälle jedoch schmerzlich aufgezeigt haben, ist die Stabilität, insbesondere die Redundanz des Gesamtsystems, noch nicht auf dem notwendigen Niveau. Es ist für mich nachvollziehbar, dass die volle technische Wirkung der Modernisierungsmassnahmen erst entfaltet werden kann, wenn vollkommen vom alten auf das neue System migriert wird, was mit dem Abschluss des Programmes, der für Mitte 2018 geplant ist, geschehen soll. Die Erkenntnisse aus der Analyse der jüngsten Netzausfälle werden wir unverzüglich in das Programm einfliessen lassen und zusätzlich auch nochmals ein externes Gutachten bezüglich der Nachhaltigkeit sämtlicher Massnahmen erstellen lassen.

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