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Talentschmiede: Absolventen der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein zeigten im «Virtuoso Konzert» ihr Können. (Foto: ZVG/Andreas Domjanic)
Kultur
Liechtenstein|28.10.2020 (Aktualisiert am 28.10.20 08:06)

Sang­liche Romantik mit gepflegten Eruptionen

ESCHEN - Sechs junge Bratschisten der Internationalen Musikakademie zeigten am Montagabend in Eschen, welch ausdrucksfähige Variationsbreite in der grossen Schwester der Violine steckt.

Talentschmiede: Absolventen der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein zeigten im «Virtuoso Konzert» ihr Können. (Foto: ZVG/Andreas Domjanic)

ESCHEN - Sechs junge Bratschisten der Internationalen Musikakademie zeigten am Montagabend in Eschen, welch ausdrucksfähige Variationsbreite in der grossen Schwester der Violine steckt.

Zwischen dem Sopran der Violine und dem Bariton des Cellos führt die Altstimme der Viola bzw. Bratsche im Orchester zumeist ein Schattendasein. Der Komponist Hector Berlioz meinte in seiner berühmten Instrumentationslehre: «Von allen Instrumenten im Orchester ist die Viola dasjenige, dessen ausgezeichnete Eigenschaften man am längsten verkannt hat.» Es dauerte auch bis zum 19. Jahrhundert, bis die Qualitäten des sonoren Instruments, das aufgrund seiner Grösse und Haptik nebenbei schwierig zu spielen ist, breitere Anerkennung fanden.
Als Wendepunkt in der Bedeutung der Viola wird ihr solistischer Einsatz in Carl Maria von Webers Oper «Der Freischütz» (1821) betrachtet. Zum spezifischen Klang der Viola notierte der ungarische Komponist György Ligeti im Vorwort zu seiner Sonate für Viola solo (1991–1994): «Scheinbar ist die Viola nur eine grössere Violine, einfach eine Quint tiefer gestimmt. Tatsächlich liegen aber Welten zwischen den beiden Instrumenten. Drei Saiten haben sie gemeinsam, die A-, D-, und G-Saite. Durch die hohe E-Saite erhält der Klang der Violine eine Leuchtkraft und metallische Durchdringlichkeit, die der Viola fehlen. Die Violine führt, die Viola bleibt im Schatten. Dafür besitzt die Viola durch die tiefe C-Saite eine eigenartige Herbheit, kompakt, etwas heiser, mit dem Rauchgeschmack von Holz, Erde und Gerbsäure.»

Die jungen Talente erhielten nach dem Konzert ihre Teilnahme­be­stätigung der hochkarätigen Studienwoche mit Mozarteum-Profes­sor Thomas Riebl (links). (Foto: ZVG/Andreas Domjanic)

Virtuose Präsentation

Die sechs Viola-Nachwuchstalente der Liechtensteiner Musikakademie, die soeben eine Intensivwoche bei Mozarteum-Professor Thomas Riebl absolvieren konnten, zeigten in ihrem Abschlusskonzert an der Musikschule Eschen, wie viel emotionale Sanglichkeit und vibrierende Geläufigkeit mit der Viola solistisch über die Bühne gebracht werden kann.

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(jm)

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