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Mystisch und archaisch: Vlado Franjevics Spiralkanäle – begleitend zu wechselnden Ausstellungen von Künstlerkollegen – konzentieren Energien und faszinieren die Besucher. Für die kommende Ausstellung in Slowenien vom 17. bis 25. August sucht Franjevic noch Liechtensteiner Beiträge. Weitere Infos unter www.spiral-channels.net. (Foto: ZVG)
Kultur
Liechtenstein|05.08.2013 (Aktualisiert am 05.08.13 20:47)

«To earth with love»: Ritualorte und Zentren verdichteter Energie

SCHAAN - Was 2004 nur als Beitrag zu einem Kunstsymposium in Estland gedacht war, ist für den Liechtensteiner Künstler Vlado Franjevic inzwischen zu einem regelrechten Lebensprojekt geworden: In der Slowakei entstand vor kurzem sein 6. Spiralkanal.

Mystisch und archaisch: Vlado Franjevics Spiralkanäle – begleitend zu wechselnden Ausstellungen von Künstlerkollegen – konzentieren Energien und faszinieren die Besucher. Für die kommende Ausstellung in Slowenien vom 17. bis 25. August sucht Franjevic noch Liechtensteiner Beiträge. Weitere Infos unter www.spiral-channels.net. (Foto: ZVG)

SCHAAN - Was 2004 nur als Beitrag zu einem Kunstsymposium in Estland gedacht war, ist für den Liechtensteiner Künstler Vlado Franjevic inzwischen zu einem regelrechten Lebensprojekt geworden: In der Slowakei entstand vor kurzem sein 6. Spiralkanal.

Eigentlich ist Vlado Franjevic nur ein Gärtner des Projekts – denn wachsen tut es von selbst. Kontinuierlich seit fast neun Jahren, mit kurzen Wachstumspausen zwischendurch, dann wieder mit Schüben, und immer mit natürlichen Veränderungen. Denn die Spiralkanäle sind ein offenes, organisches Projekt – und Franjevic versteht sich nur als Vermittler. Das war vor neun Jahren auch die Grundidee. Als Vlado Franjevic im Frühsommer 2004 eine Einladung zu einem einwöchigen Kunstsymposium in Estland erhielt, konnte er zunächst mit dem vorgegebenen Thema «Isolation» nicht viel anfangen. Er leitete das Thema mit der Bitte um Meinungen und Beiträge an seine Künstlerkollegen im Netz weiter. Als deren Botschaften in Form von Bildern und Texten sukzessive retour kamen, wurde Franjevic plötzlich von einer Idee gepackt. Er wollte diese Botschaften sammeln und ohne Kommentare, Wertungen oder Veränderungen auf Textilteilen digital ausdrucken, um damit vor Ort eine Ausstellung zu gestalten. Gleichzeitig entstand vor seinem inneren Auge die begleitende Form, um diesen Prozess physisch auszudrücken. In unmittelbarer Nähe zur Ausstellung wollte der Künstler eine Spiralform in den Erdboden graben und darüber eine Installation aus Holzstäben und Fäden errichten, die ihrerseits wieder spiralartige Formen ergaben. In dieser Installation mit Graben sollte sich die Energie zentrieren und verdichten, die ihm seine Künstlerkollegen in ihren Beiträgen geschickt hatten. Gleichzeitig sollte ein Ritualort für die Kunst und durch die offene, energieleitende Form der Spirale ein archaischer Symbolort für Energien aus der Erde und dem Kosmos entstehen. Der Effekt verblüffte den Künstler selbst.

Wechselnde Ausstellungen

Die begehbaren Spiralkanäle sind offenbar tatsächlich in der Lage, Menschen mit einer gewissen Magie anzuziehen, ihnen positive Energie zu vermitteln, vielen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern und zu spontanen Aktionen zu verleiten. Das war schon 2004 in Estland der Fall. Bei den nachfolgenden Spiralkanalaktionen – mit jeweils neuen Text- und Bildbeiträgen von Künstlerkollegen – war es genauso. 2005 in Serbien, 2008 in Bosnien und 2011 in Kroatien bei drei internationalen Künstlerkolonie-Treffen, an denen Vlado Franjevic teilnahm. Und dazwischen auch 2008 in Ruggell, als Franjevic im Rahmen der seinerzeitigen Ausstellung «Die Magie des Wassers» im Küefer-Martis-Hus hinter dem Haus im Garten einen Spiralkanal mit der dazugehörigen Installation errichtete.

Spontane Zustimmung

Ende Juli passierte das Ganze dann im slowakischen Prievidza, wo Vlado Franjevic auf Einladung des Galeristen Roman Turcel in der Galerie «Art Point» eine neue Ausstellung mit Beiträgen von Kollegen gestaltete und im Freiraum neben der Galerie seinen Spiralkanal gleich neben einer dicht frequentierten Strasse errichtete. «Die Menschen blieben interessiert stehen und fragten, was wir da machen», erzählt uns der Künstler im Gespräch. «Keiner hielt die Idee für verrückt. Einige halfen sogar spontan beim Graben mit. Zur Ausstellungseröffnung kamen dann etwa 70 interessierte Besucher. Eine Gruppe von zehn Mädchen aus der Region veranstaltete spontan eine Performance. Später wurden wir von der Bürgermeisterin im Rathaus empfangen und durften uns in das goldene Buch der Stadt eintragen.»

Vlado Franjevic möchte jetzt nicht ins Mystische abgleiten. Aber irgendwie scheinen die Spiralkanäle tatsächlich positive Energien auszusenden. Er ist davon überzeugt – und seine Erlebnisse bestätigen ihn in seiner Richtung.

In elf Tagen geht es nun weiter  nach Slowenien zu einem neuerlichen Spiralkanalprojekt. Und Ende September folgt schon die nächste Einladung nach Italien.

 

Mystisch und archaisch: Vlado Franjevics Spiralkanäle – begleitend zu wechselnden Ausstellungen von Künstlerkollegen – konzentieren Energien und faszinieren die Besucher. Für die kommende Ausstellung in Slowenien vom 17. bis 25. August sucht Franjevic noch Liechtensteiner Beiträge. Weitere Infos unter www.spiral-channels.net. 

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Dienstag (06.08.2013).

(jm)

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