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Hansjörg Quaderer arbeitet im Kunstraum an "rondo" – an der Finissage feiert seine Arbeit Vernissage. (Foto: Paul Trummer)
Kultur
Liechtenstein|12.09.2019

«Die grösste Malerei bes­teht darin, dass ich nicht male»

VADUZ - Sie wächst: Seit dem 16. August ist im Kunstraum Engländerbau eine Ausstellung, die sich erst an der Finissage zeigen wird, die dann auch zur Vernissage wird. Das «Volksblatt» hat sich mit dem Künstler Hansjörg Quaderer für ein Gespräch getroffen.

Hansjörg Quaderer arbeitet im Kunstraum an "rondo" – an der Finissage feiert seine Arbeit Vernissage. (Foto: Paul Trummer)

VADUZ - Sie wächst: Seit dem 16. August ist im Kunstraum Engländerbau eine Ausstellung, die sich erst an der Finissage zeigen wird, die dann auch zur Vernissage wird. Das «Volksblatt» hat sich mit dem Künstler Hansjörg Quaderer für ein Gespräch getroffen.

«Volksblatt»: Herr Quaderer, wir sind hier mitten in der Ausstellung, die eigentlich noch gar keine ist …

Hansjörg Quaderer: Das ist work in progress. Das ist die Absicht des Ganzen, dass das Werk hier im Kunstraum entsteht. Es ist also keine Ausstellung im konventionellen Sinn, aber es hat den Vorteil, dass die Menschen – wenn sie regelmässig vorbeikommen – die Entstehung mitverfolgen können. Das ist die Intention von «rondo».

Gab es ein Konzept zu Beginn vor den leeren Malgründen im leeren Kunstraum?

Ja sicher (lacht), ganz aus dem hohlen Bauch kann man das nicht angehen. Ich musste es vor rund einem Jahr auch der Betriebskommission vorstellen und ich bin froh, dass sie das Projekt begrüsst hat, weil es doch ein Experiment mit ungewissem Ausgang ist. Aber ich beschäftige mich schon lange mit Malerei, das hier ist grossformatige Farbfeldmalerei, die ihre eigenen Gesetzmäs-sigkeiten hat. Der Raum hier, diese Grösse, hat mich fasziniert. Und von Anfang an war mein Ansatz, dass ich herkomme und rundum alles ausmale.

Sie sind, wie Sie selbst auch sagen, wie in einer Höhle ...

Ja, das Ganze hat irgendwie eine Assoziation zu prähistorischer Kunst. Es ist sequentiell und nicht figürlich. Und da taucht unwillkürlich die irgendwie blöde Frage auf, ob es figurativ ist oder nicht. Das passiert in der Musik nie, das ist einfach Musik. In der Kunst hat man das Gefühl, man muss sich an irgendwas krallen. Das ist für mich völlig sekundär, ich begreife diese Frage nicht. Es ist einfach Malerei. Es geht um Spannungswinkel, um Rhythmus, um Sequenzen. Eine 25-Meter-Wand hat andere Gesetzmässigkeiten. Es ist irgendwie auch unabschliessbar, es werden Leerstellen bleiben. Die sind wichtig, denn sonst fühlt man sich wie in einem Schraubstock eingeklemmt.

Es gab hier 2004 eine Ausstellung von Zaccheo Zilioli, der direkt die Wände bemalte. War das auch ein Thema?

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(eg)

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